Stolz auf die neue Spezialeinheit der Bundespolizei Hünfeld

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Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus (BFE+) am Mittwoch offiziell in Dienst gestellt

Hünfeld - Der Mittwochvormittag war ein ganz besonderes Datum in der Geschichte der Bundespolizeiabteilung Hünfeld: Der Präsident der Direktion Bundesbereitschaftspolizei, Friedrich Eichele, hat die neue "Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus" (BFE+) der Bundespolizei Hünfeld offiziell in Dienst gestellt. Damit verfügt die Bundespolizei über insgesamt fünf dieser Spezialeinheiten in den Standorten Blumberg, Sankt Augustin, Bayreuth, Uelzen und eben Hünfeld. Die "BFE+" wurde zwar vorrangig für die Wahrnehmung bundespolizeilicher Aufgaben aufgestellt, kann aber bei Bedarf auch auf Anforderung der Länderpolizeien bei besonderen Einsatzlagen zur Verfügung gestellt werden.

Nach einer achtwöchigen Fortbildung, unter anderem unter Beteiligung der "GSG 9" der Bundespolizei, waren die etwa 50 Kräfte aus der Haunestadt bereits beim jüngsten "G 20"-Gipfel in Hamburg im Einsatz. Die Rückmeldungen darauf seien "mehr als positiv" gewesen, wie Eichele betonte. Insgesamt weist der Organisations- und Dienstpostenplan der Bundespolizeiabteilung Hünfeld nunmehr 553,5 Dienstposten für Beamte und Tarifbeschäftigte aus.  

Für Polizeidirektor Werner Friedrich, Abteilungsführer der Bundespolizeiabteilung Hünfeld, war der Mittwoch in zweifacher Hinsicht ein ereignisreiches Datum: Er feierte zugleich seinen Geburtstag und nahm von Präsident Eichele vor versammelter Belegschaft und Gästen ein Präsent entgegen. Den neuen Kräften dankte Friedrich für deren Bereitschaft, den sicherlich nicht einfachen Dienst zu versehen. Zumal dieser Schritt mit Einschränkungen im privaten und sozialen Umfeld verbunden sei.

Ein besonderer Gruß galt dem Hünfelder Ehrenbürgermeister Dr. Eberhard Fennel, der an diesem Tag sehen könne, was aus dem "reformbedingten langjährigen Sorgenkind" geworden ist. Denn der Bundespolizeistandort Hünfeld war Anfang der 1990er-Jahre massiv von Auflösung bedroht. Friedrichs Dank galt zugleich den beiden Bundestagsabgeordneten Michael Brand und Birgit Kömpel für deren "stetes Engagement für die Belange der Abteilung Hünfeld und der Bundespolizei".

Präsident Eichele würdigte die "richtige Grundsatzentscheidung" von Innenminister Thomas de Maizére, nach dem Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" am 7. Januar 2015 in Paris solche robusten Einheiten ins Leben zu rufen. Die knapp 50 Beamten sind befähigt, bei besonderen Gefährdungslagen oder Fahndungen offen oder verdeckt eingesetzt zu werden. Sollte es dabei zu einer unmittelbaren Konfrontation mit Tätern kommen, ist es Aufgabe der "BFE+", diese zu binden, Unbeteiligte zu schützen und Verletzte aus dem jeweiligen Gefahrenbereich zu evakuieren. Darüber hinaus können die Beamten im Bedarfsfall die "GSG 9" der Bundespolizei oder auch Spezialeinsatzkommandos der Polizeien der Länder  bei deren Maßnahmen unterstützen. Sollten im Ernstfall andere Spezialeinheiten nicht oder nicht rechtzeitig am Ereignisort seien, kann die "BFW+" auch eigenständig gegen Täter vorgehen und gegebenenfalls einen "Notzugriff" durchführen. Die Präsenz robuster Spezialeinheiten in der Fläche sei damit erhöht worden, so Eichele. 

Das Personal für die neue Hünfelder Einheit wurde aus besonders befähigten Mitarbeitern der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit rekrutiert. Ein "GSG 9"-Repräsentant sprach von einer "starken neuen Einheit", die sich in Extremsituationen bewähren müsse. Die Beamten hätten sich "der nicht ganz einfachen Aufgabe freiwillig gestellt" und verdienten für diese Entscheidung höchsten Respekt.

Die Szenarien während der Ausbildung umfassten den Schutz besonders gefährdeter Infrastrukturen wie Bahnanlagen und Flughäfen, Fahndungslagen nach Terrorverdächtigen sowie die Unterstützung von Spezialeinheiten bei der Bekämpfung in einer terroristischen Bedrohungslage. 

 

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