Neues Leitbild und Zukunftskonzept für Biosphärenreservat Rhön

Feierliche Übergabe am Mittwochabend in Gersfeld im Beisein von Ministern aus Hessen, Thüringen und Bayern  

Gersfeld - „Ein Mammutprojekt ist geschafft: Mit vereinten Kräften aus Hessen, Bayern und Thüringen ist in den vergangenen vier Jahren das neue Rahmenkonzept für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön erarbeitet worden. Das neue Leitbild und Zukunftskonzept für die besondere Kulturlandschaft der Rhön mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten enthält 66 konkrete Projektideen und Konzepte, mit denen das Biosphärenreservat fit gemacht werden soll für aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, demographischer Wandel oder erneuerbare Energien“.

Dies sagte die Hessische Umweltministerin Priska Hinz am Mittwochabend bei der Vorstellung des neuen Rahmenkonzeptes in Gersfeld, das an sie sowie an die Thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund und den Bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber überreicht wurde. Als derzeit federführendes Land der drei Bundesländer hatte Hessen zur feierlichen Übergabe des Rahmenkonzepts in die Rhön eingeladen.

Elf Arbeitsgruppen hatten sich länderübergreifend der Entwicklung des Biosphärenreservates zu verschiedenen Themenbereichen von Landwirtschaft und Tourismus über Bildung und Wirtschaft bis zur Forschung gewidmet, um Leitbilder, konkrete Maßnahmen und Projekte zu erarbeiten. Über 300 Fachleute und engagierte Bürger aus der Rhön wirkten mit ihren Vorschlägen daran mit, die Ziele des ersten Rahmenkonzeptes aus dem Jahr 1994 nachhaltig weiterzuentwickeln.

„Das neue Rahmenkonzept ist ein entscheidender Baustein zur Bewältigung der aktuellen lokalen und globalen Herausforderungen. Die auch für Hessen wichtigen Themen biologische Vielfalt, Klimaschutz, demografischer Wandel und nachhaltige Landwirtschaft werden aufgegriffen und mit regionalen Lösungen verknüpft. Ich wünsche allen Bürgern der Rhön viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Ideen“, sagte Ministerin Hinz. Mit zusätzlichen Fördermitteln in Höhe von je 150.000 Euro für 2018 und 2019 will Hessen dem Rückgang der biologischen Vielfalt auch in den landwirtschaftlich geprägten Gebieten der Rhön begegnen.

In den über 3.000 Quellen in der Rhön wurden mehr als 2.000 verschiedene Tierarten nachgewiesen. Im Rahmen der Naturschutzkampagne Hessen werden Quellen renaturiert, um mehr Lebensraum für Rhönquellschnecke, Feuersalamander und Alpenstrudelwurm zu bieten. Eine Aufklärungskampagne soll Bürger über die nachhaltige Lichtnutzung und den Schutz der Nacht informieren – überlebenswichtig für nachtaktive Tiere. Und auch die Rhönschafhaltung und -beweidung wird durch zusätzliche Mittel gestärkt.

Ministerin Anja Siegesmund aus Thüringen erklärte: „Die Entwicklung des Dreiländer-Biosphärenreservats ist beispielhaft. Das wollen wir mit dem neuen Rahmenkonzept für die Rhön fortsetzen, erfolgreiches Wirtschaften im Einklang mit der Natur. So könnte ich mir auch die Entwicklung in Südharz und Kyffhäuser vorstellen.“

Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte: „Mit dem neuen Rahmenkonzept wird der Modellcharakter der Rhön weiter gestärkt. Die Verknüpfung von Natur- und Umweltschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung in der Region bietet eine großartige Zukunftsperspektive für die Menschen in der Rhön. Ich danke der Region für den umfangreichen und vorbildlich durchgeführten Beteiligungsprozess und insbesondere für das Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen und amtlichen Akteure.“

Hessen, Bayern und Thüringen haben sich gemeinsam verpflichtet, das Biosphärenreservat Rhön mit seiner Kulturlandschaft zu erhalten, fortzuentwickeln und es als Modell für die nachhaltige, umweltgerechte Entwicklung des ländlich geprägten Raumes zu fördern.

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