Neues Gutachten beantragt: Fortsetzung im Strafprozess um fünf verendete Rinder vor dem Fuldaer Amtsgericht

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Der Angeklagte Hosenfelder und sein Pflichtverteidiger Horst Schäfer.

Pflichtverteidiger Schäfer zweifelt an Aussagen von Amtstierärztin Dr. Urban und anderen Zeugen der ersten Verhandlung.

Fulda - Eigentlich sollte heute schon ein Urteil im Fall der fünf verendeten Rinder auf einem Gehöft in Hosenfeld fallen. Das hatte zumindest der Vorsitzende Strafrichter Ulrich Jahn in der ersten Hauptverhandlung angekündigt. "Die Beweisaufnahme ist ja abgeschlossen", sagte Jahn zur Eröffnung des heutigen zweiten Verhandlungstages.

Doch dem war nicht so: Der Pflichtverteidiger Horst Schäfer, stellte im Namen des 23 Jahre alten Angeklagten Hosenfelders einen Antrag auf ein Sachverständigen-Gutachten und die Anhörung weiterer Zeugen. Laut Schäfer seien die Aussagen der Zeugin Amtstierärztin Dr. Carina Urban nicht stichhaltig. "Viele Dinge, wurden hier seitens der Veterinärbehörde falsch dargestellt", führte Schäfer aus. Im Besonderen meinte er den Passus, in dem die Amtstierärztin anzweifelte, dass "alle fünf Tiere binnen drei Tagen gestorben" seien. Dies sei aus der Autolyse nicht eindeutig erkennbar, so Schäfer.

Aus diesem Grund beatragte er die Einholung eines Sachverständigen-Gutachtens. Darin solle unter anderem geklärt werden, ob die Tiere durch dauerhafte Mangelernährung zu Tode gekommen seien. Zudem beantragte der Pflichtverteidiger die Anhörung weiterer Zeugen, die dem Angeklagten Futter für die Rinder verkauft haben sollen. Außerdem habe der Bauhof der Gemeinde Hosenfeld sechs Monate vor den Vorkommnissen eine Wasseruhr abgelesen und "keine Schieflage" gestellt. Aus diesem Grund beantragte Schäfer, der Bürgermeister Peter Malolepszy als Zeugen vorzuladen. Und weiter führte Schäfer aus, dass niemand in der Gemeinde die Schreie verdurstender Rinder gehört habe.

Amtsanwalt Berthold Hartung nahm keine Stellung. Mit dem Hinweis, sich erst einmal durch den von Schäfer schriftlich formulierten Antrag und zudem dem Gericht überreichte "Fachaufsätze" durcharbeiten zu müssen, unterbrach Richter Jahn die Sitzung. Nach Auswertung des Antrages  verkündete er, die Verhandlung am kommenden Dienstag um 15 Uhr fortsetzen zu wollen, unter anderem mit der Anhörung weiterer Zeugen.

Zum Artikel über die erste Gerichtsverhandlung des Falles geht es hier.

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