An einem Strang ziehen

Oberbürgermeister und Stadtbaurat im Gespräch mit BI „Lebenswertes Bronnzell“

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Bei der Übergabe der Unterschriftenliste (von links): Stadtbaurat Daniel Schreiner, Paul Schneider (BI Bronnzell), Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Christian Heil (BI Bronnzell), Helmut Heumüller (BI Bronnzell), Andreas Becker (Leiter Stadtplanungsamt) und Peter Hügel (Leiter Amt für Stadtmarketing). 

Stadt und Bürgerinitiative ziehen beim Thema Schallschutz an einem Strang.

Fulda. Bei einem Treffen im Stadtschloss haben Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Stadtbaurat Daniel Schreiner gemeinsam mit Vertretern der Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Bronnzell“ ihre Vorgehensweise beim Thema Bahnausbau abgestimmt und Gemeinsamkeiten betont. So sei man sich in der Zielsetzung völlig einig, dass Bronnzell neben anderen Stadtteilen Schallschutzmaßnahmen nach neuestem Standard brauche, betonte OB Wingenfeld. „Dies gilt schon im heutigen Zustand, und noch viel mehr bei einem Aus- beziehungsweise Neubau der Strecke Hanau-Würzburg/Fulda“, so der Oberbürgermeister.

OB und Stadtbaurat lobten das Engagement der Bürgerinitiative, deren Vertreter bei dem Treffen eine Liste von insgesamt 587 Unterschriften überreichten. Paul Schneider, der Sprecher der BI, führte aus, dass die Einwohner Bronnzells schon heute übermäßig mit Bahnlärm belastet seien. Alle Wohnhäuser würden mit mindestens 60 dB, der absolut größte Teil der Wohnhäuser werde mit 65 dB bis über 75 dB beschallt. Die Belastungen aus dem Straßenlärm der B27 und der Ortsdurchfahrt seien hierbei noch nicht berücksichtigt. Der Ausbau des Bronnzeller Kreisels am Knoten B254/B27 werde zusätzlichen Straßenlärm bringen. „Die Ortsdurchfahrt wird von den Autofahrern der südlich liegenden Ortschaften als Abkürzung genutzt“. führte der BI-Sprecher aus. Entlang der vorhandenen Bahnstrecke werde zudem eine oberirdische 110kV-Hochspannungsleitung geführt, fügte Schneider als weitere Belastung der Anwohner an.

OB Wingenfeld und Stadtbaurat Schreiner zeigten Verständnis für die Sorgen der Bronnzeller Bürger, wiesen aber gleichzeitig darauf hin, dass die gesamte Stadt und die Region von der guten Bahnanbindung Fuldas profitierten. Auch sei der Ausbau beziehungsweise Neubau von Gleisen zwischen Fulda und Frankfurt dringend notwendig. Der Schallschutz müsse dabei jedoch höchste Priorität genießen. Die Stadt und die BI vereinbaren bei ihrem Treffen folgende abgestimmte Vorgehensweise: Die Stadt wird an die Deutsche Bahn herantreten und die Bedeutung des Lärmschutzes für die betroffenen Stadtteile (insbesondere Bronnzell und Niesig/Lehnerz) bei der Planung der Neubaustrecke Hanau-Würzburg Fulda hervorheben. Da für Bronnzell in allen Trassenvarianten verkehrliche Auswirkungen zu erwarten sind, unterstützt die Stadt das Anliegen der BI, den Schallschutz im gesamten Stadtteil in den Blick zu nehmen. Ebenso werde man die Projektleitung für das Neubauprojekt der Deutschen Bahn in Kürze nach Fulda einladen, um diese Thematik zu erörtern.

Nach Auffassung der BI soll im laufenden DB-Dialogverfahren und dem anschließenden Raumordnungsverfahren BI eine optimale Linienführung gefunden werden. „Doch egal, welche Trassenführung es am Ende sein wird, alle Züge werden durch Bronnzell fahren“, gibt BI-Sprecher Schneider zu Bedenken und fordert: „Solange der Lärmschutz für Bronnzell mit Ziegel nicht geklärt wurde, kann auch keine Zustimmung für irgendeine Trassenvariante gegeben werden.“ Geleichzeitig betonte er: „Die BI Lebenswertes Bronnzell arbeitet weder gegen die Deutsche Bahn noch gegen die Interessen der Stadt Fulda. Wir fordern nur zum Schutze und Wohle der Bronnzeller und Ziegeler Bürger unser Recht ein. Und dieses würden wir gerne gemeinsam mit der Stadt Fulda tun.“

Neben der sogenannten Lärmvorsorge für den zukünftigen Streckenausbau, spielte auch die Lärmsanierung im Gespräch mit der BI eine Rolle. Für Lärmsanierungsprojekte sind im Bundeshaushalt jährlich 150 Millionen Euro vorgesehen. Grundsätzlich werden OB und Stadtbaurat sich gemeinsam mit den osthessischen Bundestagsabgeordneten dafür einsetzen, dass Fulda als Modellregion für die Erweiterung des Schallschutzes ausgewählt wird und zusätzliche Bundesmittel aus der Lärmsanierung bereitgestellt werden.

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