Petersberg tritt "RhönLink" bei

+

Petersberg. Gemeinde schließt sich den Gegnern der geplanten "SuedLink"-Stromtrasse an.

Petersberg. Die geplante Stromtrasse "SuedLink" soll in Zukunft den Strom von der Nordsee nach Bayern bringen. Über die neue Trasse wird der an der Nordsee gewonnene Windstrom als Gleichstrom durch Norddeutschland, Hessen und Bayern nach Grafenrheinfeld transportiert werden.

Nach ersten Vorschlägen soll die Trasse im Kreis Fulda entlang der A7 führen. Die Gemeinde Petersberg ist mit ihren Ortsteilen besonders betroffen. Durch das Gemeindegebiet führen bereits Stromtrassen, zwei Ferngasleitungen, Salzleitung, die A7, die Nord-Süd-Bahnlinie und eine "Umzingelung" mit Windrädern wird ebenfalls bereits diskutiert. Diese Versorgungsleitungen sind notwendig, tragen aber in dieser geballten Form nicht gerade zur Attraktivität der Gemeinde und zur Steigerung der Lebensqualität in der Gemeinde bei. Somit formiert sich auch in der Gemeinde Petersberg der Widerstand. Eine Bündelung von Trassen ist nachvollziehbar, aber durch die vorhandene Überbündelung werden die Räume kleiner und die Belastungen wesentlich höher.

Die Strahlenschutzkommission hat eine umfangreiche Empfehlung an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gegeben. In der Empfehlung heißt es, dass die Leitungen in der Umwelt elektrische Gleichfelder in relevanter Höhe erzeugen könnten und es grundsätzlich erforderlich machen, auch elektrische Gleichfelder zu begrenzen und somit zum Schutz der Bevölkerung den Netzbetreibern konstruktive Rahmenbedingungen vorzugeben. Die Strahlenschutzkommission weist auf die Notwendigkeit des Schutzes von Personen mit magnetisch aktivierbaren Implantaten hin. Um z. B. eine Störbeeinflussung von Herzschrittmachern sicher auszuschließen, empfiehlt die Strahlenschutzkommission eine Begrenzung der magnetischen Flussdichte des Stroms.

Vermisst wird auch, dass alternative Möglichkeiten zur Stromtrasse, wie z. B. Methanisierung und Speichertechnik nicht mit Nachdruck verfolgt werden, um den Bau der Trasse überflüssig zu machen. Um die Interessen der Region besser und konzentrierter vertreten zu können, hat sich im Juni der Verein "RhönLink e.V." gegründet. Der Verein hat seinen Sitz in Motten und der Vorstandsvorsitzende ist Jochen Vogel, Bürgermeister der Gemeinde Motten.Der Zweck des Vereins ist der Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog sowie die Erhaltung und Förderung des Landschafts-, Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes.

Der Verein versteht sich als Interessengemeinschaft, um nach außen mit allen verfügbaren Mitteln den Vereinszweck zu verwirklichen. Als besondere Ziele und Aufgaben nennt der Verein die Überprüfung der Notwendigkeit der geplanten Stromtrassen aufgrund der neuen Gesetzeslage, hier besonders die Trasse SuedLink. Vor allem geht es auch um die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Bevölkerung, Natur, Landschaft und der regionalen Wirtschaft. Der Gemeindevorstand hat daher in seiner letzten Sitzung die Mitgliedschaft bei "RhönLink e.V." beschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bildungsexperte: Gespräch mit Gunter Geiger vom „Bonifatiushaus“

Gunter Geiger, Direktor des Bonifatiushauses" besuchte Fulda aktuell-Redaktionsleiter Bertram Lenz.
Bildungsexperte: Gespräch mit Gunter Geiger vom „Bonifatiushaus“

Unbekannte beschädigen geparkte Autos in Burghaun und verletzten sich

Die Polizei sicherte Blutspuren an Fahrzeugen, die in Burghaun vergangene Nacht beschädigt wurden
Unbekannte beschädigen geparkte Autos in Burghaun und verletzten sich

Redaktionsgespräch mit VR-Bank-Vorstand Manfred Gerhard

VR-Bank-Vorstand Manfred Gerhard geht in der kommenden Woche in den Ruhestand. Wir sprachen mit dem Finanzmann.
Redaktionsgespräch mit VR-Bank-Vorstand Manfred Gerhard

Schwerverletzter Motorradfahrer bei Hilders

Bei Hilders kam es zu einem Unfall, bei dem sich ein Motorradfahrer schwere Verletzungen zuzog
Schwerverletzter Motorradfahrer bei Hilders

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.