1. lokalo24
  2. Lokales
  3. Fulda

Problembär Wolf?

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Hoppla! Sind wir jetzt im falschen Film? Der mit dem Wolf tanzt spielt doch im fernen Amerika von Hollywood-Star Kevin Costner und nicht

Hoppla! Sind wir jetzt im falschen Film? Der mit dem Wolf tanzt spielt doch im fernen Amerika von Hollywood-Star Kevin Costner und nicht in der beschaulichen Idylle des nordhessischen Reinhardswaldes. Auch wenn Wolfhagen gleich um die Ecke liegt.

Oder will uns da mglicherweise jemand ein Mrchen erzhlen vom Rotkppchen und dem bsen Wolf? Eventuell ein voreiliger Frster sozusagen ein vorgezogenes mediales Sommerloch fllen? Die ffentlichkeit quasi im Nebel eines nordhessichen Loch Ness herumstochern lassen? Oder wollen uns findige Fremdenverkehrsmanager, um die Touristenfrequenzen in der Region zu erhhen, gar gleich einen riesengroen Bren aufbinden?

Dann bleibt man bei diesem Vergleich knnte der Schuss auch nach hinten los gehen, denkt man nur an den armen Bruno aus Bayern. Dem standen stramme Gebirgsschtzen beim Einwandern aus einem sdlichen Nachbarland zunchst auch Spalier, bevor er vom obersten Landes- und Jagdherrn, dem... hhhhh, wie hie der doch noch, ach ja, dem Stoibers Edi, zum Problembren erklrt, zum Abschuss frei gegeben und schlielich in wilder Wildschtz-Jennerwein-Manier meuchlings ermordet wurde.

Um jetzt im Mnchener Jagdmuseum ein tristes Dasein als Schauobjekt fr an der Natur eher desinteressierte bayerische Schulklassen fristen zu mssen. Dieses Schicksal knnte dem Wolf aus Hessen auch blhen ganz egal, ob es sich nun um einen geschickt eingefdelten PR-Coup fr ein mglicherweise aus einem Gehege entflohenes zahmes Zootier oder doch einen aus dem Osten eingewanderten wilden Jung-Rden handelt.

Es ist dem Wolf zu wnschen, dass er schnell eine Partnerin zum Paaren findet, um vielleicht doch wieder eine (wenn auch nur kleine) hessische Wolfs-Population grnden zu knnen. Zu befrchten ist freilich, dass unser Wolf im bertragenen Sinne zum Problembren mutieren knnte gehetzt von Rudeln von Pressefotografen, die um das beste Bild wetteifern, verfolgt von wissbegierigen Wildbiologen, die seine genetische Herkunft erforschen mchten, gechtet von Schafhirten, die um die besten Preise fr gerissene Schafe feilschen.

Und wenn er das alles doch schadlos berstanden haben sollte, dann wird er sptestens beim Lauf nach einer lufigen Wlfin von einem Auto totgefahren. Geben wir uns keinen Illusionen hin: So schn sich das Ganze im Augenblick anlsst, so sehr sich das Naturschtzer wnschen und wir alle ihm Willkommen Wolf zurufen mgen: Die Realitt wird leider so aussehen, dass er in unserer heutigen hochtechnisierten hessischen Welt letzt-endlich fehl am Platz ist.

Auch interessant

Kommentare