Raser im Visier der Polizei

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Fulda.  Mit dem europaweiten Verkehrsaktionstag "Speedmarathon" am Mittwoch, 19. April, rufen die hessische Polizei und teilnehmende Kommunen die Gefahren und Folgen zu schnellen Fahrens ins Bewusstsein. Zwischen 6 und 22 Uhr geraten Raser verstärkt ins Visier der Geschwindigkeitsmesser. In Hessen kommen an 324 Messstellen 757 Polizisten und Mitarbeiter der teilnehmenden Kommunen zum Einsatz. Sämtliche Blitzstellen werden über die Medien bekannt gegeben.

In Osthessen befinden sich die Messorte an der Landstraße (L) 3176 im Bereich Michelsrombach, an der L 3174 Petersberg und Hofbieber, an der BAB 7 im Bereich Neuenstein, an der B 27 in Bebra und Ludwigsau, an der B 324 zwischen Bad Hersfeld und Neuenstein sowie an der L 3140 zwischen Allmenrod und Lauterbach und an der B 49 im Bereich Feldatal-Schellnhausen.

Die Polizei registrierte 2016 insgesamt 141.133 Verkehrsunfälle auf Hessens Straßen. Bei 21.350 Unfällen verunglückten 28.342 Personen. Hiervon erlitten 23.322 leichte Verletzungen, 4.789 Personen trugen schwere Verletzungen davon und 231 Menschen starben im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall.

Der Gesamtanteil der Verkehrsunfälle mit der Hauptunfallursache Geschwindigkeit liegt mit sieben Prozent vergleichsweise niedrig. Bei Kollisionen mit Personenschäden erhöht sich dieser Anteil jedoch auf knapp 17 Prozent. Betrachtet man die Unfälle in Hinblick auf die Schwere der Folgen, nimmt die Hauptunfallursache Geschwindigkeit deutlich zu: Bei gut einem Viertel der Schwerverletzten hat nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zur Unfallentstehung beigetragen, bei Getöteten war dies bei mehr als einem Drittel der Fall. Damit ist Geschwindigkeit mit deutlichem Vorsprung die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Getöteten und Schwerverletzten.

Während innerorts das Gros der Zusammenstöße lediglich Sachschäden zur Folge haben, nehmen auf Autobahnen und der Landstraße die schweren Unfallfolgen wegen der deutlich höheren Geschwindigkeiten zu. Machten Verkehrsunfälle auf Landstraßen im vergangenen Jahr zwar etwa nur 24 Prozent am Gesamtunfallaufkommen in Hessen aus, so verloren 141 Menschen dabei ihr Leben, das entspricht einem Anteil von 64 Prozent aller 2016 im Straßenverkehr verstorbenen Menschen. Innerorts kehrt sich das Verhältnis um: Etwa 64 Prozent der Unfälle geschehen innerhalb geschlossener Ortschafen, dabei starben im zurückliegendem Jahr 51 Menschen (= 22 Prozent).

Ob Verletzte oder gar Getötete nach einem Verkehrsunfall zu beklagen sind, liegt an vielen Faktoren: Wie viele Insassen befinden sich im Wagen? Kracht man mit einem kleinen Wagen mit geringer Knautschzone frontal gegen eine Oberklasse oder prallt das Fahrzeug seitlich und damit weniger geschützt gegen ein Hindernis? In allen Fällen ist die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Aufpralls der entscheidende Faktor, ob man verletzt überlebt oder stirbt. Jeder Verkehrsteilnehmer hat Einfluss auf die Geschwindigkeit und damit auf seine eigene Lebensqualität und die der anderen.

Die Polizei gibt am 19. April sämtliche Blitzstellen für die Zeit von 6 bis 22 Uhr bekannt. Mit einer breit aufgestellten Medienkampagne sollen Verkehrsteilnehmern die Gefahren von zu schneller und nicht angepasster Geschwindigkeit ins Bewusstsein gerufen werden. Insbesondere über Beiträge in den Social-Media-Kanälen der Hessischen Polizei werden Verkehrsteilnehmer auf den "Killer Nr.1" im Straßenverkehr aufmerksam gemacht.

Osthessen: Twitter: @Polizei_oh

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