Neuer Mann im Amt: Petersbergs Bürgermeister Carsten Froß im Redaktionsgespräch

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Redaktionsgespräch mit dem neuen Petersberger Bürgermeister Carsten Froß (Zweiter von rechts) mit Bertram Lenz, Christopher Göbel und Antonia Schmidt im Petersberger Rathaus.

Seit gut einer Woche ist er im Amt: Froß beerbt Ehrenbürgermeister Schwiddessen.

Petersberg - Seit dem 1. März ist Carsten Froß Bürgermeister von Petersberg. Nach 24 Jahren steht nun erstmals ein anderer Mann als Karl-Josef Schwiddessen an der Spitze der gut 15.700 Einwohner zählenden Gemeinde. Froß ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat eine 15-jährige Tochter und einen zwölfjährigen Sohn. „Es war eine Familienentscheidung, mich um den Posten zu bewerben“, sagt der neue Bürgermeister. Für ihn schließt sich ein Kreis: „Ich habe 1985 meine Ausbildung in der Petersberger Gemeindeverwaltung begonnen“, erinnert Froß sich im „Fulda aktuell“-Redaktionsgespräch. „Damals war Josef Petri noch Bürgermeister.“

Während einer Anstellung im Melde- und Passamt Petersbergs holte Froß das Fachabitur nach und begann 1993 bei der Stadtverwaltung in Frankfurt/Main zu arbeiten und nebenbei für den Gehobenen Dienst zu studieren. Dort war er 25 Jahre lang in unterschiedlichen Positionen tätig und absolvierte nebenbei ein Informatik-Fernstudium. „Aber ich habe den Bezug zu Petersberg nie verloren“, erzählt er.

Zwei Jahre sind es her, dass ihm CDU-Parteikollegen aus der alten Heimat fragten, ob er nicht als Bürgermeisterkandidat antreten wolle. „Ich habe ein paar Wochen überlegt“, erinnert sich Froß. Es habe eine Familienentscheidung sein müssen, denn die Kinder sind in Frankfurt zur Welt gekommen, seine Frau stammt aus dem Rheinland. Nachdem die Familie sich einig geworden war, stand der Bürgermeisterkandidatur nichts mehr im Wege.

Alte Weggefährten

Bereits während des Wahlkampfes traf er auf alte Weggefährten, unter anderem den heutigen Landtagsabgeordneten Markus Meysner, der seinerzeit nach Froß seine Ausbildung im Petersberger Rathaus begonnen hatte. „1992 waren Markus und ich gemeinsam Adjutanten von Prinz Raimund und Prinzessin Conny“, erinnert sich Froß. Seit er im Februar mit seiner Familie seinen Wohnsitz aus der Mainmetropole nach Petersberg verlegt hat, kommen fast täglich Erinnerungen an die Zeit hoch, die er bis vor 25 Jahren in der Region verbrachte. „Hier ist meine Heimat“, ist sich der 48-Jährige sicher.

Nach einer Woche im Amt stellt Froß fest: „Hier warten keine großen Baustellen auf mich. Mein Vorgänger hat ein gut bestelltes Feld hinterlassen“. Mit Schwiddessen und anderen politischen Vertretern hatte Froß sich bereits kurz nach seiner Wahl am 24. September des vergangenen Jahres getroffen, um sich über die Gegebenheiten in Petersberg zu informieren. „Ich habe mich auch bemüht, möglichst viele Gremiensitzungen zu besuchen.“

„Bürgermeister für alle“

„Ich möchte Petersberg attraktiv halten“, sagt der neue Bürgermeister. Die Ausweisung neuer Baugebiete und der Bau von derzeit geplanten zwei Kindertagesstätten in der Kerngemeinde und in Marbach sollen vor allem jungen Familien die nötige Infrastruktur bieten, gut in Petersberg leben zu können. Der Vorteil von Froß im Amt des Bürgermeisters: „Ich bin mehr als 30 Jahre in der Öffentlichen Verwaltung tätig, es ist ein vertrautes Geschäft für mich“, sagt er. „Hier in Petersberg braucht es natürlich noch ein bisschen Routine.“ Dabei helfe es ihm, dass er sowohl in Verwaltung als auch in Partei einige Personen von früher kenne. „Ein Bürgermeister muss gut vernetzt sein“, ist Froß sicher.

Für die Petersberger möchte der 48-Jährige ein „Bürgermeister zum Anfassen“ sein, Präsenz zeigen und sich den Wünschen und Anregungen der Menschen annehmen. Er möchte auch bei Vereinen und Bürgern Präsenz zeigen. Und noch etwas: „Wenn ein Antrag in der Gemeindevertretung gut für Petersberg ist, dann ist es mir egal, aus welcher Fraktion dieser Antrag kommt.“ Was den zeitlichen Aufwand eines Bürgermeister-Postens angeht, wusste Froß bereits vor Amtsantritt, worauf er sich einlässt. „Ich weiß allerdings nach einer Woche noch nicht, wie sich das wirklich anfühlt“, schmunzelt er.

Was der neue Petersberger Bürgermeister beibehalten möchte, sind seine sportlichen Aktivitäten: Tennis und Joggen. Und er möchte viel Zeit mit seiner Familie verbringen. „Dabei kann ich mich entspannen“, sagt Froß.

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