Musik als Universalsprache

Knzell. Was haben Frdric Chopin, Gustav Holst, Asik Veysel und Johann Sebastian Bach gemeinsam? Sie sind Komponisten - und

Knzell. Was haben Frdric Chopin, Gustav Holst, Asik Veysel und Johann Sebastian Bach gemeinsam? Sie sind Komponisten - und mehr als das, sie sind musikalische Ausnahmeerscheinungen, deren Musik ber Jahrhunderte hinweg die Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Grund genug, dass die Verantwortlichen der Florenbergschule Pilgerzell, die als zertifizierte Musikalische Grundschule" gilt, in den Schulkindern der ersten bis vierten Klassen auf spielerische Art und Weise die Liebe zur Musik - jenseits von Rap, House und Hip Hop - wecken wollen. Und was noch wichtiger ist, so ganz nebenbei lernen Kinder und Jugendliche aus Europa sich kennen und verstehen.

Zu dieser Zielsetzung passt es denn auch, wenn im EU-gefrderten Comenius-Projekt" seit 2008 jhrlich wechselnde musikalische Themen aus England, Polen, der Trkei und Deutschland den Kindern nher gebracht werden. Musik - derzeit steht der trkische Musiker und Komponist Asik Veysel im Fokus - soll den Kindern Land und Leute ffnen, kulturelle Besonderheiten in Europa nher bringen und nicht zuletzt Brcken bauen und bereits den jungen Menschen ein offenes Aufeinanderzugehen und Verstehen des vermeintlich Anderen ermglichen", erklrt Lehrerin Annette Fuchs, Initiatorin des Projekts an der Florenbergschule. Notes of harmony - Noten voller Harmonie" lautet daher nicht nur der Titel des Projekts, vielmehr soll die Initiative zur Erforschung und Weitergabe kultureller Besonderheiten durch die Interpretation des musikalischen Erbes ein grundstzliches Ziel der Partnerschaft mit Schulen aus England, Polen und der Trkei sein. Neben der Arbeit an den musikalischen Werken arbeiten die Schler auch an landeskundlichen Themen, um so einen breiteren Zugang zu den verschiedenen Kulturen erlangen zu knnen.

Hauptanliegen des Projekts ist es, die Werke berhmter Komponisten aus jedem der vier Lnder zu studieren, zu interpretieren und zu prsentieren. Jede Schule erarbeitete zu Beginn des Projekts zunchst Tnze, Lieder, Gedichte und Bilder zu der Musik des Komponisten aus dem eigenen Land und stellte diese Ergebnisse dann den Partnerschulen vor. Danach folgten halbjhrlich die Knstler der anderen Lnder.

Schulleiter Gerhard Renner, der von Anfang an ein offenes Ohr fr das europische Projekt hatte, ist nicht nur vom pdagogischen Nutzen fr die Schler berzeugt: Kinder knnen auf vielfltige Weise musikalisch ttig werden. Sie knnen singen, tanzen, rappen, sprechen, musizieren, aber auch zuhren und sich kognitiv mit musikalischen Inhalten auseinander setzen. Es gibt zahlreiche musikalische Stilrichtungen. Dieses Spektrum kennen zu lernen bedeutet fr die Schler, die Welt der Musik zu entdecken."

Musik schafft Verbindungen zu anderen Menschen, wenn ich gemeinsam singe, tanze oder instrumental musiziere. Verbindungen zu anderen Fchern, wenn ich den Rhythmus in einem Gedicht klatsche, eine Geschichte mit Klngen untermale, eine Gymnastikbung zu Musik ausfhre oder Klnge in Farbe gestalte. Verbindungen zu anderen Lndern, wenn ich italienische, franzsische, spanische Lieder singe oder etwas ber tschechische und russische Komponisten erfahre", ergnzt Lehrerin Beate Mierswa, die erst jngst mit Kollegin Annette Fuchs an der polnischen Schule Szkoła Podstawowa im "Trzech Braci" in Hazlach das Projekt dieses Schuljahres - die Vorstellung des trkischen Komponisten Asik Veysel - prsentierte.

Das europische Projekt lebt davon, dass der regelmige Austausch mit Kollegen aus den anderen Lndern ein wichtiger Aspekt fr die beteiligten Pdagogen ist, fr die Kinder sind die Erfahrungen jedoch noch viel weitreichender. Sie lernen nicht nur eine neue Bandbreite an Musik und die dazu gehrigen Komponisten aus aller Herren Lnder kennen, sie lernen durch das Comenius-Projekt" per Briefkontakt Gleichaltrige aus den Partnerlndern kennen. Die Kommunikation zwischen den Schlern ist rege. Regelmige Briefkontakte gehren ebenso zum inhaltlichen Bestandteil wie der Erfahrungsaustausch zwischen den Kindern. Die Schler erfahren etwas ber die Lebensverhltnisse und berzeugungen Gleichaltriger aus unterschiedlichsten Kulturen kennen, und das Projekt erhlt so ein Gesicht. Die Begeisterung bei den Schlern in den vier beteiligten Lndern ist daher gro.

Zum Abschluss des zweijhrigen Comenius-Projektes Notes of Harmony" prsentierte sich die Florenbergschule mit einem Konzert rund um den trkischen Liedermacher Asik Veysel. Eltern, Freunde und Schler konnten sich dabei persnlich von dem Weg berzeugen, sich mit Leben und Werk je eines Komponisten aus jedem der beteiligten Partnerlnder - Polen, England, Trkei und Deutschland - zu beschftigen. Schon vor dem Konzert gab es die Mglichkeit sich in der mit Blumen und trkischen Fhnchen dekorierten Turnhalle Bilder der Kinder anzuschauen, die im Kunstunterricht entstanden waren. Schler aus den dritten und vierten Schuljahren hatten Portraits des Komponisten gezeichnet, eine Moschee im Sonnenaufgang als Scherenschnitt gestaltet und die zweiten Klassen hatten Bilder zu Mrchen aus Tausend und eine Nacht" gemalt. Passend zum Projekt der Europischen Union wurde das Konzert mit der Europahymne, Beethovens Ode an die Freude, erffnet. Es folgten Informationen ber das Land Trkei, trkische Volkslieder wurden vorgetragen, und Gitarrenspieler, Cello- und Fltenbeitrge sorgten fr die instrumentalen Beitrge. Die Prsentation diverser orientalischer Tnze, die in Kooperation mit der Schule fr Bewegungskunst in Petersberg-Bckels durchgefhrt wurde, war ein echtes Highlight" der Darbietung.

Musik ist eine gemeinsame Sprache, die Menschen, unabhngig vom Alter, von den Fhigkeiten, von der Nationalitt oder vom Lebensstil verbindet. Musik berwindet Grenzen ohne einen Pass und ohne die Voraussetzung, eine Fremdsprache flieend zu beherrschen", formuliert Annette Fuchs den Anspruch des Projektes. Notes of harmony soll den Schlern ein besseres Verstndnis der eigenen Kultur und der Kultur der Partnerlnder ermglichen. Wir hoffen, dass der Kontakt mit Kindern aus anderen Lndern ihnen hilft, sich als Europer zu fhlen, sich Fremdem gegenber zu ffnen sowie eine Form der gemeinsamen Verstndigung zu entwickeln und zu erleben."

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