Neue Erkenntnisse

Vogelsbergkreis. Der Bedarf ist unterschiedlich, die Stdte und Gemeinden mssen unterschiedlich viel investieren, der Landkreis wird seine

Vogelsbergkreis. Der Bedarf ist unterschiedlich, die Stdte und Gemeinden mssen unterschiedlich viel investieren, der Landkreis wird seine Anstrengungen im Bereich Tagespflege intensivieren. Das ist die Kurzform der Erkenntnisse aus der ersten groen Elternbefragung im Vogelsbergkreis. Ziel war es herauszufinden, wie viel Bedarf an Betreuung fr Kinder unter drei Jahren besteht. ber eine relativ hohe Rcklaufquote von fast 42 Prozent aller mglicherweise betroffenen Eltern freute sich Dagmar Scherer, Leiterin des Amtes fr Jugend, Familie und Sport. Scherer und Vizelandrat Gerhard Ruhl dankten den Stdten und Gemeinde fr die Umsetzung der Befragung vor Ort. Die Erkenntnisse aus der Befragung seien ein gutes "Einstiegs-Instrument", auch wenn die Aussagekraft nicht bei jedem Kriterium 100 Prozent sein knne.

Der Bundesgesetzgeber strebt an, bis 2013 fr 35 Prozent der unter Dreijhrigen einen Betreuungsplatz anzubieten - dies knnen neu geschaffene Hortpltze in den Kommunen oder bei anderen Trgern ebenso sein wie die Verstrkung von Tagespflegeangeboten (Tagesmtter). Bei notwendigen Investitionen beteiligt sich der Bund mit 90 Prozent, maximal mit 14.000 Euro je geschaffenem Platz.

Um diese 35 Prozent im Vogelsbergkreis zu erreichen, mssen in den kommenden vier Jahren noch 380 Pltze neu geschaffen werden. Auf jeden Fall will der Kreis mit dem Ausbau der Tagespflege ein Drittel der geforderten Pltze sicherstellen. Der Bedarf ist sehr unterschiedlich, berichtete Susan Jusseaume, die im Jugendamt den Bereich Tagespflegeausbau betreut.

Versorgungsquote bereits um 5,8 Prozent verbessert

Von 2008 bis 2009 hat sich - vor allem durch die baulichen Anstrengungen in den Kommunen (plus 72 Pltze), aber auch durch die Verstrkung der Lobbyarbeit fr Tagesmtter beim Kreis - die Versorgungsquote schon von 10,6 auf 16,4 Prozent verbessert. Das bedeutet: die Hlfte der Anforderung ist bereits erreicht. Waren es 2008 noch 42 Tagespflegepltze, die durch das Jugendamt vermittelt werden konnten, so seien es jetzt - dank guter Werbung, so Scherer - bereits 98 Tagespflegepltze - ein Plus von 56 Prozent. Die Ausbildung der Tagesmtter stehe auf soliden Fen und finde sowohl bei der Neuen Arbeit als auch bei der Volkshochschule statt.

In der Diskussion hob Dagmar Scherer hervor, dass bei aller Unterschiedlichkeit vor Ort, der soziale Trend "Pro Kinderbetreuung" gehe. Darauf msse man sich auch dann einstellen, wenn gleichzeitig demographische Schrumpfungsprozesse zu bewltigen seien. Fr die Brgermeisterinnen und Brgermeister waren Fragen der Restfinanzierung, der Personal- und Betriebskosten, der Festlegung der Versorgungsquote sowie der Verbindlichkeit einer Priorittenliste besonders wichtig. Das Spektrum in der Diskussion reichte von "Eigentlich ist das alles viel zu teuer" bis "Eigentlich msste das fr die Eltern alles kostenfrei sein".

Erster Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl hob in der Tagung im Kreishaus hervor, das Thema Kindertagesbetreuung sei zu einem zentralen Thema in der Familienpolitik des Bundes und der Lnder und im Vogelsbergkreis geworden. Familien und ihre Interessen seien mit gutem Grund in den Mittelpunkt ffentlicher Aufmerksamkeit gerckt. Familienfreundlichkeit sei ein Indiz fr Lebensqualitt und ein wichtiger Standortfaktor, der im Wettbewerb der Kommunen und Landkreise untereinander in den kommenden Jahren noch an Bedeutung zunehmen werde.

Die Vereinbarkeit von Kinderwunsch und Erwerbsttigkeit sei fr viele junge Menschen eine echte Herausforderung. Der Vogelsbergkreis habe sich im Frhsommer des vergangenen Jahres auf den Weg gemacht, systematisch und mit planerischer Kompetenz die Situation der Kinderbetreuung, besser beurteilen zu knnen. "Wir - Kreis und Kommunen - wollen gemeinsam die Situation verbessern", sagte Amtsleiterin Dagmar Scherer. Auf der Priorittenliste des Kreises stehen die Kommunen oben, bei denen die meisten Investitionen anstehen.

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