,,Polemischer Vorwurf``

Hessen-Forst-Chef Michael Gerst spricht Klartext und weist Kritik zurck/Keine Holzmengen-Zusagen an Heggenstaller Kassel/Lauterbach. Der Landes

Hessen-Forst-Chef Michael Gerst spricht Klartext und weist Kritik zurck/Keine Holzmengen-Zusagen an Heggenstaller

Kassel/Lauterbach. Der Landesbetrieb Hessen-Forst betreut mit seinen 41 Forstmtern den gesamten hessischen Staatswald (343 600 Hektar), 417 kommunale Forstbetriebe mit 291 000 Hektar sowie 373 Gemeinschaftswlder mit etwa 32 000 Hektar und ungefhr 20 000 Privatwaldbesitzer mit insgesamt 76 000 Hektar Waldbesitz. In einem Interview mit Fulda Aktuell spricht dessen Leiter Michael Gerst (Foto) Klartext. Die Kritik der heimischen Sgewerker und Mittelstandsvereinigung, im Zuge der geplanten Ansiedlung des Heggenstaller-Sgewerkes in Lauterbach wrde Holz knftig nach Gutsherrenart verteilt, nennt er einen polemischen Vorwurf.

Teilen Sie die Sorgen der hessischen Sgewerker, besonders der kleinen und mittleren Betriebe, die im Zusammenhang mit der geplanten Ansiedlung des Sgewerks Pfeifer in Lauterbach von Angebots-Monopolbildung und einem Verdrngungswettbewerb sprechen?

Gerst: In Deutschland und in der EU entwickelt sich eine rasant wachsende Sgewerkskapazitt. Aus der Sicht von Hessen-Forst steigt damit der interne Wettbewerb zwischen den Rohstoffnachfragern. Dies entspricht marktwirtschaftlichen Regeln, die auch von uns beachtet werden mssen. Hessen- Forst betreut auf der weitaus grten Flche des Landes Waldeigentmer, die seit langem auf Investitionen der Holzindustrie in Hessen warten, um durch einen aktiveren Wettbewerb und steigende Nachfrage fr den produzierten Rohstoff Holz endlich auch angemessene Marktpreise erzielen zu knnen.

Stimmt es, dass Hessen Forst dem Unternehmen Pfeifer eine Grundversorgung zugesichert hat und dadurch den anderen Sgewerksbesitzern rund 1,2 Mio. Festmeter Holz pro Jahr fehlen?

Gerst: Wenn in Lauterbach das geplante neue Sgewerk entsteht, wird Hessen- Forst dem Werk ebenso Rohstoff wie anderen hessischen Holzunternehmen zu marktgerechten Preisen anbieten. Die Zahl von 1.2 Millionen Kubikmeter Liefervolumen, die den brigen Werken dadurch jhrlich fehlen sollen, ist fr mich nicht nachvollziehbar. Genauso wie hessische Holzverarbeiter Rohstoff auerhalb des Landes einkaufen, wurde und wird Holz aus Hessen jenseits der Landesgrenzen nachgefragt. Tatsache ist, dass heute lediglich die Hlfte des hier nachhaltig produzierten Holzes im Land verarbeitet wird. Sgewerke, die ihre Transportkostenvorteile durch ihre Nhe zu den Rohstoffquellen nutzen, haben natrlich Marktvorteile.

Kann Hessen Forst den mittelstndischen Betrieben eine nachhaltige Bedarfszusage geben, um zuknftige Investitionen und Arbeitspltze zu sichern?

Gerst: Es gibt weder einen Versorgungsauftrag fr Hessen-Forst noch Versorgungszusagen fr hessische Werke. Hessen- Forst ist ein Wirtschaftsbetrieb, fr den die Regeln des Marktes gelten.

Wie stehen Sie zu dem Vorwurf des MIT-Kreisverbandes Fulda, Holz wrde von Hessen-Forst nach Gutsherrenart verteilt, beispielsweise nach China und sterreich exportiert, um dadurch eine gezielte Holzverknappung und einhergehende Preissteigerung herbeizufhren?

Gerst: Dieser polemische Vorwurf entbehrt jeder Sachlichkeit. Hessen- Forst verkauft Holz an die Kunden, die seine Produkte zu marktgerechten Preisen einkaufen. Auf dieser Grundlage hatten schon immer heimische Kunden Vorrang. Schlielich bietet der Absatz an regionale Kunden auch kologische Vorteile. Wir sprechen hier vom Holz der kurzen Wege. Fernabsatz kam bisher nur in Frage fr Produkte, die wir in Hessen nicht marktgerecht verkaufen konnten.

Wird Hessen Forst die Interessen der heimischen Sgewerker in Zukunft strker bercksichtigen, vor allem hinsichtlich der Holzbeschaffung zur Abdeckung ihres Bedarfs?

Gerst: Selbstverstndlich behalten unsere heimischen Kunden bei angemessenen Preisen und zuverlssiger Partnerschaft weiterhin Vorrang. Ebenso wie unsere Marktpartner sind auch die Waldbesitzer an langfristigen und soliden Geschftsbeziehungen interessiert, die sich auch in schwierigen Zeiten, wie dem aktuellen Windwurf, bewhren.

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