Präsident ohne Volk

Lngere Zeit hatte man von ihm zu brennenden gesellschaftspolitischen Themen in diesem unserem, in seinem Lande nichts gehrt. Nun ging Hors

Lngere Zeit hatte man von ihm zu brennenden gesellschaftspolitischen Themen in diesem unserem, in seinem Lande nichts gehrt. Nun ging Horst Khler, seines Zeichens Prsident der Bundesrepublik Deutschland, in einen Interview mit dem Focus" wieder einmal an die breite ffentlichkeit - und steht nun bei zwei Dritteln der Bevlkerung selbst im Fokus, unter heftiger Kritik.

Die verweigern ihm nmlich die Gefolgschaft, will heien, die Zustimmung zu seiner umstrittenen Forderung, den Benzinpreis krftig zu erhhen. Eine regelrechte Wut-Welle hat Khler damit ausgelst. Aus dem frheren volksnahen Horschtl" (das durfte man frher, ohne als respektlos zu gelten und das hchste reprsentative Amt im Staate zu beschdigen, so sagen), dem Super-Horst" (weil er mitunter den moralischen Finger in die Wunden unserer Zeit legte und auch mal in einer Brandrede gegen sein frheres Gewerbe und skrupellose Banker wetterte) scheint ein Prsident ohne breite Volksuntersttzung geworden zu sein. Bei allem Respekt, Herr Bundesprsident: Ihre Aussagen waren weltfremd, naiv, instinktlos und zeugen von wenig Fingerspitzengefhl fr die Gefhle, die wirklichen Sorgen und Nte des kleinen Mannes" in der momentanen Finanz- und Wirtschaftskrise. Ihre Angriffsziele", lieber Horst Khler, sollten nicht die gut eine Million Kurzarbeiter sein, die derzeit weniger Geld bekommen, dafr aber an der Zapfsule mehr blechen sollen. Es drfen auch nicht die Berufspendler aus der hohen Rhn sein, die mangels passender Verbindungen im ffentlichen Personennahverkehr ohne eigenen Privat-Pkw nicht rechtzeitig, termingerecht oder berhaupt nicht zur Arbeit kommen. Es drfen auch nicht die Kleinhandwerker sein, die zum berleben ihrer Firma jeden Cent einzeln umdrehen mssen und nun ad hoc 60 Cent mehr pro Liter zahlen sollen. Und es sollten auch nicht die Osterurlauber sein, die sich - da mache ich jede Wette - einmal mehr und wie alle Jahre wieder ber steigende Benzinpreise bei der Fahrt in die Ferien rgern werden. Ihre Adressaten sollten die Autohersteller sein, die ihr Augenmerk besser auf spritsparende Kleinwagen-Konzepte richten als spritschluckende Premium-Segmente forcieren sollten. Ihr Blick sollte sich auch auf Sie selbst und jene geistesverwandten Klientel-Gruppen richten, die mit dem dicken Dienstwagen oder gar Hubschrauber - wie viele Politiker, Wirtschaftsbosse oder Sport- und Popstars - ins Bro fahren und zum Privatvergngen fliegen.Wie sagte doch so schn und sinngem der Regierungssprecher: Das Wort des Staatsoberhauptes spricht fr sich!" In diesem Falle sprechen Worte und Taten eindeutig gegen ihn. Horst Khler - ein Prsident ohne (Rckhalt im) Volk!

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