Onkologisches Zentrum am Klinikum zertifiziert

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Das Onkologische Zentrum des Klinikums Fulda wurde zertifiziert.

Die Deutsche Krebsgesellschaft hat die Krebsbehandlung in Osthessen mit ihrem Gütesiegel ausgezeichnet.

Fulda. Das Onkologische Zentrum am Klinikum Fulda (OZKF) ist das fachübergreifende onkologische Zentrum der Region. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das OZKF im Rahmen eines mehrtägigen Audits im November letzten Jahres eingehend geprüft. Mit der offiziellen Übergabe des Gütesiegels "Onkologisches Zentrum CC" (Caner Center) bestätigt die größte wissenschaftliche Fachgesellschaft dem Klinikum nun, dass alle geforderten Qualitätskriterien für die Krebsbehandlung - von der Diagnose über die Behandlung bis zur Nachsorge - erreicht werden. Das ist eine Bestätigung für die gute Arbeit am Klinikum und eine gute Nachricht für alle Betroffenen in der Region, die eine wohnortnahe Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft erwarten.Krebserkrankungen sind weiter auf dem Vormarsch. Aber auch die Behandlungsmöglichkeiten werden ständig besser. Die erfolgreiche Entwicklung neuer Medikamente und die ausgeprägte Zusammenarbeit der Mediziner aus unterschiedlichen Fachgebieten haben daran einen großen Anteil. "Neben der präklinischen und klinischen Forschung hat nicht zuletzt auch die Bildung von Zentren und die Umsetzung sowie Weiterentwicklung spezifischer Leitlinien unter Berücksichtigung evidenzbasierter Erkenntnisse dazu beigetragen", erläutert Prof. Dr. Heinz-Gert Höffkes, Leiter des Onkologischen Zentrums am Klinikum Fulda. "Insbesondere die intensive Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Abteilungen in den großen Kliniken hat diese Erfolge möglich gemacht. In regelmäßigen Tumorkonferenzen stimmen die Experten alle Details der Behandlung gemeinsamen ab", so Prof. Höffkes weiter.

