Passend zum heutigen "Tag der biologischen Vielfalt": Riesiges Interesse an Vogelzählaktion

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NABU zieht sehr positive Bilanz der 16. "Stunde der Gartenvögel"

Region - Der heutige 22. Mai wird als "Internationaler Tag der biologischen Vielfalt" gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell angenommen wurde.

Passend dazu hat der NABU Hessen eine erfreuliche Nachricht verbreitet: „Die 16. ,Stunde der Gartenvögel' bricht alle Rekorde. Das Interesse war riesig. In Hessen haben bis zum Meldeschluss am 18. Mai etwas über 12.800 Vogelfreunde ihre Beobachtungen dem NABU gemeldet. Sie haben an 8.882 Beobachtungspunkten im Land rund 243.188 Vögel gesichtet und gemeldet. Also in allen drei Kategorien etwa doppelt so viele Daten wie im Vorjahr. Das verbessert unsere Datengrundlage enorm und hilft beim Bewerten von Trends und Problemen in der Vogelwelt“. Darüber freut sich Gerhard Eppler, Landesvorsitzender vom NABU Hessen. Bundesweit waren etwa 50 Prozent der Zählenden das erste Mal dabei.

Mehr als 157.000 Menschen in ganz Deutschland hatten das Muttertagswochenende genutzt, um Vögel in Garten, Park oder auf dem Balkon zu zählen. Darin offenbart sich für den NABU ein gewachsenes Interesse der Menschen an der Natur vor ihrer Haustür in der Corona-Krise. „Wir beobachten, dass die Menschen die unmittelbare Natur im Siedlungsraum bewusster wahrnehmen“, sagt Eppler.

Aufgrund des Blaumeisensterbens, standen bei der "Stunde der Gartenvögel" vor allem die Blaumeisen in diesem Jahr im Fokus der Aufmerksamkeit. Bis zum 14. Mai wurden dem NABU deutschlandweit über 19.000 Fälle mit 35.000 verstorbene Vögeln gemeldet. Die Karte aller Meldungen zeigt eine deutliche Häufung in Hessen und angrenzenden Bundesländern. Als Ursache wurde inzwischen das Bakterium Suttonella ornithocola identifiziert, das offensichtlich vor allem bei Meisenarten Lungenentzündungen verursacht.

Die in Deutschland bisher einmalige Vogel-Epidemie flaut seit Ende April deutlich ab. Bundesweit betrachtet sind 24 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten gemeldet worden. Statt 2,16 Blaumeisen pro Meldung sind es in diesem Jahr nur noch 1,67 – mit Abstand der niedrigste Wert seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005. „Um herauszufinden, ob der Rückgang wirklich auf das Konto der Epidemie geht, wurde inzwischen für jeden Landkreis und jeden Postleitzahlen-Bereich die Veränderungen der Blaumeisenzahlen gegenüber 2019 mit der Anzahl gemeldeter kranker Meisen verglichen.“, erläutert Eppler. Dabei ergab sich ein eindeutiger Zusammenhang. Je mehr Berichte erkrankter und toter Meisen aus einem Landkreis beim NABU ankamen, desto größer waren dort auch die Bestandsrückgänge. Insgesamt wurden in ganz Hessen im Vergleich zum Vorjahr 32 Prozent weniger Blaumeisen gemeldet.

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