Osthessens Schulen starten reduziert - Mit ZWISCHENRUF

Wie sich der Neustart nach der Corona-Zwangspause gestaltet, haben wir beim Domgymnasium und beim Marianum in Fulda erfragt. Dazu gibt es auch einen Zwischenruf von Christopher Göbel.

Fulda - In der Fuldaer Rabanus-Maurus-Schule, besser bekannt als Domgymnasium, werden ab Montag die Schultoren wieder für mehr Schüler offenstehen. „Fulda aktuell“ sprach mit Sebastian Schwarz, dem stellvertretenden Schulleiter, darüber, wie sich die Schule nach fast zwei Monaten Corona-Zwangspause vorbereitet hat.

 

FULDA AKTUELL: Wann wird Ihre Schule wieder öffnen?

SEBASTIAN SCHWARZ:Das Domgymnasium ist bereits seit dem 27. April für die Jahrgangsstufe Q2, die Abiturienten des Jahres 2021, wieder geöffnet. Diese erhalten im Umfang von bis zu 20 Wochenstunden Unterricht in ihren Leistungskursen sowie den Grundkursen Deutsch und Mathematik. FA: Welche Jahrgänge/Klassen werden ab dann unterrichtet? SCHWARZ: Ab dem 18. Mai kommen vom 5. bis zum 11. Schuljahr (E-Phase) alle anderen Jahrgangsstufen hinzu: Jede Klasse wird zwei feste Präsenztage in der Schule haben und an den anderen Wochentagen weiter im Fernunterricht lernen.

 

FA: Werden nur Hauptfächer unterrichtet?

SCHWARZ:Den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Latein wird in der ersten Phase des Wiedereinstiegs Vorrang gegeben, dann werden auch weitere Fächer Berücksichtigung finden.

 

FA: Welche Sicherheits/-Hygienemaßnahmen wurden in Ihrer Schule ergriffen?

SCHWARZ:In enger Absprache mit der Stadt Fulda als dem Schulträger wird durchgehend auf die Umsetzung des Mindestabstands sowohl in Unterrichtsräumen als auch in den Gängen, in Treppenhäusern und auf dem Schulhof geachtet. Alle Räume sind zum Händewaschen und -desinfizieren ausgestattet, werden nur von Lerngruppen in der Größe von im Durchschnitt unter zehn Personen frequentiert und regelmäßig gelüftet und gereinigt. Die vorgesehene Obergrenze von 15 Personen in einer Lerngruppe wird bei uns nicht erreicht.

 

FA: Wie wird die Einhaltung der Maßnahmen kontrolliert?

SCHWARZ:Wie in normalen Zeiten stehen aufsichtführende Lehrkräfte zur Verfügung, die vor und nach der Schule sowie in den gestaffelten Pausen nach den Schülerinnen und Schülern schauen. Mit Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Maßnahmen ist am Domgymnasium allerdings nicht zu rechnen, auch nicht bei jüngeren Schülerinnen und Schülern.

 

FA: Was wird bei Verstößen unternommen?

SCHWARZ:Wir gehen von einem hohen Maß an Einsicht in unserer Schulgemeinde aus und haben bisher gute Erfahrungen gemacht. In der Regel sind unsere Schülerinnen und Schüler sehr vernünftig und haben Verständnis für die notwendigen Maßnahmen.

 

FA: Welches Konzept greift, sollte ein Fall von Corona-Infizierung an Ihrer Schule auftreten?

SCHWARZ:Sollte ein solcher Fall auftreten, haben wir die Bestimmungen des Landes Hessen umzusetzen. Hier sehe ich keinen Spielraum.

+++ +++ +++

Schulbetrieb tageweise: Das Marianum möchte auch Nebenfächer unterrichten

„Nachdem wir bereits seit Montag, 27. April, für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 12 den Schulbetrieb wieder aufgenommen haben, werden wir ab Montag, 18. Mai, tageweise für alle übrigen Jahrgangsstufen unserer Schule wieder Präsenzunterricht anbieten“, sagt Steffen Flicker, Schulleiter des Marianums auf Anfrage von „Fulda aktuell“.

Ab Montag werden die Jahrgangsstufen 5 bis 12 tageweise wieder Präsenzunterricht in der Schule haben. „Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 absolvieren ihre mündlichen Abiturprüfungen an ihren jeweiligen Prüfungstagen“, so Flicker.

