Wegen des Zölibats: Fuldaer Pfarrer Jan Kremer legt Amt nieder

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Jan Kremer

"Zukunft an der Seite einer Frau": 47-Jähriger hatte lange Zeit in "St. Paulus" (Ziehers-Nord) und in "St. Peter" (Petersberg) priesterlich gewirkt

Fulda/Petersberg - Seit dem heutigen 2. Juli ist Jan Kremer  kein katholischer Pfarrer der beiden Pfarreien "St. Peter" in Petersberg und "St. Paulus" im Fuldaer Stadtteil Ziehers-Nord mehr. Der 47-Jährige hat sein Amt als Priester niedergelegt. Dies wurde in zwei Gottesdiensten am Wochenende bekannt gegeben. Der Grund für seine Amtsniederlegung sei der Zölibat.

Nachfolgend das Schreiben, das Kremer im jüngsten Pfarrbrief an seine Gemeinde  verfasst hat:

„Liebe Schwestern und Brüder, seit Sommer 2003 und Herbst 2004 bin ich Pfarrer in den beiden Kirchengemeinden St. Paulus und St. Peter. Das war für mich eine sehr erfüllende und intensive Zeit. 21 Jahre bin ich als Diakon und Priester im Dienst gewesen und hoffe, ich habe segensreich für Gott und die Menschen wirken können und bin dem Auftrag Jesu gerecht geworden, das Evangelium zu leben und zu verkünden. Das Kirchenrecht der katholischen Kirche sieht für das Amt des Priesters die zölibatäre Lebensform vor. Diese Lebensform, die für mich auch immer Einsamkeit bedeutet hat, kann ich nicht mehr länger für mich durchhalten. Nach reiflicher Überlegung und innerer Prüfung werde ich mein Leben in Zukunft an der Seite einer Frau verbringen. Damit werde ich durch die Nichteinhaltung des Weiheversprechens automatisch vom Dienst als Priester suspendiert und darf in keiner Weise mehr priesterlich wirken oder im Dienst der katholischen Kirche arbeiten.

Es sind nicht die Aufgaben eines Priesters und es sind auch nicht die vielen lieben Menschen, die mir in den beiden Gemeinden St. Peter und St. Paulus anvertraut wurden, die mich zu diesem Schritt bewegen. Ich habe versucht, mit Begeisterung das Evangelium zu verkünden und hoffe, Sie konnten das auch spüren. Wo ich Menschen nicht gerecht werden konnte, möchte ich das von ganzem Herzen entschuldigen. Einzig und allein die zölibatäre Lebensweise kann und will ich nicht mehr erfüllen und muss somit die Konsequenzen tragen. Trotzdem fühle ich mich in der Katholischen Kirche weiterhin zu Hause, bin dankbar für das Geschenk des Glaubens, den die Kirche in dieser Welt verkündet und bin Gott selbst dankbar, dass er mich in meinem Leben immer spürbar begleitet hat, gerade auch in den vergangene Monaten. Ich bin Ihnen und allen Menschen überaus dankbar, die mich in meinem priesterlichen Dienst unterstützt, getragen und begleitet haben und mir ist aus beiden Kirchengemeinden und auch immer aus der Diözese Fulda sehr viel Wohlwollen entgegen gebracht worden. Ich wünsche allen von ganzem Herzen Gottes Segen! Adieu!“

Auf Anfrage von "Fulda aktuell" hat die Pressestelle des Bistums Fulda den Wortlaut der Bekanntmachung übermittelt, die Prälat und Personalreferent Christof Steinert in "St. Peter" Petersberg und Kaplan Florian Böth in "St. Paulus" Fulda   in den Gottesdiensten den Gläubigen verlesen haben. Darin heißt es unter anderem:

"... auch Gespräche mit Verantwortlichen und Geistlichem Begleiter konnten die Entscheidung nicht mehr verändern". Diese müsse man hinnehmen, "so schmerzlich es für uns alle ist. Herr Pfarrer Jan Kremer sieht keine Möglichkeit mehr, die in der Weihe übernommenen priesterlichen Verpflichtungen weiter zu erfüllen und möchte einen anderen Weg weitergehen". Man danke ihm für seine Tätigkeit im Bistum und wünsche ihm Gottes Segen auf seinem weiteren Lebensweg. "Er sollte unserer betenden Begleitung gewiss sein dürfen, damit sein Vertrauen in den Gott, der größer ist als unser Herz, gestärkt wird".

 Ab 15. Juli wird Dompräpendat Florian Böth für die Dauer der Vakanz die Administration der beiden Pfarreien übernehmen und gemeinsam mit Kaplan Togar Pasaribu und dem Pastoralteam die Gemeinden "in dieser schwierigen Zeit begleiten". 

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