Obermeister Jürgen Bug spricht über den Beruf des Dachdeckers

Der Obermeister der „Dachdecker-Innung“ und Geschäftsführer von „Bug + Müller“, Jürgen Bug, mit seiner Tochter Rebecca Brandenstein, einer gelernten Dachdeckerin.
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Der Obermeister der „Dachdecker-Innung“ und Geschäftsführer von „Bug + Müller“, Jürgen Bug, mit seiner Tochter Rebecca Brandenstein, einer gelernten Dachdeckerin.

Der Beruf des Dachdeckers verbindet Tradition und Zukunft: Im Landkreis Fulda sind gegenwärtig 36 Betriebe Mitglied der „Dachdecker-Innung“, die gemeinsam mit 16 weiteren Innungen der „Kreishandwerkerschaft Fulda“ angehört.

Künzell. Der 52-jährige Jürgen Bug ist nicht nur seit 1997 Geschäftsleiter in der vierten Generation von „Bug+Müller“, sondern auch seit 2008 Obermeister der „Dachdecker-Innung“.

„Man wird da so hinein geboren“, erzählt Bug im Gespräch mit „Fulda aktuell“: „Ich hatte als Kind schon die Nähe zu dem Beruf des Dachdeckers. Außerdem war ich der einzige Sohn und damit der Stammhalter“. 1994 legte Bug seine Meisterprüfung ab und wurde im Anschluss der Nachfolger seines Vaters Erich Bug. „Ich wurde schon früh zu Innungsversammlungen mitgenommen und langsam herangeführt. Dann habe ich hin und wieder im Prüfungsausschuss mitgearbeitet und war anschließend Stellvertreter. Irgendwann hatte ich dann das Amt des Obermeisters inne. Dazu gehört allerdings auch viel Herzblut und Leidenschaft für den Beruf“, so Bug.

Die Firma „Müller+Bug“ beschäftigt 25 Mitarbeiter und befindet sich seit der Übernahme von Jürgen Bug im ständigen Wachstum. Im Jahr 2016 vergrößerte sich das Unternehmen und zog vom „Sportplatz Künzell“ in die neue Immobilie in der Philipp-Reis-Straße in Künzell.

„Müller+Bug“ erledigt alle Arbeiten rund ums Dach: Zimmererarbeiten, Dachstuhlbau, Klempnerarbeiten, Außerwandverkleidungen, Dachentwässerung, Überdachungen, Begrünung, Dachfenster, Wärmedämmungen, Abdichtungen, Dach-Ausbau, -Sanierung und Neueindeckung, Reperaturen und Wartungen.

„Betriebe aus einer Region müssen zusammenhalten und das Handwerk stärken“, so Bug zu seinen Zielen als Obermeister der „Dachdecker-Innung“: Unsere Arbeit beinhaltet, dass wir uns um die Nachwuchssicherung und um die Berufsausbildungen kümmern. Außerdem ist der Austausch mit den Betrieben sehr wichtig“.

Auch die Tochter von Jürgen Bug, Rebecca Brandenstein, ist bereits ein Teil des Familienunternehmens. Die 26-jährige gelernte Dachdeckerin ist derzeit in der Personalabteilung und im Rechnungswesen von „Müller+Bug“ tätig. „Im September beginne ich die Meisterschule und strebe an, die nächste Geschäftsführerin zu werden. Man sieht es vielleicht nicht so häufig, dass eine Frau diesen Beruf ausübt, aber ich habe schon als Kind davon geträumt, ein Teil dieser Firma zu sein. Außerdem ist es ein toller Job. Du kreierst etwas mit deinen eigenen Händen und am Ende des Tages sieht du, was du geleistet hast. Es ist ein Beruf mit Zukunft, denn jeder braucht doch ein Dach über dem Kopf“, lacht Brandenstein: „Außerdem kannst du dir dann auch gleich das Fitnessstudio sparen“.

„Die Nachwuchssicherung ist gerade wirklich ein Problem. Dabei hat unser Beruf so viele Fassetten. Man kümmert sich beispielsweise um die Sicherheit und die Belichtung – wirklich jeden Tag gibt es was anderes zu tun. Es ist eben kein stupider Job an der Maschine. Und gerade in der heutigen Zeit, in der es auch viel um Klimaschutz geht, müsste doch klar sein, das Gründächer die Zukunft sind – sprich, uns geht die Arbeit nicht aus“, so Bug.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.dachdecker-mueller-bug.de und auf Instagram unter dem Namen „muellerundbug“.

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