Neuer Intensivtransporter für das DRK Fulda

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Im Vergleich zum normalen Rettungswagen sind im „Intensivtransportwagen“ zahlreiche intensivmedizinische Geräte untergebracht.

Fulda. Von einem „wichtigen Meilenstein und einer bedeutenden Investition in schwierigen Zeiten, wo es drauf ankommt, Flagge zu zeigen“, sprach Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Präsidentin des „Deutschen Roten Kreuzes Fulda“, bei der virtuellen Indienststellung des neuen „Intensivtransportwagens“ (ITW) am Freitag im Deutschen Feuerwehr-Museum in Fulda und dankte den Kolleginnen und Kollegen, die das Fahrzeug besetzen. „Der Mensch steht im Mittelpunkt, allein die Technik reicht nicht für eine gute Patientenversorgung.“

Fulda ist einer von vier Standorten in Hessen, von denen Intensivtransporte durchgeführt werden. Die höchst anspruchsvollen Verlegungseinsätze schwerkranker Patienten von Klinik zu Klinik übernimmt in der Region Osthessen der „DRK Kreisverband Fulda“. Die Hilfsorganisation hat jetzt für 500.000 Euro den modernsten Intensivtransportwagen Hessens angeschafft. Präsidium und Geschäftsführung hatten zuvor grünes Licht für die „richtungsweisende Investition“ gegeben und sehen darin „eine weitere Verbesserung der Patientenversorgung“. Von der Planungsphase bis zur Indienststellung dauerte es ein knappes Jahr.

Bei der Präsentation des neuen Fahrzeugs am Freitagabend im Feuerwehr-Museum bestimmte die Corona-Pandemie das Geschehen gleich in zweifacher Hinsicht: Um die Öffentlichkeit an der Präsentation des Intensivtransportwagens teilhaben lassen zu können, wurden digitale Grußworte eingespielt und das Ereignis live ins Internet übertragen. Außerdem kommt die neue „rollende Intensivstation“ in Corona-Zeiten gerade recht. „Mit dem neuen Intensivtransportwagen wird ein großer Schritt in der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung getan. Die Investition zeigt, dass das ‚Deutsche Rote Kreuz‘ in Fulda an der Spitze marschiert, was die mobile Versorgung von Menschen in Not betrifft. Trotzdem zählt am Ende der Mensch: Ohne die vielen Ehrenamtlichen könnte das Deutsche Rote Kreuz nicht so umfassend und kompetent agieren“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im Rahmen der ITW-Vorstellung per Videobotschaft aus Wiesbaden.

„Als wir das Projekt Intensivtransportwagen vor zehn Jahren auf den Weg gebracht haben, zeichnete sich ein Strukturwandel im deutschen Gesundheitswesen ab: Behandlungszentren wurden gegründet, die Vernetzung der Institutionen nahm regional, aber auch überregional zu. Das hat dazu geführt, dass Krankenhäuser Schwerpunkte ausgebaut haben. Der Transport von Krankenhaus zu Krankenhaus ist deswegen ein wichtiges logistisches Bindeglied geworden und bietet die Möglichkeit, Intensivpatienten in die passende Einrichtung zu verlegen“, erklärte Prof. Dr. med. Clemens Alexander Greim, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin am „Klinikum Fulda“. „Durch die zweite Welle der Corona-Pandemie komme dem neuen Intensivtransportwagen unerwartet eine besondere Bedeutung zu“, so Greim. Allein in den letzten drei Wochen seien über 60 Patienten innerhalb Hessens verlegt worden.

„Die Partnerschaft zwischen dem ‚DRK Fulda‘ und dem ‚Klinikum Fulda‘ besteht seit mehreren Jahrzehnten. „Sie ist vor allem im Bereich der Notfallmedizin sehr eng und vertrauensvoll. Unsere Teams sind 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit und versorgen die Bevölkerung im Notfall höchst professionell“, berichtet Jan Garlepp, „DRK“-Kreisverbandsarzt und Geschäftsbereichsleiter Rettungsdienst.

Ein wichtiger Qualitätsaspekt ist dabei die Ausbildung. „Wir gehen in Fulda über die Anforderungen und Vorgaben des Rettungsdienstgesetzes hinaus und richten uns nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin und Intensivmedizin. Unsere Notärzte haben mehrjährige klinische Erfahrungen, mindestens sechs Monate auf der Intensivstation gearbeitet und an einem Intensivtransportwagen-Kurs teilgenommen“, so Greim. Gemeinsame Ausbildungen mit dem „DRK Fulda“ auch für das Rettungsdienstpersonal bereiten auf die vielfältigen Anforderungen im Berufsalltag vor.

Im Vergleich zum normalen Rettungswagen sind im Intensivtransportwagen zahlreiche intensivmedizinische Geräte untergebracht, die das Fahrzeug zu einer „rollenden Intensivstation“ machen. Im neuen Fahrzeug sind neben modernerer Technik auch die Dimensionen großzügiger, gerade zum Transport übergewichtiger Patienten.

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des „Klinikums Fulda“ ist, gratulierte dem „DRK Fulda“ zum neuen Intensivtransportwagen: „Mut und Weitsicht haben sich ausgezahlt. Ich habe vor zehn Jahren als Verantwortlicher des Landkreises Fulda ein Stück dazu beitragen können, den ‚ITW‘ als Modellprojekt auf den Weg zu bringen. Ich möchte vor allem den damaligen Ideengebern Professor Greim und Professor Dr. Martin Hessmann in seiner damaligen Funktion als Präsident des ‚DRK-Kreisverbands‘ sowie Christoph Schwab, dem Vorstandsvorsitzenden des ‚DRK-Kreisverbands‘ danken, die zu Recht auf den Bedarf für die Region Osthessen hingewiesen haben. Gerade in der Corona-Zeit sehen wir, wie wichtig es war, diese Versorgungslücke in der Region zu schließen.“

Den kirchlichen Segen für den neuen „ITW“ spendete Generalvikar Prälat Christof Steinert mit den Worten: „Segne dieses Fahrzeug, das bereitsteht für Menschen, die in Not geraten. Es helfe, Leben zu retten, Kranke zu versorgen und Wunden zu heilen. Stehe den Ärzten und dem Sanitätspersonal bei in ihrem Dienst, stärke alle Menschen in ihrer Bereitschaft, gegenseitig Hilfe zu leisten.“

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