Reduzierter Stundenumfang

Am Marianum sollen nicht nur die Hauptfächer unterrichtet werden. „Es werden neben den Hauptfächern auch möglichst alle Nebenfächer angeboten, allerdings in einem reduzierten Stundenumfang. Alle nicht im Präsenzunterricht stattfindenden Unterrichtsstunden werden über unser digitales Lernportal organisiert“, so der Schulleiter. An der Schule wurde ein Hygienekonzept erarbeitet, zu dem unter anderem die Einhaltung der Abstandsregelung in der Sitzordnung in den Klassen- und Kursräumen gehört. Alle Räume verfügen über ein Waschbecken, Flüssigseife und Papierhandtücher. „Außerdem sollen die Schülerinnen und Schüler einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, so der Wunsch Flickers

„Am Marianum haben wir zusätzliche Aufsichten eingerichtet, um die Einhaltung der Maßnahmen zu kontrollieren. Lehrkräfte beaufsichtigen vor allem die Schülerinnen und Schüler auf den verschiedenen Pausenhofbereichen. Wir weisen den jeweiligen Lerngruppen bestimmte Bereiche unseres großflächigen Schulgeländes zu, sodass die Abstandsregeln gut eingehalten werden können“, sagt Flicker. Sollten Verstöße gegen die Maßnahmen auftreten, würden die Schüler von den Lehrkräften darauf angesprochen.

Laut Flicker gibt es in Fulda einen mit dem Staatlichen Schulamt abgestimmten Weg des Vorgehens, sollte innerhalb der Schulgemeinde ein Fall von Corona-Infizierung auftreten. „Dabei wird das Gesundheitsamt benachrichtigt“, so der Schulleiter.

+++ +++ +++ ZWISCHENRUF von Christopher Göbel: Gemischte Gefühle

Am Montag wird die Schule für tausende Schüler wieder beginnen. Was ich so mitbekomme: Ein Großteil unserer Kinder sieht diesem Tag mit gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich tun die Schulen alles dafür, dass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden und so die Gefahr einer Covid-19-Ansteckung für alle Beteiligten möglichst gering bleibt. Aber viele der Kinder, die nicht in den Klassen sind, die bereits seit zwei Wochen wieder die Schulbänke drücken, sind dennoch verunsichert. Was erwartet mich? Wie muss ich mich verhalten? Was darf ich tun, was darf ich nicht tun?

Auch die Frage, welche der Klassenkameraden sie wirklich wiedersehen werden, ist vielerorts noch offen. Denn kaum eine Klasse besteht aus lediglich 15 Schülerinnen und Schülern. Also muss zwangsläufig aufgeteilt werden. Ich habe mitbekommen, dass schon Vermutungen angestellt werden, ob die Lehrer alphabetisch teilen und wer dann mit wem im Unterricht sitzen würde. Und auch, mit wem man eigentlich lieber in einem Klassenraum wäre.

Ich denke, die Freude darüber, nach der Zwangspause wieder früh aufstehen zu müssen, dürfte bei den meisten Kindern verhalten sein. In den Wochen der Schulpause hat sich ein ganz anderer Tagesrhythmus eingespielt. Und an den haben sich unsere Kinder nun gewöhnt. Klar ist jedenfalls, dass es nicht von heute auf morgen einen geregelten Schulalltag wie vor Corona geben wird. Für die meisten werden es zwei oder maximal drei Tage sein, die sie sich in der Schule aufhalten werden. Der Rest des Lehrplans wird weiterhin auf dem digitalen Weg vermittelt werden.

Die Unsicherheit unserer Kinder wird aber – so denke ich – nach der ersten Woche verflogen sein. Und auch diejenigen, die gerade der Meinung sind, warum sie eigentlich in die Schule gehen sollten, weil das Lernen ja die vergangenen Wochen auch zuhause funktioniert hat, werden sich freuen, endlich wieder soziale Kontakte zu haben. Immer alleine und nur per Chat und „Live gehen“ ist nämlich doch etwas anderes, als real mit Freunden und Klassenkameraden zu reden.

Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern und natürlich auch den Lehrkräften, die in den vergangenen Wochen an den Sicherheitskonzepten gearbeitet und von zuhause Unterricht geleitet haben, einen guten Start nach der Corona-Pause.

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