Diese Entwicklung wird mit der Einrichtung des Schwerpunktzentrums für interdisziplinäre Krebsmedizin am Klinikum Fulda konsequent  fortgesetzt. Derzeit gibt es nur rund 70 zertifizierte Zentren deutschlandweit. "Die nächsten Onkologischen Zentren befinden sich in Kassel, Marburg, Frankfurt a.M. und Würzburg. Mit unserem Kompetenzzentrum OZKF können wir den Patienten vor Ort ein verbessertes  Angebot machen ", so Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Vorstandssprecher des Klinikums Fulda. "Dadurch ermöglichen wir den Bürgern unserer Region den wohnortnahen Zugang zur modernen Onkologie", ergänzt Vorstandskollege Dietmar Pawlik."Das Onkologische Zentrum ist ein weiterer Baustein, um die medizinische Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln, im Sinne der Patienten. Die Zusammenführung der hochqualifizierten Kompetenzen der Einzeldisziplinen wird damit unterstrichen", so Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Möller.Das Onkologische Zentrum am Klinikum FuldaSeit vielen Jahren sind am Klinikum Fulda die  so genannten Organzentren erfolgreich etabliert und zertifiziert. Dazu zählen das Darmzentrum (seit 2006, Leitung: Priv.-Doz. Dr. Hellinger), das Brustzentrum (seit 2007,  Leitung: Priv.-Doz. Dr. Hawighorst), das Prostatakarzinomzentrum (seit 2008,  Leitung: Prof. Dr. Kälble). Neu hinzugekommen sind das Pankreaskarzinomzentrum (Leitung: Prof Dr. Jaspersen), das Kopf-Hals-Tumor Zentrum (Leitung: Prof. Dr. Schwager), das Gynäkologische Krebszentrum (Leitung: Priv.-Doz. Dr. Hawighorst) sowie die Schwerpunkte Leukämien und Lymphome  (Leitung: Prof. Dr. Höffkes). Gemeinsam mit den externen Kooperationspartnern wie dem PalliativNetz Osthessen (PNO), der stationären Palliativmedizin am Helios Klinikum Hünfeld, dem Hospiz St. Elisabeth sowie dem Ambulanten Hospizdienst "Da-Sein" bilden sie nun das Onkologische Zentrum am Klinikum Fulda. Eine wichtige Rolle spielen auch die Patienten-Selbsthilfeorganisationen. Die Deutsche ilco (Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs), die Frauenselbsthilfe nach Krebs, die Selbsthilfeorganisation Bundesverband der Kehlkopfoperierten, die Selbsthilfegruppe "Leben Trotzdem" und die Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Fulda sind offizielle Kooperationspartner des OZKF."Sinn und Zweck des neu zertifizierten Pankreaskarzinomzentrums ist es, den Betroffenen hier in Fulda und der Region eine heimatnahe Anlaufstelle zu bieten sowie die bestmögliche medizinische Versorgung unter einem Dach", hob Prof. Dr. Daniel Jaspersen, Direktor der Medizinischen Klinik II und Leiter des Pankreaskarzinomzentrums hervor. Am Beispiel Bauchspeicheldrüsenkrebs lässt sich das Prinzip des Onkologischen Zentrums gut erläutern: Nach der Diagnosesicherung in der Medizinischen Klinik II werden die Patienten im OZKF interdisziplinär durch die Spezialisten behandelt. "Vorrangiges Ziel ist die rechtzeitige Operation in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie (Direktor Priv.-Doz. Dr. Achim Hellinger) und definitive Heilung der Erkrankung", so Prof. Jaspersen weiter. Anschließend wird der Behandlungserfolg im Rahmen der regelmäßigen Nachsorge sichergestelltDie Frauenklinik ist im Onkologischen Zentrum am Klinikum Fulda gleich mit zwei Organzentren vertreten: dem Gynäkologischen Krebszentrum und dem bereits seit Jahren zertifizierten Brustzentrum. "Die Qualität unserer Diagnostik und Behandlung wird dabei nicht nur laufend durch uns, sondern auch durch die Deutsche Krebsgesellschaft überprüft. Unsere Leistungsfähigkeit wurde mit der Zertifizierung des OZKF durch Fachexperten der Deutschen Krebsgesellschaft bestätigt. Über diese besondere Auszeichnung freue ich mich mit dem gesamten Team der Frauenklinik sehr. Die fachübergreifende Zusammenarbeit aller Experten unter einem Dach bietet für unsere Patientinnen die beste Behandlung ihrer Krebserkrankung mit optimalen Heilungschancen und schafft die Grundlage für eine feste Vertrauensbasis", so Priv.