"Ordnungswidrigkeit": Urteil im Rinderprozess: 1.500 Euro Geldbuße

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Der angeklagte 23-Jährige gemeinsam mit seinem Pflichtverteidiger, Rechtsanwalt Horst Schäfer.

Gestern fiel das Urteil im Prozess gegen einen 23-Jährigen aus Hosenfeld, der wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angeklagt war.

Fulda -  Seit dem 25. Juli musste sich ein 23-Jähriger aus der Großgemeinde Hosenfeld wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor dem Fuldaer Amtsgericht verantworten. Amtsanwalt Berthold Hartung warf dem Mann, der von Rechtsanwalt Horst Schäfer als Pflichtverteidiger vertreten wurde, vor, zwischen dem 14. Januar und dem 22. Juni 2016 seiner Pflicht nicht nachgekommen zu sein und mindestens fünf Rindern durch nicht bedarfsgerechte Ernährung „langanhaltende Leiden und Schmerzen“ zugefügt zu haben. Ein Tierarzt sei nicht eingeschaltet worden.

Der Angeklagte hatte mitgeteilt, dass er zur Fütterung der Rinder unter anderem einen zwei Jahre alten, bereits angeschimmelten Heuballen, genutzt habe. Vor der Fütterung habe er jedoch den Schimmel entfernt. Drei Tage nach der Fütterung habe er die fünf Tiere tot aufgefunden. Diese Todesursache war laut Amtstierärztin Dr. Carina Urban „sehr, sehr untypisch“. Nachdem der 23-jährige Hosenfelder die toten Rinder im Stall aufgefunden habe, sei er in Panik geraten. Weil eine Kontrolle durch das Veterinäramt anstand, habe er versucht, die bereits stark verwesten Kadaver aus dem Stall zu schleifen. Bereits am 8. August sollte ein Urteil fallen. Doch Schäfer zweifelte an den Aussagen der Amtstierärztin. „Viele Dinge wurden hier seitens der Veterinärbehörde falsch dargestellt“, führte Schäfer aus. Am Dienstag wurden vier weitere Zeugen geladen. Sie verkauften dem Angeklagte Tierfutter oder begleiteten ihn dabei.

Amtsanwalt Hartung forderte 100 Tagessätze zu je zehn Euro und ein zweijähriges Tierhalteverbot. „Die Tiere erlitten Qualen und sind vermutlich verhungert oder verdurstet“, begründete er in seinem Plädoyer. Dagegen sprach sich Schäfer für einen Freispruch aus. Er bemängelte die Spurensicherung am Tatort: „Es wurden keine Gewebeproben oder Maden untersucht.“ Daher sei ein Vorsatz nicht nachgewiesen. Strafrichter Ulrich Jahn erlegte dem Angeklagten eine Geldbuße von 1.500 Euro auf: „Das Futter hatte eine mangelhafte Qualität. “ Dabei handele es sich um eine Ordnungswidrigkeit. „Eine fahrlässige Tötung bei Tieren gibt es nicht“, so Jahn bei der Urteilsverkündung.

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