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Netzwerk soll Infektionsschutz verbessern

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Fulda. Die Zahlen sind alarmierend – und ansteigend. Bundesweit kommt es in jedem Jahr zu 400.000 bis 600.000 Infektionen, die im zeitlichen Zusamme

Fulda. Die Zahlen sind alarmierend – und ansteigend. Bundesweit kommt es in jedem Jahr zu 400.000 bis 600.000 Infektionen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt oder Aufenthalt in einer anderen medizinischen Einrichtung stehen. Davon werden rund 30 Prozent durch multiresistente Erreger (MRE) ausgelöst, die nur stark eingeschränkt therapierbar sind.Für Hessen rechnet man mit jährlich 30.000 bis 45.000 Infektionen, davon 10.000 bis 15.000 durch multiresistente Erreger.

Angesichts dieser Entwicklung hatte das Kreisgesundheitsamt zu einer Auftaktveranstaltung ins ITZ Fulda eingeladen, bei der die Gründung eines MRE-Netzwerks für die Region Osthessen beschlossen wurde. Ziel ist es, durch eine fachübergreifende Zusammenarbeit der Akteure im Gesundheitswesen sowie die sachgerechte Information von Personal, Patienten und Angehörigen die Entstehung und Verbreitung der sogenannten nosokomialen - also im Krankenhaus erworbenen - Infektionen zu vermindern, die Behandlung der besiedelten oder infizierten Personen zu verbessern und einer Stigmatisierung entgegen zu wirken.

Bei der Begrüßung der knapp 100 Teilnehmer aus Arztpraxen, ambulanten Pflegediensten und stationären Einrichtungen unterstrich Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Dr. Heiko Wingenfeld die Wichtigkeit des Themas angesichts von drei Millionen Erkrankten in Europa und einer kaum überschaubaren Dunkelziffer. Man sei jedoch nicht zur Untätigkeit verurteilt, sondern wolle durch die Gründung des regionalen Netzwerks einen Beitrag zur Prävention von multiresistenten Erregern leisten. Dabei werde das Gesundheitsamt des Landkreises Fulda auch weiterhin als Impulsgeber und Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Roland Stepan, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, betonte, dass die Problematik multiresistenter Erreger fortbestehen werde. Sie ließen sich aber weitestgehend beherrschen. Notwendig seien neue Strategien im Einsatz von Antibiotika ("restriktiv und kontrolliert"), aber auch die Optimierung von Maßnahmen der Standardhygiene, wozu vor allem die Händehygiene zähle. Nur durch Netzwerkbildung zur Erarbeitung und Umsetzung abgestimmter Konzepte und ein sektorenübergreifendes Handeln von ambulant und stationär könne der Schutz der Bevölkerung vor Infektionen mit multiresistenten Erregern weiter verbessert werden.

Über erste Erfahrungen im MRSA-Netzwerk Region Kassel berichtete Dr. Markus Schimmelpfennig, der sich für ein einheitliches regionales Vorgehen in der Diagnostik, Therapie und Überleitung von MRSA-Risikopatienten aussprach und das unter Federführung des dortigen Gesundheitsamtes entwickelte "Startpaket" vorstellte. MRSA steht für methicillinresistenter Staphylococcus aureus und bezeichnet eine Untergruppe von multiresistenten Erregern. Professor Dr. Hans-Martin Seipp von der Fachhochschule Gießen referierte über "MRSA – Ursachen und Lösungsansätze" und machte deutlich, welche entscheidende Rolle die Behandlung chronischer Wunden bei MRSA-Patienten spiele.

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