Angekündigte "Wella"-Schließung schlägt weiter Wellen 

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Reaktionen der Industriegewerkschaft und von "Die Linke" /  Harsche Kritik an "Coty"

Hünfeld - Die angekündigte Schließung der "Wella" in Hünfeld ("Fulda aktuell" berichtete ausführlich am Wochenende) schlägt weiter hohe Wellen. Inzwischen liegen Stellungnahmen des Bezirkes der Industriegewerkschaft (IG) Bergbau, Chemie, Energie sowie von den "Linken" vor.

Beate Rohrig, Bezirksleiterin Mittelhessen der Industriegewerkschaft, zeigt sich entsetzt über die beabsichtige Schließung des Werkes: "Es gibt für diese Pläne überhaupt keine wirtschaftliche Notwendigkeit. Analysen, die auch dem Management vorliegen, belegen, dass es sehr wohl realistische Konzepte zur Fortführung der Produktion in Hünfeld gibt. Die Betriebsräte haben gezeigt, dass sie mehr von den Betriebsabläufen und den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens verstehen als die Manager auf der anderen Seite des Verhandlungstisches. Das nachhaltige Konzept für den Standort Hünfeld bleibt jedoch ungenutzt. Zudem haben Gewerkschaft und Betriebsrat mehrfach betont, dass sie zu Zugeständnissen bereit wären.“

Für Rohrig ist klar: „Hier geht es um rücksichtslose Marktbereinigung auf Kosten der Beschäftigten und ihrer Familien.“ Besonders dreist ist nach den Worten der Gewerkschaftssekretärin der Umgang mit den eigenen Versprechungen: „Beim Verkauf des Werkes durch ,Procter & Gamble' an ,Coty' gab es eine gemeinsame Erklärung von ,P & G', ,Coty' und Gewerkschaft, in der zugesichert wurde, die ,betroffenen Standorte langfristig zu erhalten'. Was nun passiert, ist ein eklatanter Wortbruch!"

Die IG BCE kündigt an, hart bei den weiteren Verhandlungen zu sein: "Das könnte auch für Coty noch sehr unangenehm und teuer werden", sagt Rohrig.

Der Fuldaer "Linken"-Kreisvorstand erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten des von der Schließung bedrohten Standortes in Hünfeld. Kreisvorsitzender Michael Wahl: "Das Verhalten des Coty-Konzerns ist nicht hinnehmbar. Während die Beschäftigten am Standort Hünfeld über Jahrzehnte Gewinne für die Firmenbesitzer erwirtschaftet haben, werden sie nun zu Gunsten von höheren Profiten vom Coty-Konzern vor die Tür gesetzt." Von Verantwortung für die Beschäftigten, ihrer Familien und für die Allgemeinheit wolle dieser Konzern scheinbar nicht wissen.

 Wahl fordert daher die Politik zum Handeln auf. Ein solches Heuschreckenverhalten müsse gesetzlich verboten werden. Nach der Verfassung der Bundesrepublik sei Eigentum auch zum Allgemeinwohl verpflichtet, hiergegen verstoße der Konzern offensichtlich. Sollten die gesetzlichen Regelungen nicht zur Wahrung dieser Verpflichtung reichen, so müsse man das ändern. Der Kreisverband der "Linken" bietet den Beschäftigten, dem Betriebsrat und den Gewerkschaften ihre Unterstützung im Kampf für ihre Arbeitsplätze an. Wie bereits auf der "DGB"-Kundgebung am 1. Mai werde man solidarisch an ihrer Seite stehen.   

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