„Nicht ohne Hoffnung“: Fuldaer Einzelhändler zum Corona-Lockdown

Fuldaer Ladeninhaber gehen unterschiedlich mit dem zweiten Lockdown um. Das „Citymarketing Fulda“ hat Stimmen aus der Barockstadt eingeholt.
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Fuldaer Ladeninhaber gehen unterschiedlich mit dem zweiten Lockdown um. Das „Citymarketing Fulda“ hat Stimmen aus der Barockstadt eingeholt.

So sehen Fuldaer Ladeninhaber die derzeitige Lage in der Corona-Pandemie

Fulda. „Wie geht es den Fuldaer Ladeninhabern?“, fragte das „Citymarketing Fulda“ seine Mitglieder. FULDA AKTUELL hat einige der Aussagen gesammelt.

„Wir versuchen uns natürlich wieder im Überleben. Ich habe meine Buchhandlung jeden Werktag von 10 bis 14Uhr zum Abholen geöffnet“, sagt Barbara Fritz, Inhaberin der „Rathaus-Buchhandlung“. Dort kann über www.rathaus-buchhandlung.de versandkostenfrei bestellt werden. „Nach Absprache bringen wir Ihnen die Bücher im Umkreis auch nach Hause“, so Fritz.

„Mir geht es gut, mein Gemütszustand ist von Außenfaktoren recht unabhängig. Das Familienleben füllt einen größeren Raum als sonst“, sagt Christian Adolph , Inhaber von „Juwelier Bott“. „Ansonsten haben wir einen guten Zusammenhalt in der Firma, der uns auch widrige Situationen überstehen lässt. Natürlich ist es schade, dass wir uns so selten sehen. Alle freuen sich auf eine Ende des Lockdown. „Wir sind auch im zweiten Lockdown für unsere Kunden da. Wir nehmen Reparaturen an – auch das Abholen von bestellten Schmuckstücken und Uhren ist möglich. Ein besonderes Highlight des Tages sind für uns immer die Trauringberatungen mit Video-Chat und dem Online-Konfiguration, da wir hier persönlich und mit ausreichend Zeit beraten und zeigen können. Musterringe können zugesendet werden, das funktioniert viel besser als wir uns das vor Monaten vorstellen konnten“, so Adolph.

„Im ,Curious‘-Shop bleibt die Zeit nicht stehen. Wir nutzen den Lockdown und sind voller Tatendrang. Das lokale Geschäft wird grundlegend renoviert und unser Onlineshop stetig weiter entwickelt. Wir sind weiterhin für unsere Kunden da. Die online bestellte Ware wird geliefert oder kann auch mit ,Click Collect‘ bei uns zum vereinbarten Termin abgeholt werden. Auch für eine persönliche Beratung stehen wir gerne zur Verfügung“, sagt Inhaber Jürgen Krieg.

Udo Gutberlet, Inhaber des „Derpart-Reisebüros“, sagt: „Wir befinden uns eigentlich schon seit März 2020 im Lock down. Wir haben wegen der Reisewarnungen, der Reiseverbote und der Reiseabsagen durch die Veranstalter bis in den September fast nur mit Rückabwicklungen für unsere Kunden zu tun gehabt, waren in dieser Zeit aber immer für unsere Kunden erreichbar. Leider sind die Kunden verständlicher Art und Weise total verunsichert, wenn es um das Reisen geht. Durch ständig sich verändernde Reisewarnungen in den Zielgebieten gibt es leider für uns und auch für die Kunden keinerlei Planungssicherheit.“

„Die Zeiten sind ernst, aber nicht ohne Hoffnung. Wenn nur die Politik mal ein klares Wort dazu spricht und nicht ständig von einem Bein auf das andere hüpfen würden. Es ist dringlich, dass der Einzelhandel ab 1 März öffnen darf, auch mit reduzierter Verkaufsfläche und begrenzter Kundenzahl“, sagen Franz und Irmgard Köhler vom gleichnamigen Fuldaer Bettenhaus.

„Wir freuen uns natürlich, dass wir ,normal, öffnen dürfen“, sagt Simone Döring, Inhaberin von „Loft 5“. „Allerdings ist das Tagesgeschäft sehr ausgebremst, es fehlen Bummler durch die Stadt, Touristen und die Laufkundschaft. Wir handeln mit verderblicher Ware und wir wollen natürlich immer frische Blumen vorhalten. Warenkalkulation ist sehr schwierig.“ Man kooperiere mit anderen kleinen Unternehmen, das sei aber noch im Werden.

„Der zweite Lockdown verlangt uns noch mehr ab als der erste, einfach alleine weil wir viele Maßnahmen aus dem ersten Lockdown nicht noch einmal ergreifen können“, so Artur Jahn, Inhaber von „Ellason“. „Viele Menschen denken, dass es für uns Händlern doch alles gar nicht so schlimm ist. Viel Freizeit und Milliarden-Hilfen vom Staat. Wir unternehmen alles, um zu überleben und können uns gar nicht leisten, zu chillen. Online-Umsätze sind sehr aufwendig und ,ClickCollect‘ beinhaltet auch das man im Laden sein muss“, so Jahn. Die Unterstützung des Staates wie die Überbrückungshilfen und Kurzarbeiter-Geld sei für große Konzerne konzipiert. „Kleine Stores wie wir, fallen einfach durch das staatliche Raster. Ohne die Unterstützung unserer Stammkunden, die uns als Anlaufstelle nicht verlieren möchten, und den Onlineshop-Umsätzen wären wir längst weg“, sagt Jahn. „Mit dem Frühjahr kommt das schöne Wetter – die beste Zeit für neue Energie und Aktivität in der City! Darauf freuen wir uns.“

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