-Doz. Dr. Thomas Hawighorst, Direktor der Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums sowie Gynäkologischen Krebszentrums.Das Prostatakarzinomzentrum wurde erstmals im Jahr 2008 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Erklärtes Ziel ist, den Patienten mit Prostatakarzinom die jeweils individuell optimale Therapie anzubieten und gleichzeitig die Therapieergebnisse systematisch zu erfassen. "Die bisherigen funktionellen und onkologischen Ergebnisse der radikalen Prostataentfernung bei uns sind auch im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gut. Wenn die Operation oder Strahlentherapie allein nicht ausreichen, ein Rezidiv oder ein Fortschreiten der Erkrankung zu verzeichnen ist, besteht im  OZKF die Möglichkeit, interdisziplinär im Dialog zwischen Urologen, Onkologen und Radiotherapeuten die bestmögliche Therapie auszuwählen", erläutert Prof. Dr. Tilman Kälble, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie sowie Leiter des Prostatakarzinomzentrums.Die Heilungschancen von Krebserkrankungen  sind bei rechtzeitiger Erkennung und richtiger Behandlung gut. Dabei sind je nach Krebsart unterschiedliche medizinische Fachbereiche gefragt. Im Darmzentrum Klinikum Fulda werden diese Fachbereiche seit Jahren so gebündelt, dass für jeden Patienten mit Darmkrebs individuell eine optimale Diagnostik und Therapie erfolgt. Das Darmzentrum Klinikum Fulda blickt dabei auf bundesweit mit am meisten Erfahrung zurück. Unter Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Achim Hellinger (Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie) wurde es bereits vor neun Jahren im März 2006 als erstes Zentrum in Hessen und viertes Zentrum bundesweit von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. "Wir haben inzwischen neun Überprüfungen hinter uns und jedes Mal konnten wir uns über die Bestätigung unser hohen Behandlungsqualität durch die Deutsche Krebsgesellschaft freuen: Dies gibt unseren Patienten das gute Gefühl sich vertrauensvoll in unsere Hände begeben zu können", erläuterte Priv.-Doz. Dr. Achim Hellinger, Leiter des Darmzentrums."Ich freue mich besonders, dass nunmehr auf dem Boden der bereits bestehenden Organzentren durch die Zertifizierung des Onkologischen Zentrums am Klinikum Fulda der nächste Schritt zu einem übergeordneten Konzept für alle Patienten mit Krebserkrankungen gelungen ist", so Dr. Hellinger weiter.Vorteile für den PatientenDer Patient profitiert von den Strukturen im OZKF und den kurzen und klaren Entscheidungswegen. Kernstück des OZKF sind die interdisziplinären Tumorkonferenzen, als standardisiertes Forum der multidisziplinären Behandlung sowie die Tumordokumentation, als Standard zur internen und externen Qualitätssicherung. Zentrale Ansprechpartner und eine gezielte Betreuung von speziell geschultem Fachpersonal - sei es in der Pflege, der Psychoonkologie oder im Sozialdienst - gehören ebenfalls zum OZKF. Die Gewissheit einer  Behandlung nach neuesten, evidenzbasierten - d.h. bewiesenen - Standards, besondere Qualitätssicherungsmaßnahmen und transparenten Darstellung der Abläufe geben dem Patienten eine klare Entscheidungshilfe. Die regelmäßige Überprüfung durch externe Stellen schafft Vertrauen und gibt Sicherheit.Struktur zertifizierter ZentrenAls Maximalversorger der Region verfügt das Klinikum Fulda über zahlreiche hochspezialisierte Fachkliniken, die im Rahmen des OZKF nun noch enger zusammenarbeiten. Neben Chirurgen, Radioonkologen, Pathologen, Experten für die medikamentöse Tumortherapie und weiteren Fachdisziplinen gehören dazu auch onkologische Pflegekräfte, Psychoonkologen und der Sozialdienst. Durch die Zusammenarbeit mit kooperierenden Krankenhäusern, den Ärzten und Ärztinnen in der vertragsärztliche Versorgung und den Rehabilitationseinrichtungen wird eine ganzheitliche Versorgung möglich.Die Deutsche Krebsgesellschaft unterteilt  zertifizierte Einrichtungen in drei Zertifizierungsstufen: Das Organkrebszentrum (C) ist ein auf ein Organ oder ein Fachgebiet spezialisiertes Zentrum. Das Onkologische Zentrum (CC) erstreckt sich auf mehrere Organe oder Fachgebiete. Das Onkologische Spitzenzentrum (CCC) ist ein "Onkologisches Zentrum mit Forschungsschwerpunkten."Dieses 3-Stufen-Modell der onkologischen Versorgungsstrukturen wird von der Deutschen Krebshilfe und der Deutsche Krebsgesellschaft innerhalb eines "Nationalen Zertifizierungsprogramms Krebs" umgesetzt. Das Klinikum Fulda hat mit seinem zertifizierten OZKF bereits die höchste Stufe außerhalb der Universitätsklinken erreicht. Lediglich die Grundlagenforschung wird in Fulda nicht angeboten.Im Rahmen des Hessischen Onkologiekonzepts ist das OZKF darüber hinaus mit den anderen Krankenhäusern der Region Osthessens verbunden. "Die Qualität der Versorgung von Krebserkrankungen in der Region wird dadurch kontinuierlich weiterentwickelt. Wir freuen uns, mit unserem OZKF dazu einen Beitrag leisten zu dürfen", so Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel.

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