Pro&Contra: Öffentliches WLAN für alle?

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Die Redakteure Jennifer Sippel und Christopher Göbel vertreten zwei unterschiedliche Meinungen, was WLAN-Nutzung in der Öffentlichkeit betrifft.

Volumentarif adé: Willkommen WLAN!

Ich liebe mein WLAN zuhause.  Kaum bin ich zur Tür hereingekommen, zeigt mir mein Handy an, dass ich drin bin. Surfen, "WhatsApp” schreiben und "Facebook” checken gehen schneller als mit "3G” oder "LTE”. Und vor allem: Das  Megabyte-Kontingent meines Mobilfunkvertrages bleibt unangetastet. Wie schön wäre es, wenn es bundesweit überall kostenfreie WLAN-Hotspots gäbe, in die ich mich kostenfrei einloggen und nach Herzenslust in den Weiten des Webs surfen könnte.

Schnelle Datenübertragung und hohe Sicherheitsstandards wären natürlich ein Muss. Ohne kann es nicht funktionieren. Die Möglichkeit für Städte und Gemeinden, WLAN-Hotspots anzubieten, ist durch das Telemediengesetz seit dem Sommer sogar noch vereinfacht worden. Denn die Betreiber der Hotspots sind nicht mehr haftbar zu machen für das, was die eingeloggten Nutzer über das WLAN anstellen. Wer sich mit der richtigen Sicherheits-Ausstattung auf Smartphone oder Tablet in öffentliche WLANs begibt, kann unterwegs ohne das Datenvolumen-Limit im Hinterkopf surfen.

Ich denke, dass das schon einige Menschen dazu bringt, längere Zeit in den Städten zu verbringen. Sich einen Kaffee zu genehmigen oder zum nächsten Buchladen zu gehen, um das soeben gegoogelte Werk direkt zu erwerben. In unsere digitalisierte Welt gehört das WLAN. Ansonsten verdienen nur die Mobilfunkanbieter, die mit Tempo-Drosselung oder kostenpflichtigen Volumenerhöhungen arbeiten.

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Wollen wir smartphone-fixierte Zombies?

Ich finde mein Smartphone unheimlich praktisch: Ich bin jederzeit erreichbar und kann andere erreichen. Ich kann Dinge "googlen", wann ich will oder mich auch zu einem bestimmten Ziel lotsen lassen. Das alles geht wunderbar mit meinem Datenvolumen. Zuhause nutze ich natürlich unser WLAN.

Was die Menschheit aber meiner Meinung nach absolut nicht braucht, sind kostenfreie WLAN-Hotspots in den Städten, so wie Fulda und Hünfeld es anstreben. Ich finde es bereits jetzt sehr störend, wenn Menschen permanent auf ihr Smartphone starren, wie Zombies durch die Gegend laufen, im Restaurant ihrem Gegenüber kaum noch zuhören, weil sie eine "Whats-App" schreiben oder schauen, ob es bei "Facebook" etwas Neues gibt. Wo soll denn das noch hinführen? Im schlimmsten Fall verlernen wir, uns miteinander zu unterhalten, ohne "Nebenbeschäftigung" auf dem Smartphone. Selbst kleine Kinder werden heutzutage mithilfe von Tablets oder Smartphones "ruhig gestellt". Wie praktisch, wenn es dann für das Streamen von Filmen oder Herunterladen von Spielen kostenloses WLAN in der Öffentlichkeit gibt...

Ein weiterer Punkt ist die Strahlung. Wie gefährlich ist es, wenn wir permanent durch hochfrequente elektromagnetische Felder laufen? Diese Frage kann uns aktuell niemand beantworten. Zuhause können wir WLAN-Router, Handys und schnurlose Telefone ausschalten, um weniger Strahlung ausgesetzt zu sein – in der Stadt geht das nicht.

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