QR-Code statt des gelben Hefts: Wie und wo kommt an den digitalen Corona-Impfpass?

Ab dem kommenden Montag sollen Apotheken die Digitalisierung des Corona-Impfnachweises auf die Smartphones der Geimpften bringen.
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Ab dem kommenden Montag sollen Apotheken die Digitalisierung des Corona-Impfnachweises auf die Smartphones der Geimpften bringen.

Seit Donnerstag können vollständig Geimpfte den Nachweis darüber per App auf das Smartphone laden lassen.

Osthessen. Im Alltagsleben während der Corona-Pandemie wird eines immer wichtiger: Der Nachweis der vollständigen Impfung gegen COVID-19. In Deutschland sind derzeit rund 17 Millionen Menschen vollständig geimpft und hätten somit einen Anspruch auf den digitalen Impfpass.

Laut Bundesgesundheitsministerium sind zwei Smartphone-Apps für den digitalen Impfnachweis geeignet: Die bekannte „Corona Warn App“ und „CovPass“. Letztere ist seit Donnerstag in den App-Stores verfügbar. Für die „Corona Warn-App“ gab es ein Update, das die besagte Funktion beinhaltet. Der Apotheker Klaus Ohlendorf sagte im Gespräch mit FULDA AKTUELL: „Wir machen alles mit.“ Er betreibt die „Marien-Apotheke“ in Hünfeld. Im IT-System der Apotheken war die Infrastruktur für die Digitalisierung des Impfnachweises am Mittwoch bereits eingerichtet. „Ich kann nicht sagen, welchen zeitlichen Aufwand wir bewältigen müssen, wenn – sagen wir – 50 Menschen mit ihrem gelben Impfausweis oder einem Nachweis eines Impfzentrums vor der Tür stehen“, so Ohlendorf. „Die Situation ist extrem schlecht vorhersagbar“, so Ohlendorf vor dem Beginn der Aktion.

„Wir wollten so schnell wie möglich ein Werkzeug entwickeln, mit dem Apotheken sicher und rechtsverbindlich einen Impfnachweis digitalisieren können. Über das wohnortnahe Apothekennetz bringen wir den Impfnachweis am besten zu den Menschen“, sagte Thomas Dittrich, Vorsitzender des ,Deutschen Apothekerverbandes‘ DAV). „In den ersten Tagen wird die Zahl der Apotheken, die das Angebot machen, wahrscheinlich noch begrenzt sein. Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Apotheken sehr schnell im vierstelligen Bereich liegt.“

Die „Marien-Apotheke“ betreibt derzeit auch noch ein Corona-Testzentrum. „Dort ist die Nachfrage geringer geworden und ich habe einen IT-Angestellten dort, der sich eventuell um die neue Aufgabe kümmern wird“, so der Apotheker. Er stellt sich auch die Frage, ob in die Smartphone-App nur die COVID-19-Impfung eingetragen werden soll oder ob in weiteren Schritten der komplette Impfausweis dann in digitaler Form auf Smartphones verfügbar gemacht werden solle. Letztendlich werde er abwarten müssen, wie sich die Lage zukünftig darstellt: „Wir haben ja nebenher auch das normale Tagesgeschäft zu erledigen“, so der Hünfelder Apotheker.

Neben den Apotheken sollen auch die impfenden Hausärzte demnächst in die Lage versetzt werden, den digitalem Impfnachweis auszustellen. In welchem zeitlichen Rahmen das geschehen soll, ist momentan noch nicht klar. Auch die Bundesländer als Betreiber der Impfzentren sollen die Möglichkeit erhalten, digitale Nachweise zu erstellen.

Laut Bundesgesundheitsministerium wurde der Impfzertifikatsservice den Impfzentren durch das beteiligte IT-Unternehmen „IBM“ in dieser Woche zur Verfügung gestellt. Für bereits vollständig Geimpfte soll der Nachweis zunächst in Papierform verschickt werden. Mit dem darin enthaltenen QR-Code ist dann die Digitalisierung möglich.

Laut „aertzeblatt.de“ soll die automatische Zusendung allerdings nur für Menschen infrage kommen, die in einem Impfzentrum beide Impfungen bei „Johnson Johnson nur eine) erhalten haben. Wer beide Spritzen beim Hausarzt bekommen hat, müsste sich mit seiner Praxis in Verbindung setzen. „Ärzte sollen die Möglichkeit haben, ihren Patienten freiwillig die entsprechenden Codes per Post zu senden“, so das Ärzteportal. Für eine Automatisierung sei der Aufwand in den Hausarztpraxen zu hoch.

Die „CovPass“-App soll auch auf älteren Smartphones laufen. Bei „Android“-Systemen wird die App vermutlich ab Version 6 des Betriebssystems laufen, bei „iPhones“ ab „iOS 12“. Fälschungen erkennen Was die Übertragung des QR-Codes oder des Papier-Impfnachweises in den Apotheken in die digitale Smartphone-Variante betrifft, so ist Apotheker Klaus Ohlendorf sicher: „Wir Apotheker haben einen geschärften Blick auf die Dokumente, die uns vorgelegt werden. Das gilt beispielsweise auch bei privaten Rezepten, die wir auf Echtheit prüfen müssen. Er traue sich und seinen Mitarbeitern durchaus zu, eine gefälschten gelben Impfpass von einem echten unterscheiden zu können. „Die Fälschung von Impfpässen ist strafbewehrt. Das gilt für analoge wie für digitale Impfdokumente“, so das Bundesgesundheitsministerium zum Thema Impfnachweis-Fälschung.

In den Smartphone-Apps sollen zunächst lediglich Name und Geburtsdatum des Geimpften sowie der COVID-Impfnachweis gespeichert sein. Bei einer Überprüfung muss auch ein gültiges Ausweisdokument bereitgehalten werden. Der gelbe Impfpass bleibt natürlich weiterhin als Dokument gültig.

Die digitale Variante des Corona-Impfnachweises soll Geimpften den Alltag erleichtern, beispielsweise bei Urlaubsreisen, in Geschäften oder bei Veranstaltungen. laut Bundesgesundheitsministerium sollen auch die Impfnachweise von Partnern und Kindern in der App gespeichert werden können.

Wer kein Smartphone besitzt, kann den eigenen QR-Code in Papierform vorzeigen und an den jeweiligen Kontrollstellen einscannen lassen. Auf www.mein-apothekenmanager.de können sich vollständig geimpfte Menschen informieren können, welche Apotheken im Umkreis die Digitalisierung des Impfnachweises anbieten.

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