Papst nimmt Rücktrittsgesuch des Fuldaer Bischofs an

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Bischof Heinz Josef Algermissen.
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Bischof Algermissen (Zweiter von links) im Gespräch mit dem päpstlichen Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterovic (Zweiter von rechts), Weihbischof Professor Dr. Karlheinz Diez (rechts) und Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke.
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Bis zur Wahl eines Diözesanadministrator leitet Weihbischof Professor Dr. Karlheinz Diez das Bistum. 

Algermissen seit Dienstagmittag, 12 Uhr, nicht mehr Oberhirte des Bistums Fulda /  Domkapitel muss Diözesanverwalter wählen

Fulda - Vor einer Woche war Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen zu Gast bei "Fulda aktuell" und ging beim Gespräch unter anderem auch auf sein Rücktrittsgesuch ein, das er zu seinem 75. Geburtstag bei Papst Franziskus eingereicht hatte. So wie es in der katholischen Kirche üblich ist. Am Dienstagmittag wurde während einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass der Papst das Gesuch des Bischofs angenommen hat. Die so genannte Emeritierung Algermissens trat um 12 Uhr in Kraft.

Wie der Bischof beim Besuch von "Fulda aktuell" betont hatte, wolle er auch als emeritierter Bischof in Fulda bleiben. Seine neue Wohnung liegt in Sichtweite des Bischofssitzes am Paulustor.

Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können: Papst Franziskus hat den Amtsverzicht Algermissens am "Hochfest des Heiligen Bonifatius" Dies wurde zeitgleich in Rom und Fulda bekannt gegeben. Seit 2001 hatte der 75-Jährige die Geschicke der Diözese geleitet. Der päpstliche Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, verkündete die Annahme des Amtsverzichts in Fulda im Rahmen des traditionellen Priestertages der Diözese.

„An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, dem Hirten dieser ehrwürdigen Ortskirche von Fulda im Namen des Heiligen Vaters und persönlich für seinen unermüdlichen Eifer zu danken, den er fast 17 Jahre ausgeübt hat“, so der Botschafter des Papstes. „Bischof Algermissen hat sich mit Eifer dafür eingesetzt, den christlichen Glauben in dieser Region Deutschlands zu lehren und mit seinem bischöflichen Wirken glaubwürdig vorzuleben. In seiner liebendwürdigen Art hat er es vermocht, Menschen für Christus zu gewinnen.“

Algermissen hatte anlässlich seines 75. Geburtstages betont, nicht an einem Tag der vergangenen 17 Jahre im Bischofsamt sei auch nur die Spur einer Langeweile aufgekommen. Sein bischöflicher Dienst des Brückenbauens war ihm ebenso ein Herzensanliegen wie die Hirtensorge für die Menschen im Bistum. „Ich lebe und arbeite mit großer Freude hier in Fulda“, hob der aus der Erzdiözese Paderborn stammende Oberhirte gerne hervor. Am Dienstagmittag sprach er von einem "innerlich ambivalenten" Gefühl, das ihn nunmehr mit der offiziellen Bekanntgabe aus Rom ergreife.

Am 20. Juni 2001 wurde Algermissen von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Fulda ernannt und am 23. September in sein Amt eingeführt. Im November 2002 wurde er auf Vorschlag der Bischofskonferenz zum Präsidenten von Pax Christi gewählt und ist seit 2003 zudem Vizepräsident des Maximilian-Kolbe-Werkes. Seit 2003 ist er auch Komtur mit Stern im Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem. Bischof Algermissen ist Mitglied im Cartellverband katholischer deutscher Studentenverbindungen bei Wildenstein Freiburg, Guestfalo-Silesia Paderborn und Adolphiana Fulda.

Weihbischof Professor Dr. Karlheinz Diez wird nun bis zur Wahl eines Diözesanadministrators das Bistum leiten.  Ein solcher Verwalter muss innerhalb von acht Tagen durch das sechsköpfige Domkapitel gewählt werden. Der Diözesanadministrator muss ein Priester von mindestens 35 Jahren sein und leitet dann das Bistum bis zur „Inbesitznahme“ des Bistums durch einen neuen Bischof. Der Diözesanadministrator darf keine grundlegenden Entscheidungen treffen, die einem neuen Diözesanbischof vorbehalten sind.

Mit der Vakanz des Bischöflichen Stuhls in Fulda erlischt auch das Amt von Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke als des „Alter ego“ des Bischofs. Der bisherige Generalvikar kann aber vom Diözesanadministrator zu dessen Ständigen Vertreter ernannt werden. Auch die Bischofsvikare verlieren ihre Aufgaben.

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