"Portraitkonzert" skizziert Schaffen des Fuldaer Komponisten Michael Quell 

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Das "Ensemble Aventure"
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Michael Quell

Konzert mit Vortrag am Samstagabend, 4. Mai, in der Kapelle des "Vonderau Museums" in Fulda 

Fulda - Zweifellos zählt der Fuldaer Michael Quell zu denjenigen Komponisten zeitgenössischer Ernster Musik, die international über ein ganz hohes Renommee verfügen. Was der 59-Jährige im Gespräch mit „Fulda aktuell“ auch so bestätigt: „Meine Werke kommen in vielen Metropolen dieser Welt zur Aufführung“.

Was also lag für die Stadt Fulda näher, als Quell vor dem Hintergrund des 1275-jährigen Stadtjubiläums ein eigenes Konzert zu widmen? Dieses findet am Samstag, 4. Mai, ab 20 Uhr in der Kapelle des „Vonderau Museums“ statt. Als Interpreten konnte das „Ensemble Aventure“ aus Freiburg gewonnen werden. Zudem wirken die Sopranistin Christine Simolka aus Basel und das mikrotonale Gitarrenquartett Jürgen Ruck aus Würzburg mit.

Und ähnlich wie Quells Schaffen weit über die Region hinausstrahlt, lockt das „Portraitkonzert“ am 4. Mai Interessierte von weither in die Barockstadt. „Anmeldungen gibt es unter anderem aus Wien, Basel, Leipzig, Frankfurt am Main und aus Heidelberg“, betont er im Gespräch. Quell freut sich in diesem Zusammenhang über die Initiative des städtischen Kulturamtes, das an ihn mit der Idee einer solchen Veranstaltung herangetreten war.

Das Konzert wird sechs Werke Quells aus unterschiedlichsten Schaffensphasen präsentieren und dabei zum einen die intellektuelle Seite ansprechen, zum anderen aber auch aufzeigen, „dass die Stücke in höchstem Maße sinnlich sind“. Dem Komponisten ist wichtig, dass seine Werke völlig neue Hör-, Erlebnis- und Wahrnehmungsräume öffnen.

Um dies anschaulich darzulegen , wird es am 4. Mai einen kurzen Vortrag von Professor Dr. Wolfgang Rüdiger von der „Robert Schumann Hochschule“ aus Düsseldorf geben. Dieser soll die Werke Quells „sowohl ästhetisch als auch musikgeschichtlich verorten“. Wenn man sich darauf einlasse, entstünde musikalisch eine ebenso faszinierende wie verblüffende Synthese mit dem übergreifend Geistigen.

Zu hören sind die Stücke „Dark Matter“, „Meister Eckhart und Suhrawardi – Der Klang der Schwinge des Gabriel“, „Staubaggregation“, "Lass die Moleküle rasen“, „A Blurring Cloud – Geschöpfe der Fahrt“ und „String II – Graviton“.

Das Freiburger „Ensemble Aventure“, das die Werke des Fuldaer Komponisten am 4. Mai interpretieren wird, zählt zu den internationalen Spitzenensembles der neuen Musik. Es konzertiert regelmäßig weltweit auf vielen großen Festivals und wurde bereits mehrfach mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet.

Damit nicht genug: An diesem Abend wird in der Kapelle des „Vonderau Museums“ zugleich die neue CD „Chamber Music Vol.2“ präsentiert, die Quell gemeinsam mit dem „Ensemble Aventure“ im November 2018 im „Hans-Rosbaud-Studio“ des „SWR“ in Baden-Baden aufgenommen hat. Das Werk ist bei der „NEOS Music GmbH“, Label für zeitgenössische Musik, mit Unterstützung der Stadt Fulda erschienen. Darüber und natürlich über das Gehörte kann sich auf Einladung der Stadt am 4. Mai im Abschluss an das Konzert ausgetauscht werden.

Tickets

Eintrittskarten für das „Portraitkonzert“ am kommenden Samstag, 4. Mai, gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Abendkasse im „Vonderau Museum“.

 

Zwischenruf von Bertram Lenz

„Der Prophet gilt nichts im eigenen Land ", sagt ein altes Sprichwort. Dies trifft – eingeschränkt – sicher auch auf Michael Quell zu, der mit seinen Kompositionen in der ganzen Welt Erfolge feiert, es in Fulda aber schwer hat. Was daran liegen mag, dass – und hier drängt sich ein wenig der Vergleich mit dem Künstler Franz Erhard Walther auf – die Werke des 59-Jährigen kein „Mainstream“ sind, sondern es Zeit braucht, bis sie einem vertraut geworden sind.

Dann aber wirken die im besten Wortsinne unerhörten Klänge wahrhaft faszinierend, schaffen eine vielschichtige Ebene und eröffnen neue Räume des In-Sich-Aufnehmens.

Insofern kann man das Kulturamt der Stadt Fulda nur zu dem Entschluss beglückwünschen, Quell am 4. Mai in der Kapelle des „Vonderau Museums“ ein „Portraitkonzert“ zu widmen. Was hätte passender sein können, als hierzu den übergeordneten Rahmen des 1275-jährigen Jubiläums zu wählen, das 2019 gefeiert wird. Den Hörern – und da bleibt zu hoffen, dass es nicht nur Besucher aus anderen Regionen sein werden – wird so die Möglichkeit eröffnet, sich auf etwas Neues einzulassen.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Konzerte wie jene von Nena, den „Scorpions“, von „EAV“ oder von Mark Forster sind wichtig, um ein breites Publikum anzulocken und dem Stadtjubiläum so die Resonanz zu geben, die es verdient.

Dass dabei aber auch Zeit und Raum bleibt, einem Künstler wie Michael Quell die Bedeutung einzuräumen, die er verdient – das ist allemal lobenswert und verdient ein „Chapeau!“

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