„Of Blood and Poison“, Fantasy-Roman, der während der Abiturphase entstand

Luna Helmer hat ihren ersten Roman herausgebracht.
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Luna Helmer hat ihren ersten Roman herausgebracht.

„Of Blood and Poison“ ist das Erstlingswerk von Luna Helmer, einer 19 Jahre alten Fuldaerin, die ihr Hobby zum Beruf machen möchte

Fuld. Luna Helmer ist (noch) 19 Jahre alt und kommt aus Fulda. Sie hat im Selbstverlag kürzlich ihren ersten Fantasy-Roman mit dem Titel „Of Blood an Poison“ (Von Blut und Gift) herausgebracht. Wie sie zum Schreiben kam und woher sie ihre Ideen findet, hat FULDA AKTUELL mit der jungen Fuldaerin erörtert.

„Ich arbeite sehr nach dem Motto ,Passt schon‘, was für mich heißt, dass dieses Buch so entstanden ist und ich keine unrealistischen Ansprüche hatte“, sagt Helmer. Sie sei ein ruhiger Mensch, „weshalb es auch nicht schlimm war, während des Unterrichts zu schreiben – zumindest, wenn man mich und nicht meine Lehrer fragt“, sagt sie schmunzelnd. „Ich könnte dafür stundenlang über meine Interessen reden – zum Leidwesen mancher Freunde... Ansonsten liebe ich Fantasy und besitze fast ausschließlich Fantasy- und Science-Fiction-Bücher.“

„Of Blood and Poison“ ist ihr Herzensprojekt und ein langer Wunsch, der nun endlich in Erfüllung gegangen ist. „Außerdem ist es der erste Schritt zu meinem Traum, auf den ich stolz bin“, sagt die Autorin. Ihre erste Lesung hat sie am kommenden Freitag im „RegioPoint“ – einen Tag vor ihrem 20. Geburtstag.

FULDA AKTUELL: Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Fantasy-Roman zu schreiben?

LUNA HELMER: Naja, ich habe schon immer gerne und viel gelesen und mich auch gerne in solche Geschichten reingedacht. Dadurch habe ich angefangen, mir eigene Welten und Geschichten auszudenken, und diese im Kopf (oder früher auf meinem Trampolin) nachzuspielen. Doch ernst wurde die Sache erst etwa in der neunten Klasse. Da habe ich angefangen, meine Ideen aufzuschreiben und das ein oder andere Projekt zu planen und anzufangen zu schreiben. Doch den Wunsch, Bücher zu schreiben, habe ich schon sehr lange. Meine allererste Idee hatte ich in der dritten Klasse. Den Entschluss habe ich irgendwann während der neunten Klasse gefasst.

FA: Woher nimmst du die Ideen?

HELMER: Das ist unterschiedlich. Inspirierend sind immer andere Bücher oder auch Filme, da kommt es nicht selten vor, dass man eigene Ideen bekommt. Oder einfach Musik hören oder auf „Instagram“ oder besonders „Pinterest“ stöbern. Außerdem bin ich eine Tagträumerin, wodurch mir viel zu viele Ideen kommen. „Of Blood and Poison“ beispielsweise hatte seine Anfänge durch drei Bilder auf „Pinterest“. Auf jedem war eine Person gemalt und diese wurden zu Iska, Derryk und Skee, meinen drei Protagonisten. Ihre Geschichte ist mir fast sofort eingefallen, als ich die Bilder gefunden hatte. Das hatte ich mir in meine Notizen auf mein Handy geschrieben und die Welt drumherum später gesponnen, als ich mir das Projekt vorgenommen hatte. Und wenn ich mal eine Schreibblockade habe oder demotiviert bin, gehe ich eine Runde laufen und schreibe sozusagen währenddessen oder ich lese etwas. Das motiviert immer.

FA: Wie hast du die Zeit gefunden, den ersten Roman zu schreiben?

HELMER: Hehe. Nunja… Ich habe das Buch während der zwölften und dreizehnten Klasse geschrieben, sprich während meines Abiturs. Also eigentlich hätte ich die Zeit nicht wirklich gehabt. Aber ich habe tatsächlich sehr viel in der Schule während des Unterrichts geschrieben. In so ziemlich allen Fächern außer meinen Leistungskursen (eine Entschuldigung an meine Lehrer?). Und zum Leidwesen meiner Freunde, die mich insofern decken mussten und mich immer wieder auf den neuesten Stand bringen mussten, was wir gerade machten. Ich habe sogar einmal während einer Deutschklausur angefangen, ein Kapitel weiterzuschreiben, nachdem ich mit den Aufgaben fertig war. Ansonsten habe ich viel während Zugfahrten (ich bin jeden Tag mit dem Zug oder Bus in die Schule gefahren) geschrieben und im Sommer draußen. Da habe ich mich oft ins Feld gesetzt. Oder nachts, in den Ferien und am Wochenende.

FA: Wie lange hat es von der ersten Idee bis zum „Book on Demand“ gedauert?

HELMER: Die reine Idee, sprich die „Pinterest“-Bilder, waren tatsächlich meine dritte oder vierte Buchidee. Das ist jetzt etwa fünf bis sechs Jahre her. Jedoch habe ich erst vor etwa zwei bis zweieinhalb Jahren angefangen, diese Idee nachzuverfolgen und zu planen. Vorher habe ich eher Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben. Ich hatte mich noch nicht bereit gefühlt, diese Idee zu verwirklichen. Der reine Schreibprozess vom Manuskript hat etwa zehn Monate gebraucht.

