„Pro Söder“-Stimmung

Mit Maske und Abstand: Dag Wehner rechts) im Gespräch mit „Fulda aktuell“-Redaktionsleiter Bertram Lenz.
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Mit Maske und Abstand: Dag Wehner rechts) im Gespräch mit „Fulda aktuell“-Redaktionsleiter Bertram Lenz.

Dag Wehner, einer der stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden, zur Lage der Union

VON BERTRAM LENZ

Fulda. Nach einem wochenlangen Hin und Her mit Markus Söder von der CSU ist Armin Laschet CDU) zum Kanzlerkandidaten der Union bestimmt worden. Auf Einladung von „Fulda aktuell“ nahm Dag Wehner zu den Vorgängen Stellung. Der Fuldaer Bürgermeister ist einer von vier Stellvertretern im CDU-Kreisvorstand Fulda und zudem Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Fulda.

Wehner macht im Gespräch keinen Hehl daraus, dass ihm eine geräuschlose und nicht in breiter Öffentlichkeit geführte Debatte um die Kanzlerkandidatur der Union lieber gewesen wäre. Am Ende der Kür hätte Söder hätte stehen sollen. Dieser stehe für ein Mehr an Aufbruchstimmung, Innovation und Neuanfang und verkörpere außerdem als bayerischer Ministerpräsident erfolgreich die Mischung zwischen Modernisierung und konservativer Weltanschauung – Stichwort „Laptop und Lederhose“.

Diese Stimmung „Pro Söder“ habe er, so Wehner, auch im Fuldaer CDU-Kreisverband erkennen können, „und dies liegt nicht nur in der geografischen Lage zu Bayern begründet“. Eine Abstimmung über die beiden Kandidaten habe es freilich ebensowenig gegeben wie ein offizielles Votum. Söder sei schließlich auch sein überzeugendes Auftreten während des Aufkommens der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr zugute gekommen, als man ihn meist auch an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel gesehen habe.

Der stellvertretende Kreischef der CDU Fulda gesteht indes ein, dass man auch Laschet nicht unterschätzen solle, der als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen bewiesen habe, wie man ein solch großes Bundesland erfolgreich regiere, und der auch schon aussichtslose Wahlen habe gewinnen können. Ansonsten aber stehe Laschet auf Bundesebene für eine Politik, wie sie in den vergangenen Jahren gemacht worden sei.

Die Bürger aber interessiere, „wo es mit der Republik in Zukunft hingeht“, und da seien alle bislang feststehenden Kandidaten – ob von CDU, SPD oder Grünen – bislang Antworten schuldig geblieben.

Der 53-Jährige gesteht ein, dass die Diskussionen um die Kanzlerkandidatur der Union geschadet hätten, und auch im Kreisverband Fulda werde es wohl Austritte von Mitgliedern geben. Mit jedem suche man aber das Gespräch, zumal die Mitglieder sehr wohl zu unterscheiden wüssten zwischen der politischen Arbeit und den Erfolgen vor Ort und der Politik auf Bundesebene. Auch gebe es gerade in schwierigen Zeiten immer wieder Menschen, die in die Partei einträten, um diese zu unterstützen.

Natürlich sei man über das Ergebnis bei der Kommunalwahl vom März nicht glücklich, doch sei dies zum großen Teil der bundespolitischen Stimmungslage geschuldet. „Wäre 14 Tage später gewählt worden, hätten wir noch schlechter abgeschnitten“, so Wehner, der an eine gute Ausgangsposition im Herbst 2020 erinnert. Dann aber sei unter anderem wegen der Probleme beim Impfen, Testen und der Verzögerungen bei Auszahlung der Wirtschaftshilfen die Stimmung gekippt.

Abschließend angesprochen auf Annalena Baerbock, die Kanzlerkandidatin der Grünen, zeigt sich Wehner sehr gespannt, für welche inhaltlichen Positionen diese eigentlich stehe. Baerbock verfüge über keinerlei Erfahrung in praktischer Regierungsarbeit, „was schon sehr hilfreich wäre“. Vielmehr habe sie bislang eine klassische Parteikarriere durchlaufen.

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