Gefährlich: Polizei kontrolliert Holztransporte - viele ungesichert und überladen

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Überladener Langholztransporter auf dem Parkplatz "Werratal" an der Autobahn A4 bei Herleshausen

Die Polizei Osthessen hat vermehrt Holztransporte kontrolliert. Mit alarmierendem Ergebnis: Viele sind unzureichend gesichert und überladen!

Osthessen.  Mehr Sicherheit im Holztransportgewerbe hatte sich die Direktion Verkehrssicherheit und Sonderdienste (DVS) beim Polizeipräsidium Osthessen in den Monaten Januar und Februar auf ihre Fahnen geschrieben.

"Holztransporter in allen Größen sind auf den Straßen der Region ein gewohnter Anblick, nicht zuletzt, weil die drei osthessischen Landkreise sehr waldreich sind", berichtet Polizeirat Reiner Knacker, Leiter der DVS.

Dass es unter den in diesem sehr spezialisierten Transportbereich tätigen Unternehmen und Fahrern auch einige schwarze Schafe gibt, zeigt der Kontrollalltag der Polizisten in Osthessen. So stellten sie seit Anfang des Jahres bei mehr als der Hälfte der kontrollierten Holztransporter Verstöße fest. "In den meisten Fällen waren die Lkw überladen oder das geladene Holz nicht ordnungsgemäß gesichert", erklärt Knacker.

Am vergangenen Donnerstag (23.02.) kontrollierten Beamte der Autobahnpolizei Bad Hersfeld Holztransporte, die auf den Autobahnen A4 und A5 sowie den Zubringerstrecken unterwegs waren.

"Geringfügige Überladungen oder Mängel bei der Ladungssicherung waren dabei keine Seltenheit", erklärt Polizeihauptkommissar Mario Döring. "Dann waren für Fahrer und Halter Bußgelder zwischen 60 und 285 Euro fällig. Außerdem müssen sie mit Punkten in Flensburg rechnen."

Doch auch erhebliche Überschreitungen der zulässigen Gesamtmasse stellten die Kontrollkräfte fest. So fiel ihnen auf der Autobahn A4 in Fahrtrichtung Osten ein mit Buchenholzstämmen beladener Langholztransporter auf, den sie genauer überprüften.

"Der Lkw hätte mit über 27 Metern länge eigentlich nicht auf eine herkömmliche Brückenwaage gepasst, auf der man einen gesamten Lkw auf einmal wiegen kann. Erst mit einer zusätzlichen Radlastwaage konnten wir die Masse des Lkw bestimmen," erzählt Döring. Über 53 Tonnen brachte der Lkw samt Ladung und Aufbauten auf die beiden Waagen.

"Eine solche, kombinierte Wiegung ist erst seit kurzem zulässig und wir sind gehalten, eine erhöhte Toleranz vom Wiege-Ergebnis abzuziehen. Trotzdem war der Transport um mehr als 30 Prozent erheblich überladen", berichtet der Hauptkommissar. "Als Bußgeld wird hier ein Regelsatz von 425 Euro für den Fahrer fällig".

"Insgesamt sind wir mit den Ergebnissen unserer Schwerpunktwochen zufrieden", sagt Polizeirat Knacker. "Um langfristig ein Bewusstsein für die Sicherheit im Straßenverkehr und den Bestand der Verkehrsinfrastruktur zu wecken, wollen wir auch in Zukunft verstärkt auf überladene und unzureichend gesicherte Lkw achten." Dies gelte, so Knacker, jedoch nicht allein für Holztransporte sondern für den gesamten Güterkraftverkehr.

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