P-Konto bis Jahresende: Es geht ums Geld

Osthessen. Wer ein Giro-Konto bei einer Bank oder Sparkasse besitzt, freut sich natürlich nicht darüber, wenn das Guthaben darauf einer Kontopfändu

Osthessen. Wer ein Giro-Konto bei einer Bank oder Sparkasse besitzt, freut sich natürlich nicht darüber, wenn das Guthaben darauf einer Kontopfändung zum Opfer fällt. Bisher war es im Pfändungsschutz geregelt, dass die betroffenen Kunden entweder einen Freistellungsauftrag bei Gericht stellen oder ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen konnten – selbst bei laufender Pfändung. Der Kontoinhaber war 14 Tage lang befugt, über Hartz-IV-Leis­tungen, Grundsicherung, Sozialhilfe, Kindergeld oder gesetzliche Rente weiterhin verfügen zu können.

Ab dem 1. Januar 2012 sieht es anders aus: Dann fällt diese Wahlmöglichkeit weg. Verbraucherzentralen, und Sozialverbände raten allen Bankkunden dazu, noch im Dezember ihre Girokonten in ein so genanntes "P-Konto" – also ein Pfändungsschutzkonto – umwandeln zu lassen. Dann gilt automatisch ein Grundfreibetrag von 1028,89 Euro pro Monat, der vor der Pfändung geschützt ist. "Die Pfändungsfreibeträge ändern sich alle zwei Jahre. Im Einzelfall kann ein höherer Pfändungsfreibetrag gelten, insbesondere wenn der Kontoinhaber unterhaltspflichtig ist", heißt es beispielsweise vom VdK Hessen-Thüringen.

Wenn der Kunde über den Betrag von 1028,89 Euro hinausgehen will oder muss, sind besondere Nachweise erforderlich. Für Empfänger von Leistungen nach dem SGB II bzw. SGB XII gibt es solche Nachweise kostenlos bei allen So­zial­ämtern. Die Umwandlung eines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto ist normalerweise kostenlos. "Die Umwandlung muss allerdings vom Kontoinhaber persönlich beantragt werden bzw. von dessen gesetzlichem Vertreter", sagt der VdK. Der Kontoinhaber sollte jedoch darauf achten, dass sich durch die Umwandlung die Kontoführungsgebühren nicht erhöhen.

Das P-Konto ist vom Prinzip her ein herkömmliches Girokonto. Es kann für alle üblichen Transaktionen verwendet werden, beispielsweise für Überweisungen, Lastschriften oder Bargeldabhebungen. Allerdings hat es den Vorteil, dass im Falle einer Pfändung der Grundfreibetrag pfändungsfrei bleibt. Allerdings darf jeder Bürger nur ein einziges P-Konto führen. Dies wird bei der Beantragung eines P-Kontos per "Schufa"-Abgleich nachgeprüft.

"Das P-Konto nützt nicht nur Schuldnern, sondern wirkt sich auch positiv auf die Belange der Gläubiger aus. Denn wer weiter arbeiten gehen und mit seinen pfandfreien Einkünften wirtschaften kann, wird am Ende auch seine Schulden tilgen können. Weil die Verwaltung von Kontopfändungen beim P-Konto weniger aufwändig und bürokratisch ist, profitieren überdies Banken und Sparkassen von der Neuregelung", heißt es auf der Internetseite des Bundesjustizministeriums.

Die ausführlichen Informationen der Bundesregierung finden sie hier als PDF.

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