Preis-Explosion im Supermarkt

Insbesondere für Gemüse müssen Verbraucher jetzt tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. 
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Insbesondere für Gemüse müssen Verbraucher jetzt tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. 

Der Gang in den Supermarkt macht je nach Einkommen gerade wenig Spaß. Mit 4,5 Prozent stiegen die Preise für Lebensmittel zuletzt deutlich höher als die allgemeine Inflationsrate von 4,1 Prozent.

Fulda. Es handelt sich um die höchste Steigerung seit 28 Jahren. Die Preise für manche Produkte wie Eier und pflanzliche Speiseöle haben sich in einem Jahr um mehr als zehn Prozent gesteigert. Aber woran liegt das?

Wie das „Statistische Bundesamt“ weiter auf seiner Homepage mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum September um 0,5 Prozent. Doch nicht nur für die Verbraucher wird es teurer, auch die regionalen Bauern sind von einer Preis-Explosion betroffen. Wegen hoher Energiekosten drosselt die Industrie die Produktion von Mineraldünger. „Das Gas wird knapp und immer teurer. Der Dünger ist bereits doppelt, wenn nicht dreifach so teuer wie normalerweise. Das könnte sich für das Erntejahr 2022 nicht gut auswirken“, so Sebastian Schramm, Geschäftsführer des „Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld“ gegenüber FULDA AKTUELL. Generell seien die Bauern, wie andere Branchen auch, nur schwer durch die Coronazeit gekommen. „Am Anfang blieb Corona unbemerkt, doch spätestens nach dem ersten Lockdown haben die Bauern mit Lieferengpässen und Quarantäne zu kämpfen gehabt“, so Schramm. Auch die Kosten der Milchproduktion seien bis zu 30 Prozent gestiegen, gleichzeitig seien aber die Erlöse der Landwirte nur um fünf Prozent gestiegen. „Dies erklärt warum beispielsweise die Milch im Supermarkt teurer geworden ist, ähnlich wie bei Eiern, Fleisch, Kartoffeln, Ölen und Gemüse“, so Schramm.

„Auch der Preisverfall der Schlachtschweinepreise bei gleichzeitiger Kostenexplosion beim Mischfutter ist eine finanzielle Katastrophe für die deutschen Schweinehalter und Schlachter. Jedes Schwein, das zu den aktuellen Konditionen erzeugt und verkauft wird, führt in der Masterzeugung zu einem Verlust“, erklärt Schramm. So könne man nur auf gute Witterungsverhältnisse für das nächste Jahr hoffen und dass die Preise nicht noch mehr ansteigen.

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