FA: Wie machst du deinen Roman bekannt?

HELMER: Einerseits mit „Books on Demand“, einer Internetplattform für Selfpublisher. Sie bieten Unterstützung bei Buchprojekten, auch bei der Vermarktung. Beispielsweise mit Internetwerbung oder Printwerbung in Buchmagazinen und so. Da habe ich mir Services dazugebucht. Mein Buch liegt außerdem bei „Thalia“ in Fulda und der „Rathausbuchhandlung“ aus, da ich Kontakte dorthin habe. Da hoffe ich, dass es der ein oder andere sieht. Dann versuche ich natürlich, selbst Werbung in den Sozialen Medien, vor allem auf „Instagram“ zu machen. Dort bin ich unter dem Namen @lunah.autorin zu finden und versuche, auf das Buch aufmerksam zu machen und mich auf „Bookstagram“ einzufinden. Außerdem habe ich bereits zwei Lesungen in Fulda: am 29. April um 18.20 Uhr im „RegioPoint“ und am 30. Juni während des Stadtfestes in der „Heimat“.

FA: Hattest du Unterstützung und falls ja, von wem und auf welche Weise?

HELMER: Ja, das auf jeden Fall. Einerseits von meiner Familie und vor allem von meinem Vater. Durch die Kontakte, die er in der Stadt hat, habe ich Kontakt zu dem ein oder anderem Laden bekommen, wodurch ich Lesezeichen von meinem Buch auslegen durfte. Dadurch ist auch die Lesung im „RegioPoint“ zustande gekommen. Außerdem hat er mir viele Tipps zur Vermarktung gegeben und mich gewissermaßen auch gezwungen, Kontakt zu den Läden zu suchen, was ich mich sonst wahrscheinlich nicht getraut hätte. Ein lustiger Zufall war auch, dass meine Chefin die Filialleitung von „Thalia“ in Fulda kennt und ich dadurch die Möglichkeit bekommen habe, mein Buch dort auszulegen.

Inmitten ihrer Romane: Luna Helmer aus Fulda mit „Of Blood and Poison“, ihrem ersten Roman, den sie vor kurzem veröffentlicht hat.

FA: Du planst eine Trilogie – wie weit ist der zweite Teil bisher? Wann soll er erscheinen?

HELMER: Ja, genau. Der zweite Teil ist in Arbeit und befindet sich derzeit im Schreibprozess. Wann genau er erscheinen wird oder soll, kann ich jedoch noch nicht sagen. Das kommt darauf an, wie schnell ich es schaffe, ihn zu beenden und wie mein Vorgehen bei der Veröffentlichung sein wird.

FA: Möchtest du Schriftstellerei als Beruf ausüben oder eher als Hobby?

HELMER: Auf jeden Fall als Beruf. Ich liebe das Schreiben und möchte es am liebsten in Vollzeit ausüben. Doch ich kann natürlich nicht selbst bestimmen, ob das klappen wird. Ich hoffe es sehr. Ich werde es auf jeden Fall versuchen und dranbleiben – an Ideen mangelt es mir schließlich nicht. Und bis es mal soweit ist, bleibt es ein Hobby.

FA: Was sind deine sonstigen Interessen und Hobbys?

HELMER: Im Moment mache ich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), genauer ein „antonius-Jahr“ in der Cafeteria der Freiherr-vom-Stein Schule. Ab dem 1. Juli beginnt meine Ausbildung zur Buchhändlerin in der „Rathausbuchhandlung“ in Fulda. Neben Geschichten und Gedichte schreiben natürlich auch lesen – Manga und Bücher. Außerdem Sammeln und Pflegen meiner Büchersammlung beziehungsweise meines Bücherregals. Ich spiele viel online, unter anderem „Overwatch“, „Valorant“ oder „Genshin Impact“. Außerdem schaue ich Anime und versuche mich im Cosplay, auch wenn ich da noch Anfängerin und etwas planlos bin. Ansonsten würde ich „Fantasy“ generell als Interesse benennen. Und Kampfsport, den ich lange betrieben habe und gern wieder anfangen würde.

FA: Möchtest du unseren Leserinnen und Lesern noch etwas mitteilen?

HELMER: Hm, ich fühle mich etwas blöd, jetzt nein zu sagen. Also: Falls Sie gerne Fantasy lesen oder jemanden kennen, der dieses Genre mag (besonders High-Fantasy und Dark-Fantasy) würde es mich riesig freuen, wenn Sie sich „Of Blood and Poison“ mal anschauen oder jemandem vorschlagen. Es steckt viel Herzblut in diesem Projekt (und vielleicht die ein oder andere bessere Note – ups). Die Geschichte hat drei Protagonisten, eine Halbteufelin, eine Dämonin und einen Ritterrekruten und ist mit einer ordentlichen Prise Magie, Dämonen, Geheimnissen und dem ein oder anderen Blutstropfen ausgestattet.

Schaut euch gerne das Buch oder mein Instagram an, wenn Sie mehr darüber erfahren wollen. Oder kommen Sie zu meiner Lesung im „RegioPoint“ nächste Woche. Es würde mich sehr freuen! Ansonsten vielen Dank fürs Lesen :-).

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