Neun Monate später

Nachspiel: Sorgt die Fuball-WM fr einen Baby-Boom ? Von NORMAN KRTGE Fulda/Hnfeld/Kassel. Wird der allgegenwrtige Torju

Nachspiel: Sorgt die Fuball-WM fr einen Baby-Boom ?

Von NORMAN KRTGE

Fulda/Hnfeld/Kassel. Wird der allgegenwrtige Torjubel whrend der Fuball-Weltmeisterschaft rund neun Monate spter durch Babygeschrei abgelst? Sorgt das Sommermrchen des vergangenen Jahres also fr einen Baby-Boom?

Fest davon berzeugt zu sein scheint jedenfalls Rolf Kliche, der in Kassel-Bettenhausen mit der Dr.-Koch-Klinik eine der grten Entbindungskliniken in Nordhessen leitet. Dem Jubel um den runden Ball folgen jetzt die runden Buche, sagt der Manager und prsentierte unlngst medienwirksam das erste WM-Baby es kam fnf Wochen vor dem errechneten Termin in Kassel auf die Welt. Da die Geburtsvorbereitungskurse so voll wie nie zuvor seinen, spreche alles fr viele WM-Kinder in den nchsten Wochen.

Skepsis in Osthessen

In Osthessen sehen die Mediziner diesen Baby-Boom allerdings noch nicht. Ich wrde mich zwar freuen, wenn es zu einem Anstieg der Geburten kommt, doch es ist noch viel zu frh, um dies zu bewerten, sagt Professor Dr. Ludwig Sptling, Direktor der Frauenklinik des Klinikum Fulda. Bei einer Zeugung ungefhr in der Mitte der Fuball-Weltmeisterschaft zum Beispiel der 24. Juni 2006 wre der errechnete Geburtstermin der 17. Mrz. Doch bisher deute nichts auf eine Hufung zu diesem Termin hin, so Sptling.

hnliches berichtet auch Dr. Bertram Stitz, Chefarzt der Abteilung Gynkologie und Geburtshilfe an der Helios St. Elisabeth Klinik in Hnfeld. Zwar verzeichnet das Krankenhaus momentan schon etwa 20 Geburten mehr als im vergleichbaren Zeitrahmen des Vorjahres, doch dies ist sicher noch keine Auswirkung der WM, so Stitz, sondern zum Teil vielleicht auch auf die Einfhrung des Elterngeldes ab 1.1.2007 zurckzufhren. Auch anhand der Kurse der Helios-Elternschule sei noch kein Trend zum Baby-Boom zu erkennen. Auch Dr. Dietrich Mosch, Chefarzt des Herz-Jesu-Krankenhauses in Fulda vermeldet zwar ansteigende Entbindungszahlen, aber von einem Baby-Boom kann noch keine Rede sein.

Warum ausgerechnet die Fuball-Weltmeisterschaft einen Baby-Boom ausgelst haben soll, erklren Psychologen mit der Euphorie-Welle, die eben auch durch die Schlafzimmer geschwappt ist. So seien durch den Fuball Sorgen, ngste und Alltagsprobleme in den Hintergrund gerckt. Die Leuten sind glcklicher gewesen, was sich auf die Empfngnis- und Zeugungsfhigkeit ausgewirkt hat.

Kein Baby-Boom nach WM-Sieg 1990

brigens: Als Deutschland 1990 Weltmeister wurde, fhrte dies laut FAZ spter zu keinem Baby-Boom. Allerdings gab es damals auch kein Public-Viewing und Fanmeilen. Auerdem begeisterten sich 1990 auch nicht so viele Frauen fr das Turnier.

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