Neues Beleuchtungskonzept in Teilen der Fuldaer Innenstadt

Historische Bauten stehen bei der akzentuierten Beleuchtung im Fokus

Fulda - Wer derzeit – natürlich unter Beachtung der nächtlichen Ausgangssperre – nach Einbruch der Dunkelheit in der Fuldaer Friedrichstraße, am Platz Unterm Heilig Kreuz, in der Marktstraße oder am Borgiasplatz unterwegs ist, hat es möglicherweise schon bemerkt: Seit Anfang des Monats hat sich die Beleuchtung der markanten historischen Bauten verändert. Das neue Beleuchtungskonzept gehorcht dem Motto: „Weniger Licht ist mehr“ und trägt auch den Erfordernissen der „Sternenstadt Fulda“ Rechnung.

Die erste Idee zum neuen Beleuchtungskonzept entstand bereits vor gut zehn Jahren im Zusammenhang mit dem Handlungskonzept für das Fördergebiet „Aktive Kernbereiche“. Auf Initiative der beiden Interessengemeinschaften in der Friedrichstraße und der Marktstraße und in Abstimmung mit der Stadt sollten bei-e Straßenräume durch zusätzliche beleuchtungsmäßige Akzentuierung einzelner Gebäude, Gebäudeteile oder Gebäudekanten aufgewertet werden. Unter Einbeziehung des Fachbüros „Licht – Raum – Stadt“ aus Wuppertal wurden in der Folge-zeit verschiedene Vorschläge erarbeitet und im Februar 2017 erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Ausgangssituation: In den Geschäftsstraßen gab es grundsätzlich (zu) viel beziehungsweise sogar blendendes Licht auf der Ebene der Schaufenster, während die stadtbildprägenden Bauten unzureichend oder gar nicht beleuchtet waren (wie zum Beispiel das Kanzlerpalais Unterm Heilig Kreuz). Mit dem Beleuchtungs-konzept sollten vor allem zwei Ziele erreicht werden: Einerseits soll die Stadt beleuchtungsmäßig auch nachts attraktiver werden, auf der anderen Seite sollten die Vorgaben, die sich aus den Voraussetzungen und Auflagen für die erste deutsche „Sternenstadt“ ergeben, konsequent eingehalten werden: Der Himmel über einer Stadt darf nicht mit Licht „verschmutzt“ werden

Im ersten Bauabschnitt des Projekts wurde nun Anfang Dezember 2020 die neue Beleuchtung in der Friedrichstraße, am Platz Unterm Heilig Kreuz und am Borgias-platz/Altes Rathaus in Betrieb genommen. Statt die Stadtpfarrkirche wie bisher mit energieintensiven großen Strahlern von wenigen Standpunkten von gegenüber aus zu beleuchten, werden das Kirchengebäude und die beiden Türme nun aus ganz verschiedenen Richtungen mit moderner LED-Gobo-Technik plastisch in Szene gesetzt.

Der Ausdruck „Gobo“ bezeichnet in der Licht- und Beleuchtungstechnik eine Maske, die vor einen Scheinwerfer oder Projektor gesetzt wird, um dem Lichtkegel eine bestimmte Form zu verleihen. Der Effekt: Nur der Bereich, der tatsächlich beleuchtet werden sollen soll, bekommt Licht, Streuverluste, die den Nachthimmel unnötig aufhellen, werden vermieden. Die Gobo-Masken können bei der Beleuchtung einer Hausfassade auch dafür sorgen, dass passgenau die Fenster ausgespart werden. Bewohner eines historischen Hauses werden so nicht ge-blendet. Zu erleben ist dies jetzt zum Beispiel am historischen „Mollenhauer-Haus“ in der Friedrichstraße.

Stadtbaurat Daniel Schreiner zeigte sich bei einem Ortstermin zur Inbetriebnahme der neuen Beleuchtung mit Projektkoordinator Christoph Schmidt und mit Vertre-tern des Planungsbüros „Licht – Raum – Stadt“ sowie der beteiligten Firmen Siteco (Traunreut) und Elektro Burkart (Künzell) begeistert von den technischen Möglich-keiten und der gelungenen Umsetzung: „Markante Punkte wie die Stadtpfarrkirche werden künftig nachts aus der Nähe wie auch aus der Ferne plastisch zu erleben sein – das ist eine ganz neue Dimension der städtischen Beleuchtung.“

Die Stadt Fulda prüft und ergänzt beziehungsweise erneuert in dieser Weise die Beleuchtung der öffentlichen Gebäude auch in einem weiteren Bauabschnitt, der derzeit geplant und im Jahr 2021 ausgeführt werden soll. Der Schwerpunkt soll dann in der Marktstraße und auf dem Buttermarkt liegen. Für die Erneuerung und Ergänzung der Beleuchtungseinrichtungen einschließlich neuer Zuleitungen hatte der Magistrat für den ersten Bauabschnitt 225.000 Euro bereitgestellt. Beide Bauabschnitte werden über das Stadtentwicklungs-Programm „Aktive Kerne“ zu zwei Dritteln durch Bund und Land gefördert.

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