Der Tag nach „Kyrill“

Von Norman Krtge Fulda. Dicke weie Wolken, hellblauer Himmel, die Sonne scheint am Tag nachdem das Orkantief Kyrill

Von Norman Krtge

Fulda. Dicke weie Wolken, hellblauer Himmel, die Sonne scheint am Tag nachdem das Orkantief Kyrill mit Windgeschwindigkeiten von ber 170 Stundenkilometern und starken Regenfllen ber die Wasserkuppe gerauscht ist, zeigte sich das Wetter wieder von seiner angenehmen Seite. Durchatmen war bei den rund 1000 Angehrigen von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen angesagt, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Landkreis Fulda im Dauereinsatz waren.

Das ist das bisher grte Schadensereignis im Kreis, zog Landrat Bernd Woide am Freitagmittag eine erste Zwischenbilanz der Sturmnacht. Neben einem Schwerverletzten in der Gemarkung Eichenried (Kalbach) sind vor allem Millionenschden an Gebuden und im Forst zu beklagen. Das Gebiet um Neuhof, Flieden und Kalbach war besonders heftig von dem Sturm betroffen, Hnfeld hingegen weniger, wie Woide berichtete.Besonders schlimm erwischte es einen Gebudekomplex der Firma Edag im Fuldaer Industriegebiet West. Dort deckte Kyrill das 1000 Quadratmeter groe Dach eines Brogebudes ab, schmetterte es gegen eine Fabrikhalle und riss ein etwa 80 Quadratmeter groes Loch in die Wand. Der Schaden beluft sich im einstelligen Millionenbereich, schtzt Christoph Horvath von der Edag.Nachdem der Deutsche Wetterdienst am Donnerstagmorgen eine extreme Unwetterwarnung fr den spten Nachmittag herausgegeben hatte dies ist die hchste Warnstufe war gegen 11 Uhr der Krisenstab der Kreisverwaltung vorsorglich zusammengetreten.

Als dann ab 18 Uhr die groen Sturmben mit Starkregen ber den Landkreis zogen, kam es vermehrt zu Straensperrungen und ersten Stromausfllen. Wegen der Vielzahl der eingehenden Notrufe in der Leitstelle wurde erstmals das so genannte Unwettermodul aktiviert, wie Kreisbrandinspektor Stefan Schmidt berichtete. Dadurch wurden die in der Leitstelle eingehenden Notrufe per Fax an die zuvor besetzen Feuerwehrhuser in den Kerngemeinden weitergeleitet, die die Einstze dann vor Ort selbst koordinierten. Im Realfall wurde das Unwettermodul zum ersten Mal eingesetzt und es hat funktioniert, sagte der Kreisbrandinspektor.Um die notfallrztliche Versorgung trotz blockierter Straen sicherzustellen, wurden ebenfalls First-Responder aktiviert. Dies seien in erster Linie Mitglieder von Hilfsorganisationen, die eine entsprechende Ausbildung haben, erklrte Dr. Stefan Kortm, Leiter des Kreisgesundheitsamtes und Mitglied des Krisenstabes.Einer dieser First-Responder war es dann auch, der zuerst an der Unglckstelle in Eichenried war. Ein umstrzender Baum hatte dort einen 57-Jhrigen unter sich begraben. Mit lebensgefhrlichen Verletzungen wurde er schlielich ins Krankenhaus eingeliefert.Bis 2 Uhr morgens zhlte die Leitstelle ber 500 Einstze. Genaue Zahlen knnen wir erst in ein paar Tagen vorlegen, sagte Kreisbrandinspektor Schmidt. Eine erste Schtzung ber die Schadenshhe wollte Landrat Woide noch nicht abgeben.

In den frhen Morgenstunden wartete auf den Malteser-Hilfsdienst am Fuldaer Bahnhof noch eine Groaufgabe. Nachdem die Deutsche Bahn den Verkehr in ganz Deutschland eingestellt hatte, galt es dort rund 600 Passagiere von zwei ICE-Zgen mit warmen Essen und Getrnken zu versorgen.Woide, der im Krisenstab als politischer Verantwortungstrger das Handeln der Rettungskrfte hautnah verfolgte, war voll des Lobes.Das war professionell. So was kann man nicht ben.

Erster Kreisbeigeordneter Heiko Wingenfeld, unter anderem zustndig fr den Katastropnenschutz, bedankte sich vor allem bei den hunderten ehrenamtlichen Helfern und betonte die Wichtigkeit der richtigen personellen und materiellen Ausstattung der Rettungsdienste und des Katatstrophenschutzes.

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