Neue Maschen in der Krise Corona: Wie ist die Kriminalitätssituation in Osthessen?

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Mit der Corona-Pandemie kamen Verbrecher auf neue Ideen. „Fulda aktuell“ sprach mit der Polizei, wie sie Lage seit Beginn der Krise in Osthessen aussieht.

FULDA AKTUELL fragte beim Polizeipräsidium Osthessen nach, ob sich die Kriminalität in der Coronakrise verändert hat.

Osthessen - „Fulda aktuell“ hat beim Polizeipräsidium Osthessen nachgefragt, wie es in der Corona-Pandemie mit der Kriminalität in Osthessen aussieht. Pressesprecher Dominik Möller hat Antworten.

 

FULDA AKTUELL: Inwieweit hat sich die Kriminalitätssituation in Osthessen seit Beginn der Corona-Pandemie verändert? Verlagern sich die Verbrechen? Welcher Art sind die Delikte, die in der Pandemie verstärkt aufgetreten sind? Wie kann man sich davor schützen?

DOMINIK MÖLLER:Der Zeitraum seit Einführung der Ausgangsbeschränkungen ist noch zu kurz, um hier belastbare Vergleichszahlen zu erheben und eine seriöse Aussage treffen zu können. Die Zahl der polizeilichen Einsatzanlässe hat sich seit Einführung der Ausgangsbeschränkungen jedoch verringert.

Bundesweit wurde in den vergangenen Wochen vermehrt von unterschiedlichen Betrugsmaschen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus berichtet. Dabei wandeln Kriminelle unter anderem die bekannten Maschen „Enkeltrick“ und „Falsche Polizeibeamte“ ab oder geben sich an der Haustür als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus beziehungsweise bieten Corona-Test an. Ihr Ziel: Das Vermögen von meist älteren Menschen.

Glücklicherweise sind in den osthessischen Landkreisen bislang kaum solche Fälle polizeilich registriert worden. Sollten uns jedoch derartige Phänomene gemeldet werden, informieren wir die Bevölkerung – wie gewohnt – mit aktuellen Warnmeldungen und leiten entsprechende Ermittlungen ein. Darüber hinaus stellen wir wertvolle Tipps und Informationen auf unserer Homepage www.senioren-sind-auf-zack.de sowie auf „hessenWARN“ ein.

Vorsorglich informieren wir die Leserschaft hier über vereinzelte Betrugsmaschen und geben Tipps, wie sich die Betroffenen und ihre Angehörigen vor den Betrügereien im Zusammenhang mit dem Corona-Virus schützen können.

Enkeltrick-Masche

Die Betrüger geben sich am Telefon als Angehörige aus, die sich angeblich mit dem Virus infiziert hätten und dringend Geld für eine Behandlungen benötigen. In der Folge werden Boten entsandt, die das Geld persönlich abholen kommen. Achtung: Dies ist eine Falle. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen. Seien Sie misstrauisch gegenüber Unbekannten, vor allem am Telefon. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und eben Sie keine Details zu familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

Einschleichdiebstahl

 Kriminelle geben sich an der Haustür als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus oder bieten Corona-Test an. Ihr Ziel: Sich mit einer geschickten Gesprächsführung Zutritt zu Wohnungen oder Wohnhäusern verschaffen, um nach Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen zu suchen. Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Seien Sie misstrauisch gegenüber Unbekannten. Lassen Sie sich den Legitimationsausweis zeigen und nicht unter Druck setzen und rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Polizei unter dem Notruf 110 an.

 

FA: Kontrolliert die Polizei auch in Osthessen, ob die Vorgaben der Bundes- und Landesregierung eingehalten werden?

MÖLLER: Seit Einführung der Ausgangsbeschränkungen haben wir in Osthessen die polizeiliche Präsenz auf der Straße deutlich erhöht, um die Einhaltung der Verordnungen zu überwachen. Hierbei erhalten wir temporäre Unterstützung von Beamtinnen und Beamten der Hessischen Bereitschaftspolizei. Bei einem möglichen Fehlverhalten agieren wir mit Augenmaß und verdeutlichen den Menschen in Gesprächen den Ernst der Lage sowie die Notwendigkeit der Beschränkungen. Zudem weisen wir die Betroffenen auf die möglichen Bußgelder bei Verstößen nach dem Infektionsschutzgesetz hin. Sollte es erforderlich sein, werden wir Verstöße aber auch konsequent verfolgen.

 

FA: Wie schützen sich Polizeibeamte im Dienst vor einer Ansteckung?

MÖLLER:Die Polizei Hessen trifft alle erdenklichen Maßnahmen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen und so die Handlungsfähigkeit des Staates in diesem Bereich aufrecht zu erhalten. Neben Maßnahmen wie Homeoffice und der vorsorglichen Absonderung in den häuslichen Bereich bei Infektionszeichen, wurde dabei vor allem eine intensive Beschulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Infektionsschutz durchgeführt.

Basierend auf den inzwischen vorhandenen Erfahrungswerten wird die Polizei Hessen auch weiterhin alles tun, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und damit auch die Bürgerinnen und Bürger – vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen. Unter anderem steht in jedem Streifenwagen bereits seit 2009 eine persönliche Schutzausstattung für eine Hygienevorsorge (unter anderem Einweghandschuhe, Mund- schutz, Desinfektionsmittel) zur Minderung möglicher Infektionsgefahren zur Verfügung. Zudem werden weitere Infektionsschutzausstattungen auf den Polizeidienststellen für den Bedarfsfall vorgehalten.

Alle Polizeibeschäftigten werden fortlaufend hinsichtlich der Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen sensibilisiert und hinsichtlich der aktuellen Handlungsempfehlungen, beispielsweise des „Robert-Koch-Instituts“, informiert.

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