Park-Posse: Lösung für Lehnerz in Sicht

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Autohaus Atzert strebt einvernehmliche Lösung mit den Anliegern an. Parkplatz-Problematik sollte sich entspannen. Werner Aztert zeigt sich kooperativ.

Fulda. "Aufgrund vermehrter Beschwerden  möchte der Ortsbeirat Lehnerz gemeinsam mit den betroffenen Bürgern und Vertretern der Stadt Fulda eine Lösung für die strittige Parksituation auf den öffentlichen Straßen von Lehnerz herbeiführen." Mit diesem Text lud Ortsvorsteherin Doreen Jünemann per Hauswurfsendung zu einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung in die "Grillenburg" ein, nachdem "Fulda aktuell" unlängst über die verfahrene Situation berichtet und eine riesige öffentliche Diskussion nicht nur in Fuldas nördlichem Stadtteil ausgelöst hatte.

30 Bürger waren der Einladung am Dienstagabend gefolgt. Auch Firmenchef Werner Atzert vom Autohaus "atzert:weber", das maßgeblich für die   Probleme verantwortlich ist, stellte sich einer mitunter recht emotional und  kontrovers geführten Diskussion.  Denn vornehmlich dessen Mitarbeiter-, Kunden-, Werkstatt- und selbst Neufahrzeuge stellen den öffentlichen Parkraum in der Umgebung des Unternehmens zu, verbauen Hofaus- und -einfahrten, erschweren Müll-, Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen die Zufahrt, machen es Besuchern und Kunden der Anlieger nahezu unmöglich, freie Parkplätze um ihre Privathäuser vornehmlich im Drosselweg, der Petrus-Canisius- sowie Trimburg-Straße zu finden.

Das "Autohaus Atzert" genüge den Vorschriften der Bauaufsicht und Stellplatzsatzung, die 2013 bei der Erweiterung beziehungsweise dem Neubau des "Audi-Zentrums" 80 Parkplätze festschrieb. Die habe das Unternehmen auch geschaffen, eine rechtliche Notwendigkeit für mehr Parkplätze bestehe nicht, informierte Thomas Flügel von der Straßenbehörde der Stadt Fulda. Gleichwohl gelte es den Druck auf die "Atzert"-Mitarbeiter  zu erhöhen, ihre Autos auf dem dafür vorgesehenen und in acht bis neun Minuten fußläufig zu erreichenden Parkplatz des "TSV Lehnerz" abzustellen.

Flügel stellte eine Lösung vor, die vom Lehnerzer Ortsbeirat so gutgeheißen und schließlich auch von den anwesenden Bürgern abgesegnet wurde. Das Konzept sieht eine Markierung von Parkständen (vornehmlich vor Hauseinfahrten und in Einmündungsbereichen), Parkscheinregelungen sowie eine Beschilderung für Kurzzeit- und Bewohner-Parken in der Zeit von 8 bis 16 Uhr vor.  Greife die Regelung nicht, die nach  den drei hauptsächlich betroffenen Straßen sukzessive auch auf weitere Ortsstraßen ausgedehnt werden könnte, dann müsse die Kontrollbehörde eben mit Sanktionen, sprich Knöllchen einschreiten.

Werner Atzert, der seinen Enkel Daniel Scheibner ("er interessiert sich für Geschäftsrecht") in die öffentliche Gemeinderatsitzung mitgebracht hatte, warb um Verständnis für seine Situation. "Ich bin zu einer sachlichen Diskussion bereit, will keine Konfrontation, sondern eine lösungsführende Kooperation mit den Lehnerzer Bürgern." So bot er beispielsweise den Anliegern an, für zwei Jahre die Kosten in Höhe von 20 Euro für das Bewohnerparken zu übernehmen. Auch einer Shuttle-Bus-Regelung oder Mitarbeiter-Mitfahrgelegenheit, wie von Verena und Thorsten Preissler vorgeschlagen, zeigte er sich nicht gänzlich abgeneigt. Zudem werde er – wie schon in einem persönlichen Brief geschehen – auch weiterhin an seine Mitarbeiter appellieren, auf dem "gesponserten" "TSV"-Parkplatz zu parken.  "Ich kann sie aber nicht dazu zwingen. Wenn’s nicht klappt, müssen die Fahrzeuge im Lehnerzer Ortskern eben abgeschleppt werden. Außerdem sind wir gewillt, weitere Parkflächen anzumieten oder zu pachten. Letztlich geht es um 30 bis 40 Parkplätze. Die derzeitige Situation ist auch für uns unbefriedigend und ärgerlich", sagte Atzert.

Der 65-Jährige machte aber auch deutlich, dass sein familiengeführtes Unternehmen in vierter Generation nicht nur den 140 Mitarbeitern am Standort Lehnerz zu Brot und Arbeit, sondern auch der Gemeinde zu erheblichen Gewerbesteuereinnahmen verhelfe. "Darauf bin ich stolz. Wir müssen zu einer verträglichen Lösung für alle kommen. Vielleicht sollten die Anwohner ja auch ‘mal meine Mitarbeiter ansprechen. Die meisten sind nett und einer gemeinsamen Parkplatz-Regelung zugänglich."

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