Neues Gebäude im Jubiläumsjahr

Bei der Grundsteinlegung (von links): die Bauherren Udo Weber und Uta Knittel-Weber zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.
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Bei der Grundsteinlegung (von links): die Bauherren Udo Weber und Uta Knittel-Weber zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.

KNITTEL Energie wird im Jubiläumsjahr nicht nur ein neues Gebäude im Fuldaer Gewerbegebiet in der Daimler-Benz-Straße beziehen, sondern zugleich den Startschuss geben, die alternativen Kraftstoffe E-Fuels aus erneuerbaren Energien auf den Markt zu bringen. Dafür wird derzeit ein Tank-Areal gebaut mit einem Gesamt-Fassungsvermögen von einer Million Liter.

Fulda. Mit der Grundsteinlegung für den neuen Unternehmenssitz geht das Unternehmen KNITTEL Energie in seinem Jubiläumsjahr einen großen Schritt in Richtung Zukunft. Der Fuldaer Energiedienstleister wird in diesem Herbst nicht nur ein neues Gebäude im Fuldaer Gewerbegebiet in der Daimler-Benz-Straße beziehen, sondern zugleich den Startschuss geben für ein Projekt, das über die Region hinaus Beachtung finden wird: KNITTEL plant als einer der ersten deutschen Händler, die alternativen Kraftstoffe E-Fuels aus erneuerbaren Energien auf den Markt zu bringen.

„Wir feiern 2021 unser 150-jähriges Bestehen, blicken dabei natürlich gerne auf unsere spannende Unternehmensgeschichte zurück, haben aber auch die nachfolgendenden Generationen und damit das Thema Nachhaltigkeit fest im Blick“, sagt KNITTEL-Geschäftsführer Udo Weber. „Um die Energiewende voranzutreiben, braucht es im Bereich Mobilität vielerlei Ansätze. Einer davon ist die Produktion, Verteilung und Nutzung von E-Fuels.“ Hierzu hat KNITTEL mit der UNITI, Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen, dem Produzenten INERATEC und weiteren Mineralölunternehmen aus Deutschland einen Vertrag geschlossen. Im Zuge einer Pilotphase ist KNITTEL eines der ersten Unternehmen, das den aus regenerativem Strom hergestellten Flüssigkraftstoff an seinen Tankstellen in Deutschland anbieten wird. „Durch die genialen Eigenschaften des Produktes ist es möglich, dieses dem Diesel beizumischen. Mit steigender Verfügbarkeit steigt die Beimischung. Somit wird konventioneller Kraftsoff zunehmend klimaneutral. Ziel ist, dass der Autofahrer schon deutlich vor 2050 100 Prozent E-Fuels tanken kann und klimaneutral fährt“, berichtet Weber und merkt an, dass dabei bestehende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor problemlos weiter genutzt werden können. „Auch für die Schiff- sowie Luftfahrt eröffnet sich hier ein großes Potenzial, da in diesem Bereich alternative Antriebe gänzlich fehlen.“ Weiterhin seien E-Fuels auch als Brennstoffe für Ölbrennwertheizungen verwendbar. Auf dem neuen KNITTEL-Gelände, rund 18.000 Quadratmetern groß, werden insgesamt zehn Tanks in die Erde gelassen, die zusammen eine Million Liter Fassungsvermögen für verschiedene Mischungsvarianten bereithalten.

„Wir möchten weg von der Theorie und rein in die Praxis und mit diesem Pilotprojekt zeigen, dass E-Fuels absolut praxistauglich sind und als emissionsneutrale Alternative real zur Verfügung stehen“, so Weber. Der KNITTEL-Geschäftsführer, zugleich UNITI-Bundesvorsitzender und stellvertretender Vorsitzender der europaweit agierenden eFuel Alliance, spricht dabei eindringlich das Thema EU-CO 2 -Flottenziele an. Seine Forderung: „Um weitere Anreize zur Senkung klimaschädlicher Emissionen zu schaffen und damit einen starken Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten, sollte auch die E-Fuels-
Technologie bei den Flottenzielen angerechnet werden.“ Darüber hinaus setzt er sich für eine Energiesteuer ein, die nicht mengenbasiert ist, sondern sich noch konsequenter an der CO 2 Emission der gesamten Wertschöpfungskette ausrichtet.

„Somit werden Rahmenbedingen geschaffen, die private Investitionen in die Klimaneutralität fördern – ganz im Sinne der jüngsten Forderungen von Angela Merkel im Rahmen des Petersberger Klimadialogs.“ Udo Weber zog bei der Feier zur Grundsteinlegung einen einfachen Vergleich: „Keiner von uns muss seinen Kühlschrank oder Herd wegwerfen, wenn er ihn mitklimaneutralem Strom betreiben möchte. Warum soll das dann beim Auto zwingend so sein? Das Problem ist nicht der Verbrennungsmotor, sondern der Kraftstoff, der verbrannt wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir in einem zukünftigen Energiemix um die Option E-Fuels nicht herumkommen. Und wer es mit dem Umweltschutz ernst meint, darf nicht nur auf Neufahrzeuge schauen, sondern muss auch Lösungen für die Fahrzeuge im Bestand bieten. Verbrennungsmotoren, die mit CO 2 -neutralen, synthetischen Kraftstoffen angetrieben werden, sind Teil der Lösung, nicht Teil des Problems. Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden klimaneutrale Mobilität mit ihrem derzeitigen Fahrzeug. Neben dem Verbrennungsmotor werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten verschiedenste Alternativen individuelle Mobilität ermöglichen. Der Verbrennungsmotor wird jedoch auch über 2030 hinaus, Teil unseres Straßenbilds sein. Die Verkehrswende kann nur mit einem technologieoffenen Ansatz erreicht werden. Der Wettbewerb der Alternativen führt zu einer effizienten, klimaneutralen Zukunft.“

Deshalb entsteht auf dem KNITTEL-Gelände ein Tanklager, das „einerseits noch fossile Kraftstoffe umschlagen kann, aber ebenfalls schon ready für E-Fuels ist“, wie Weber sagt. Praktisch für die Zukunft: Der neue Unternehmensstandort hat die
Option für einen Gleisanschluss, der für die – problemlos zu transportierenden – E-Fuels später weitere Dienste in Sachen CO 2 -Einsparung leisten dürfte.

Bei der Grundsteinlegung würdigte Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld das Engagement des Unternehmens KNITTEL. Der Umzug der KNITTEL-Mannschaft ins neue Gebäude, von den Büroteams bis zu den Mitarbeitenden im Lager, ist für Anfang November geplant. „Rechtzeitig zu unserem Jubiläumstag im November möchten wir im neuen Haus sein“, gibt Udo
Weber einen Einblick in den Bau-Zeitplan. „Und wenn die Pandemie-Situation es dann wieder zulässt, möchten wir natürlich auch mit vielen Menschen feiern.“

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