Nur ein Presseorgan bei AfD-Veranstaltung mit Gauland in Großenlüder zugelassen

AfD-Veranstaltung am Freitagabend in Großenlüder.
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AfD-Veranstaltung am Freitagabend in Großenlüder.

Einen Eklat gab es bei einer AfD-Veranstaltung im Jagdhaus "Klein-Heilig-Kreuz" in Großenlüder, denn nur ein Medium wurde zur Veranstaltung zugelassen.

Von Matthias Witzel

Großenlüder - Vertreter verschiedener Medien im heimischen Raum begegnen sich auf Terminen oft als Konkurrenten. Nicht so bei der Auftaktveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) für den Bundestagswahlkampf am frühen Freitagabend im Jagdhaus "Klein-Heilig-Kreuz" in Großenlüder, wo die Kollegen von "Fuldaer Zeitung", "Hessischer Rundfunk" und "Osthessen-News" wie ein Mann zusammenstanden. Denn zugelassen waren nur die Vertreter der "Osthessen-Zeitung".

Der Tag bahnte sich schon seltsam an. Ein großes Geheimmnis war von Seiten der AfD um den Veranstaltungsort gemacht worden, da die eigentlich vorgesehene Gaststätte "Zum Lüdertal" im Großenlüderer Ortsteil Bimbach wegen "massiver verbaler Bedrohungen" und im Hinblick auf eine geplante Gegendemonstration einen Rückzieher gemacht hatte. Um 14.23 Uhr flatterte dann am Freitag eine Meldung in das redaktionelle Postfach, in der auf die Abendveranstaltung in "Klein-Heilig-Kreuz" hingewiesen wurde. Sie war als offizielle AfD-Einladung deklariert und wurde von FZ, HR und O|N auch als solche bewertet. Als deren Pressevertreter dann beim Jagdhaus, das weiträumig von etwa hundert Polizeibeamten abgeschirmt war, ankamen, teilte ein Mann von der Security unmissverständlich mit, dass lediglich die "Osthessen-Zeitung" Zutritt habe. Mehr könne er nicht sagen.

AfD-Veranstaltung am Freitagabend in Großenlüder.

Auf Nachfrage bei Hermann Krauss teilte der Kreissprecher der AfD Fulda ziemlich unwirsch mit, dass es sich um eine "Geschlossene Veranstaltung" handele. Den berechtigten Einwand, dann hätte die AfD mittags ja auch keine Einladung zu schicken brauchen, quittierte er mit Ahnungslosigkeit. Ein wenig mehr Aufschluss brachte der Kommentar von Martin Hohmann aus Neuhof, der als Direktkandidat für den Wahlkreis 174 (Fulda) ins Rennen um die Bundestagswahl geht. "Das Schreiben von heute Mittag kam von Robert Wasiliew, einem Partei-Mitglied, das aber nichts zu sagen hat."

Warum aber ausgerechnet Fuldaer Zeitung, Hessischer Rundfunk und Osthessen-News nicht in die Veranstaltung dürften, dies erklärte Hohmann mit der allzu kritischen und "verfälschten" Berichterstattung in den vergangenen Monaten und bezog sich besonders auf die Fuldaer Zeitung. "Die ,FZ' hat den Bogen längst überspannt. Und da muss man jetzt ein Zeichen setzen." Auf den Einwand, den selben Vorwurf könne man O|N und HR nicht so ohne Weiteres machen, sagte Hohmann, er werde für diese beiden Medien nochmal beim Veranstalter nachfragen.Nachdem auch Anhänger der Republikaner von dem optisch wenig vertrauenserweckenden Security-Team in das Jägerhaus gelassen worden waren, fuhr schließlich AfD-Spitzenkandidat und Hauptredner Dr. Alexander Gauland in einer Limousine vor. Er sei grundsätzlich dafür, die Presse reinzulassen, sagte er gegenüber den verladenen Journalisten. "Ich bin aber als Gast hier. Das müssen Sie mit den Veranstaltern klären."

Die Nachfrage Hohmanns, ob nicht doch O|N und HR in den Saal dürften, wurde übrigens verneint. "Wir haben seit einiger Zeit ein Exklusiv-Abkommen mit der Osthessen-Zeitung, was die Berichterstattung angeht", sagte Hohmann wörtlich. Dass diese Praktik stark an die Zensur und die Gleichschaltung der Presse im Dritten Reich erinnere, wie OSTHESSEN|NEWS bemerkte, wischte er mit einem nonchalanten Lächeln beiseite: "Na, soweit können Sie ja nun nicht gehen."

AfD-Veranstaltung am Freitagabend in Großenlüder.

Übrigens: Selbst wenn Hohmann doch durchbekommen hätte, dass O|N und HR den Saal hätten betreten dürfen, sie wären dennoch wieder gegangen und hätten den Redakteur der Fuldaer Zeitung nie im Leben alleine draußen stehen lassen. Das gebietet schlicht und ergreifend die Solidarität unter Kollegen. Und auch die Osthessen-Zeitung hat sich schließlich schon bald nach Veranstaltungsbeginn aus der Berichterstattung wieder ausgeklinkt.

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