Ein Präsident für alle

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Der neue „Rhönklub“-Präsident Jürgen Reinhardt (Zweiter von links)  im Redaktionsgespräch mit Redakteurin Jennifer Sippel, Redakteur Christopher Göbel und Redaktionsvolontärin Sabine Grebe (von links). Foto: Gröger

Fulda. Jürgen Reinhardt, der neue Chef des 23.500 Mitglieder umfassenden "Rhönklubs", war zum Redaktionsgespräch zu Besuch.

Osthessen. Der neue Chef von rund 23.500 Mitgliedern des "Rhönklubs" ist seit dem 6. Juli dieses Jahres Jürgen Reinhardt. Beim Redaktionsgespräch im Zeitungsverlag "Fulda aktuell" sprach der 64-Jährige über seine Ziele, den Klub und die Konflikte, die in der Vergangenheit für Unmut unter den Mitgliedern gesorgt hatten.

Lokalo24.de: Wie sieht Ihre Laufbahn im "Rhönklub" aus und was hat Sie dazu gebracht, für das Präsidentenamt zu kandidieren?

Jürgen Reinhardt: Ich bin seit mehr als 40 Jahren Mitglied des Klubs und seit fast 30 Jahren im Vorstand meines Zweigvereins. Seit 1998 bin ich Vorsitzender des Zweigvereins in Fulda und seit 19 Jahren im Hauptvorstand tätig. Ich habe vor meiner Wahl die Geschäfte des Klubs eineinhalb Jahre stellvertretend geleitet. Ich kenne mich also gut mit der Materie aus und wurde deshalb von Mitgliedern gefragt. Ich wusste also, auf was ich mich einlasse (schmunzelt).

L24: Was gehört zu Ihren neuen Aufgaben?

JR: Zuerst einmal bin ich ein ganz normaler Vereinsvorsitzender mit allen dazugehörigen Tätigkeiten. Wir haben 87 Zweigvereine und ich habe natürlich auch repräsentative Aufgaben. Die anderen Mitglieder im Hauptvorstand haben alle verschiedene Tätigkeitsfelder. Wir erhalten und beantworten auch Anfragen beispielsweise zum Thema Naturschutz, Kultur und Wege-Markierungen. Ich selbst führe auch Wanderungen durch die schöne Rhön.

L24: In den vergangenen Jahren war der "Rhönklub" durch Streitigkeiten an der Spitze immer wieder negativ in den Schlagzeilen. Welche Erwartungen haben die Mitglieder nun an Sie?

JR: Ich möchte den Verein wieder in geordnete Bahnen bringen. Es soll wieder Ruhe einkehren.L24:  Welche Pläne hegen Sie selbst für ihre gerade begonnene Amtszeit?

JR: Ich möchte die Satzung unseres seit 1876 bestehenden Klubs überarbeiten und zeitgemäßer machen. Manches muss an die heutige Zeit angepasst werden. Zudem sind wir im etwa 16-köpfigen Hauptvorstand am Überlegen, ob wir die Amtszeit des Präsidenten auf maximal drei Wahlperioden – also dreimal drei Jahre – begrenzen. Das könnte die Nachfolge eines Amtsinhabers erleichtern. Ein weiteres Ziel ist die Instandsetzung der "Milseburghütte". Diese muss grundlegend saniert werden. Doch das ist schwierig, weil sie mitten im Naturschutzgebiet liegt und weder Strom- noch Wasseranschluss hat. Dennoch müssen die sanitären Anlagen der 1894 erbauten Hütte dringend erneuert werden.

L24: Wie hoch ist das Arbeitsaufkommen im neuen Amt?

JR: Ich bin drei halbe Tage in der Woche in unserer Geschäftsstelle und erledige auch einige Dinge von Zuhause aus. Derzeit ist die Planung der Hauptversammlung mit rund 500 Mitgliedern in Bad Bocklet vorrangig. Für unsere nächsten Kulturtagungen sind auch Vorbereitungen zu treffen. Das Thema in 2015 lautet "Museen", ein Jahr später möchten wir uns mit der Person Martin Luther auseinandersetzen. Des Weiteren müssen ja unsere Wanderewege regelmäßig überarbeitet werden und auch der "Gesamtwanderplan" wird jedes Jahr neu herausgebracht.

L24: Wie hoch ist der Altersdurchschnitt der "Rhönklub"-Mitglieder?

JR: Der ist sehr hoch. Um dem zu begegenen, sind wir ein Teil der "Deutschen Wanderjugend" und beteiligen uns an Aktionen wie "Schulwandern" in den hiesigen Schulen. In unserem Hauptvorstand haben wir einen Familienwart, der sich um die Nachwuchsarbeit kümmert.

L24: Welches sind Ihre bevorzugten Wanderstrecken in der hessischen, thüringischen und bayerischen Rhön?

JR: Es gibt sehr viele schöne Orte. Für mich gehört die Hochrhön im Sommer oder im Herbst dazu, wenn die Farbenspiele das Auge verwöhnen. Auch der Kreuzberg ist lohnenswert – nicht nur wegen des Bieres (lacht!). Ich mag Orte, an denen Natur und Kultur aufeinandertreffen.

L24: Sie sind kürzlich in den passiven Teil der Altersteilzeit eingetreten. Was sagt eigentlich Ihre Gattin zu dem neuen Engagement?

JR: Meine Frau Klaudia ist zum Glück ebenfalls Mitglied im "Rhönklub", unter anderem Schriftführerin im Zweigverein Fulda. Sie steht voll dahinter und hat mir auch dazu geraten, für das Amt zu kandidieren. Und sie hatte Recht: Es macht mir Spaß – auch wenn ich vor lauter "Rhönklub" kaum noch zum Wandern komme (lacht)!

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