"Point Alpha-Stiftung" begrüßt Gedenktag zum 17. Juni

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Jetzt gelte es, den Gedenktag auch entsprechend mit Leben zu erfüllen und ihn nicht zu einer "anonymen Kalendermarkierung" verkommen zu lassen.

Geisa/Rasdorf. Die "Point Alpha Stiftung" in Geisa begrüßt mit Respekt und Genugtuung die Entscheidung der rot-rot-grünen Regierungskoalition in Erfurt, den 17. Juni nun doch zum offiziellen Gedenktag für die Opfer der SED-Diktatur zu proklamieren. Damit erfülle sich eine mittlerweile seit mehr als 20 Jahren immer wieder erhobene Forderung der Gedenkstätte an der hessisch-thüringischen Landesgrenze in der Rhön.

Es gelte, so erklärte die Stiftung, den Gedenktag nun auch mit wirklichem Leben zu erfüllen, ihn also "angemessen wie unverkrampft" zu begehen und nicht bloß wieder zu einer "anonymen Kalendermarkierung" werden zu lassen. Dies sei man nicht zuletzt den Opfern des mit der Friedlichen Revolution von 1989 gestürzten Unrechtsstaats DDR schuldig.

Neben Elternhäusern und Politik seien hier vor allem die Schulen und Hochschulen des Landes gefordert. Umfassender, tiefgreifender und systematischer als bisher müsse man sich mit sowohl mit der perfiden und vollständig undemokratischen Funktionsweise, als auch mit den zum Teil bis heute nicht hinreichend aufgeklärten und dokumentierten menschenverachtenden Verbrechen des SED-Regimes auseinandersetzen, erklärt die "Point Alpha Stiftung". Vor allem jungen Menschen, die die beiden Diktaturen auf deutschem Boden nicht erfahren hätten, müsse lückenlos vermittelt werden, wie sie politische Rattenfänger möglichst frühzeitig erkennen und unsere offene, tolerante und freiheitlich-demokratische Werteordnung schützen könnten.

Gerade auch deshalb sei es unerlässlich, immer wieder auch an den blutig niedergeschlagenen ersten Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 zu erinnern. Dieser Tag stehe zwar einerseits für einunglaublich brutales und mörderisches Vorgehen der damaligen kommunistischen Machthaber gegen das eigene Volk, er sei andererseits aber auch ein ausgesprochen stolzes Datum im deutschen  Geschichtsbuch, weil es für Mut und Aufrichtigkeit stehe und die Bereitschaft, selbst unter Einsatz von Leib und Leben für Freiheit und Demokratie zu kämpfen.

Die "Point Alpha Stiftung" sei bereit, jedwede aktive Unterstützung zu leisten, damit der 17. Juni in unserer Erinnerungskultur fortan zu einem ebenso wichtigen wie würdevollen Gedenktag wird und die Aufarbeitung der SED-Diktatur nicht zu einem bloßen Lippenbekenntnis verkommt. Vor allem das Bemühen der für diese Thematik zuständigen Staatssekretärin in der Thüringer Staatskanzlei, Dr. Babette Winter, sei in diesem Zusammenhang uneingeschränkt zu würdigen. Sie gehe selbstbewusst und unerschrocken den richtigen Weg, betonte die Stiftung.

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