Dank an scheidenden Generalvikar: "Das Bistum Fulda nachhaltig geprägt"

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Der frühere Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke

Traditioneller Neujahrsempfang des Bistums Fulda: Professor Stanke versabschiedet,  Prälat Christof Steinert willkommen geheißen

Fulda - Mit einer herzlichen Danksagung an die Menschen, die in Beruf oder Ehrenamt das Leben der Kirche im Bistum Fulda mitgestalten, würdigte der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber  das Engagement der Menschen, denen er in den ersten neun Monaten seiner Amtszeit begegnet ist. „Sie geben der Kirche und vor allem der Botschaft des Evangeliums Ihr Gesicht!“, betonte Gerber vor über 130 Gästen aus Kirche und Gesellschaft beim traditionellen Neujahrsempfang der Diözese im Fuldaer Priesterseminar.

Auf seinem ersten Empfang dieser Art stellte der Bischof auch heraus, dass es in der Region Fulda eine Kultur der Zusammenarbeit der unterschiedlichen gesellschaftlichen Kräfte gebe, die von wechselseitiger Wertschätzung geprägt sei. „Unsere Gesellschaft lebt von Institutionen, von Tendenzgrößen, von Parteien, von Initiativen und nicht zuletzt von Einzelpersönlichkeiten, die sich aus unterschiedlicher Perspektive für das Gemeinwohl engagieren.“ Als Beispiel nannte er die 72-Stunden-Aktion der katholischen Jugend im vergangenen Jahr, bei der junge Menschen Schlüsselerfahrungen gemacht hätten, die ihre persönliche Entwicklung förderten. Gerber erinnerte auch an den ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke und warnte vor der Gefahr, dass engagierte Menschen Opfer nicht nur von Worten, sondern auch von Taten würden.

Gerber würdigte sodann den scheidenden Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, der dieses Amt seit Oktober 2008 bekleidet hatte. „Es gibt wenige lebende Priestergestalten, die das Bistum und im Bistum vor allem die Priester und viele andere Haupt- und Ehrenamtliche so geprägt haben“, unterstrich der Bischof. Stanke zeichneten viele Charaktereigenschaften aus: ein waches, differenziertes und zu gleich klares Urteil, die Fähigkeit, sich in komplexe Sachverhalte einzuarbeiten, nicht zuletzt auch in administrativen Bereichen. Zugleich sei er ganz Seelsorger geblieben, im stillen unaufgeregten Dienst am Nächsten, ob bei der Feier am Heiligabend in der Justizvollzugsanstalt oder so manchem Besuch in Seniorenheim und Krankenhaus.

 Gerber bezeichnete Stanke als ein echtes Vorbild für sich selbst als Bischof, indem er auch in übergeordneter Verantwortung berührbar blieb vom konkreten Weg einzelner Menschen. Stanke, der selbst aus seiner Heimat vertrieben wurde, habe kein enges Weltverständnis, sondern sei als Mensch von einer großen Weite bekannt. „Sie haben ein Herz gerade für diejenigen, die am Rande stehen, haben gesellschaftliche Fragen im Blick und sorgen sich um Menschen in der weltweiten Kirche.“

Schließlich brachte der Bischof auch seine Wertschätzung für den neuen Generalvikar Christof Steinert zum Ausdruck. Ihm sei es wichtig gewesen, jemanden als Nachfolger von Stanke zu gewinnen, der über eine angemessene pastorale Erfahrung als Kaplan, Pfarrer, Dechant und geistlicher Leiter verfüge und der für den Bistumsprozess 2030 einstehe. Auch habe sich Steinert als jemand erwiesen, der viel von Verwaltung vestehe und komplexe Prozesse sowie Konflikte bewältigen könne. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen“, betonte Gerber. Explizit würdigte der Bischof auch den neuen, aus externen Personen bestehenden Diözesanvermögensverwaltungsrat, sowie den Diözesanökonomen und Finanzdirektor.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld  sprach für Stadt und Landkreis auch im Namen von Landrat Bernd Woide Neujahrswünsche aus und hob in seiner Ansprache hervor, dass es gelte, die Herausforderungen unserer Zeit anzunehmen, gemäß der vielfachen Aufforderung in der Bibel „Fürchtet Euch nicht“. „Wir als Christen sind dazu aufgerufen und verpflichtet, Herausforderungen mit Zuversicht anzugehen.“ Die enge Zusammenarbeit des Bistums mit der Stadt im vergangen Jubiläumsjahr „1275 Jahre Fulda“ war Anlass für den besonderen Dank des Oberbürgermeisters.

Der Vorsitzende des Katholikenrats, Steffen Flicker, blickte mit Optimismus und Zuversicht in das neue Jahrzehnt, wobei er besonders den nun eingeschlagenen „Synodalen Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland würdigte. „Wir müssen uns für die Menschen interessieren, die sich von der Kirche abwenden, und etwas gegen den Vertrauensverlust unternehmen“, zeigte er sich überzeugt. Nur dann halte er es für möglich, das Evangelium Jesu Christi glaubhaft in der Welt von heute zu verkündigen.

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