Nach dem Bombeneinsatz: Dank an alle Beteiligten - „Gefahr war real!“

Die erste Fliegerbombe konnte erfolgreich entschärft werden
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Die erste Fliegerbombe konnte erfolgreich entschärft werden

Umfangreiche Evakuierung, stundenlange Autobahn-Sperrung, eine geglückte Bombenentschärfung und eine kontrollierte Sprengung: Einen Einsatz wie den bei der Kampfmittelräumung am Rauschenberg in Petersberg haben die Polizei- und Hilfs- und Rettungskräfte der Region schon lange nicht mehr erlebt. Die beteiligten Behörden ziehen nach der mehr als zehn Stunden andauernden Maßnahme eine positive Bilanz.

Petersberg Auch wenn der ursprüngliche Termin vorgezogen werden musste: Unvorbereitet hat die beteiligten Behörden die Evakuierungsmaßnahme nicht getroffen. Denn bereits vor mehr als einem halben Jahr ist ein Verwaltungsstab aus Gemeinde Petersberg, Stadt Fulda, Landkreis Fulda und Polizeipräsidium Osthessen gegründet worden, der die Kampfmittelsondierung am Rauschenberg stets begleitet hat. Nicht zuletzt aufgrund dieser guten Zusammenarbeit konnte die Evakuierung schnell und reibungslos erfolgen. Dabei ist besonders der Bevölkerung zu danken, die sich den Einsatzkräften gegenüber sehr kooperativ verhalten und viel Verständnis für die Maßnahme gezeigt hat.

„Neben den Bürgerinnen und Bürgern gilt unser Dank Stadt und Landkreis Fulda sowie dem Polizeipräsidium Osthessen, die uns wesentlich unterstützt haben. Ohne diese Hilfe hätte die Gemeinde Petersberg dieses Vorhaben nicht stemmen können“, sagt der Petersberger Bürgermeister Carsten Froß. Dankbar sei man auch der Gemeinde Künzell, die das Gemeindezentrum als Betreuungsstelle für die Evakuierten zur Verfügung gestellt hatte. Froß ist überzeugt: „Es war richtig, die Kampfmittelsondierung am Rauschenberg durchzuführen. Denn wie sich jetzt herausgestellt hat, war die Gefahr real. Die Fliegerbomben lagen nur wenige Meter von einem Waldwanderweg entfernt, keinen Meter tief im Boden.“

Für die Stadt Fulda dankten Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Bürgermeister Dag Wehner neben den Einsatzverantwortlichen und dem Kampfmittelräumdienst auch den vielen ehrenamtlichen Kräften in Feuerwehren und Hilfsdiensten sowie den unterstützenden Landwirten für ihr Engagement im Dienst der Sicherheit auch der Fuldaer Bürgerinnen und Bürger. Ihr Dank galt auch dem Verständnis und Geduld all derer, die mit dem Auto oder sonstigen Verkehrsmitteln unterwegs waren und dabei zum Teil erhebliche Umwege oder Staus und Verzögerungen in Kauf nehmen mussten.

Auch Landrat Bernd Woide zieht ein positives Resümee von dem Tag: „Der Einsatz am Rauschenberg verlief in seiner Gesamtheit reibungslos, zügig und sicher. Das zeugt nicht nur von der Kompetenz der Expertinnen und Experten, sondern auch von einem höchst professionellen Zusammenspiel aller Einsatzkräfte. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich bei allen Beteiligten. Mein herzlicher Dank gilt auch den Bürgerinnen und Bürgern, die in dieser außergewöhnlichen Situation Verständnis gezeigt und Disziplin bewiesen haben.“ Landkreis, Stadt und Gemeinde bedanken sich zudem bei den Fachkräften des Kampfmittelräumdiensts des Regierungspräsidiums Darmstadt, die in der Hitze des Gefechts kühlen Kopf bewahrt haben und unter Einsatz ihres eigenen Lebens für die Sicherheit aller gesorgt haben.

Derzeit laufen noch Aufräumarbeiten am Rauschenberg. Wichtiger Hinweis: Auch wenn der Rauschenberg bald offiziell als kampfmittelfrei gilt, bleiben die Waldwege gesperrt. Denn nach wie vor stehen dort viele Bäume, die aufgrund des Klimawandels beschädigt sind und ohne Vorwarnung auf die Wanderwege fallen könnten. Die Gemeinde Petersberg plant, im Frühjahr 2022 erste Wege wieder freigeben zu können. Der asphaltierte Rundwanderweg bleibt offen und kann benutzt werden.

Bei der Evakuierungsmaßnahme am Donnerstag mussten ungefähr 350 Personen ihre Häuser und Wohnungen verlassen, dazu mussten eine Kita sowie Gewerbebetriebe geschlossen bleiben. Gegen 12 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen, die Sperrung der Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Fulda-Nord und Dreieck Fulda erfolgte gegen 12.30 Uhr. Der Kampfmittelräumdienst begann um 13 Uhr mit seinen Maßnahmen und konnte die erste Bombe gegen 14.15 Uhr entschärfen – bei der zweiten Bombe war hingegen eine kontrollierte Sprengung notwendig. Dies zog aufwendige Vorbereitungsarbeiten nach sich, sodass die Sprengung erst kurz nach 19  Uhr erfolgreich durchgeführt werden konnte. Kurz danach konnte die Sperrzone aufgehoben werden und alle Bürgerinnen und Bürger in ihre Häuser zurückkehren. Ebenso wurden alle Straßensperrungen aufgehoben.

Die Maßnahmen, die eine hohe Belastung für die Betroffenen darstellten, dienten stets der Sicherheit der Bevölkerung. An dem mehr als zwölf Stunden andauernden Einsatz waren bis zu 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Kommunen, THW und anderen Hilfsorganisationen beteiligt.

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