Unsere Feuerwehren: Einsatzfähig trotz aller Beschränkungen

1 von 2
Wegen der aktuellen Coronakrise entfällt die normale Routine für die Aktiven (hier Mitglieder der Feuerwehr Rothemann). Kleine Reparaturen, Wartungen oder Prüfungen werden von maximal zwei Personen gemeinsam durchgeführt.
2 von 2
Fuldas Kreisbrandinspektor Adrian Vogler

Gespräch mit Fuldas Kreisbrandinspektor (KBI) Adrian Vogler

Landkreis Fulda - Wie viele andere Organisationen und Vereine, sind natürlich auch die Feuerwehren von den Maßnahmen betroffen, um die Zahlen der an Corona-Erkrankten gering zu halten. Darauf verweist die Feuerwehr Rothemann. Dienstveranstaltungen wie Ausbildungen oder Sitzungen im Feuerwehrhaus seien nicht möglich, der technische Dienst, der von den Einsatzkräften einmal im Monat durchgeführt wird, könne ebenfalls nicht in dem eigentlichen Umfang stattfinden, und selbst im Einsatz müsse auf die Infektionsgefahr geachtet werden.

Um trotz all der Umstände die Einsatzbereitschaft sicherzustellen und auch die Einsatzkräfte für kommende Einsatzlagen vorzubereiten, wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Um im Einsatzfall die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten, sind die Besatzungen für die Fahrzeuge begrenzt. Weitere Einsatzkräfte verbleiben vorerst in Bereitschaft im Feuerwehrhaus und werden gegebenenfalls nachgeführt. Im Alarmfall stehen selbst genähte Schutzmasken sowie durch die Gemeinde beschaffte medizinische Schutzmasken für den Einsatz an einem Patienten zur Verfügung. „Die Einsatzbereitschaft ist jeder Zeit in vollem Umfang sichergestellt“, heißt es.

Damit im Einsatzfall jeder Handgriff sitzt und auch noch nach Wochen jeder weiß, wo er welches Material für den Einsatzerfolg findet, wurden kurze Videos für Zuhause erstellt, die im Zusammenhang mit einem Fragebogen bearbeitet werden können. Ebenfalls konnten über diese Option einzelne Geräte in der Theorie ausgebildet werden. An den Terminen der regelmäßigen Ausbildungsveranstaltungen werden über ein Onlineportal theoretische Schulungen angeboten. Jeder kann sich von Zuhause über das Smartphone oder den Laptop anmelden und der moderierten Präsentation folgen. Am Ende erfolgt dann immer noch ein gemeinsamer Austausch von wichtigen Informationen und es werden allgemeine Fragen von der Wehrführung beantwortet.

Da der regelmäßig stattfindende technische Dienst aktuell entfällt, müssen alle Funktionen von Fahrzeugen und Geräte durch die Gerätewarte geprüft werden. So werden kleine Reparaturen, Installationen, Wartungen oder Prüfungen von maximal zwei Personen gemeinsam durchgeführt. Nach dem Motto – „Alleine Laufen für ein gemeinsames Ziel“ gehen aktuell einige Einsatzkräfte, um sich für den Einsatz fit zu halten, regelmäßig joggen. Um die Motivation zu steigern, wurde ein Ziel von 1.000 Kilometern im Mai angesetzt. Jeder für sich kann seine Aktivität über eine App aufzeichnen und der Gesamtanzahl der gelaufenen Kilometer hinzufügen.

Fragen an den Fuldaer Kreisbrandinspektor (KBI) Adrian Vogler

Fulda aktuell: Ist in Corona-Zeiten die Einsatzbereitschaft der heimischen Feuerwehren gewährleistet?

ADRIAN VOGLER: Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren im Landkreis Fulda war und ist durch die Maßnahmen der Kommunen gewährleistet. Die Empfehlungen des „Robert Koch-Instituts“, des Landes Hessen, der „Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung“ (DGUV) und des Landkreises wurden als Grundlage von den Kommunen als Träger der Feuerwehren genutzt.

FA: Wie gestaltet sich derzeit die Ausbildungs-/Übungssituation?

VOGLER: Seit Mitte März ist bis mindestens einschließlich 5. Juni die Ausbildung im Landkreis Fulda ausgesetzt, ab 6. Juni könnte die Ausbildung mit maximal einer Staffel wieder begonnen werden. Ab voraussichtlich 19. Juni soll die Ausbildung dann wieder allgemein begonnen werden unter Einhaltung der Abstandsregeln und der Hygienevorgaben. Zudem muss sichergestellt werden, dass mögliche Infektionsketten nicht dazu führen, dass es zum Ausfall einer kompletten Einsatzabteilung kommen kann. Größere Übungen sollten vorerst ausgesetzt werden. Der Landkreis Fulda hat den Feuerwehren zudem empfohlen, den Betrieb der Kinder- und Jugendfeuerwehren bis zum Ende der Sommerferien ruhen zu lassen. Die „DGUV“ weist zudem darauf hin, dass von den pandemiebedingten Einschränkungen des Ausbildungs- und Übungsdienstes auch die durchzuführenden Belastungsübungen in Atemschutzübungsanlagen betroffen sind. Seitens der gesetzlichen Unfallversicherungsträger für die Feuerwehren ist es bei bestehender gültiger Eignung und bisher fristgerecht durchgeführter Belastungsübung weiter möglich, die Funktion Atemschutzgeräteträger wahrzunehmen, wenn die Belastungsübung Pandemiebedingt jetzt nicht rechtzeitig durchgeführt werden kann.

FA: Infektionsgefahr im Einsatzfall: Wie können sich die Aktiven da schützen?

VOGLER: Grundlegend empfehlen der Landkreis Fulda und die „DGUV“, die Hygieneregeln zu beachten, Abstand zu anderen Einsatzkräften zu halten, Hände regelmäßig zu waschen und die Hustetikette (Husten oder Niesen in die Ellenbeuge) zu wahren. Zudem empfiehlt der Landkreis Fulda den Aktiven, bei einem Einsatz einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Besteht zudem eine Infektionsgefahr mit Covid-19, sollten die Einsatzkräfte FFP2-Schutzmasken, Schutzbrillen oder Visieren sowie Einweghandschuhen tragen. Es wird empfohlen, die Fahrzeugbesetzung zu reduzieren und wenn möglich mit weiteren Mannschaftstransportfahrzeugen an die Einsatzstelle zu fahren.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Behandlung im Klinikum Fulda: Eines der jüngsten Frühchen der Welt wohlauf

Mädchen wog bei der Geburt nur rund  450 Gramm
Behandlung im Klinikum Fulda: Eines der jüngsten Frühchen der Welt wohlauf

Fahrscheinverkauf in Fuldaer Stadtbussen ab Juni wieder möglich

Busse werden mit Trennscheiben zwischen Fahrerplatz und Fahrgastbereich ausgestattet / Weiterhin Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung
Fahrscheinverkauf in Fuldaer Stadtbussen ab Juni wieder möglich

Straße wird nach Lübcke benannt

Am 2. Juni jährt sich zum ersten Mal der Tag, an dem Dr. Walter Lübcke einem politisch motivierten Mord zum Opfer fiel, am Waidesgrund in Fulda wird nun eine Straße nach …
Straße wird nach Lübcke benannt

Corona-Fall im Kreis Fulda: BBZ nicht betroffen

Landkreis Fulda: Gemeint war das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Fulda
Corona-Fall im Kreis Fulda: BBZ nicht betroffen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.