Redaktionshund Bruno: Bruno beißt im Parlament

Das könnte eine einträgliche Geschäfts-Idee werden: Brunos  Wachhund-Service für alle rabiaten Parlamente dieser Welt. Mit der Lizenz zum Beißen

Das könnte eine einträgliche Geschäfts-Idee werden: Brunos  Wachhund-Service für alle rabiaten Parlamente dieser Welt. Mit der Lizenz zum Beißen. Auf die Idee gebracht hat mich eine heftige Schlägerei im taiwanesischen  Parlament, wo eine eingangs weitgehend sachliche Debatte  nach dem Austausch von Verbalinjurien schließlich in einer wüsten Schlägerei endete. Da verschafften sich rabiate Abgeordnete unter dem Einsatz ihrer Fäuste Zugang zum Rednerpult, hauten auf dem Weg dorthin dem politischen Gegner ‘mal so nebenher eine kräftig in die Fresse oder schütteten heißen Kaffee  über die Oppositions-Rivalin. Frisuren, Brillen, Klamotten und Redemanuskripte hatten schwer zu leiden, gelitten hat aber vor allen Dingen der gute (schlechte!) Ruf der taiwanesischen Parlamentarier. Und die befinden sich in bester (schlechtester!) Gesellschaft.

Auch im türkischen, ukrainischen, spanischen oder italienischen Abgeordnetenhaus  flogen schon die Fetzen und Fäuste. Ganz zu schweigen von den so genannten Bananenrepubliken. Da kann man sich nicht ohne Waffen in die Vollversammlung trauen, muss quasi immer unter dem Damoklesschwert eines latent drohenden Putsches debattieren. Selbst der Deutsche Bundestag ist nicht frei von Kraftmeierei, auch wenn sich dies bisher ausschließlich auf verbale Entgleisungen beschränkte und der Debatte mitunter sogar den nötigen Biss verlieh. Für begnadete Demagogen wie Franz- Josef Strauß, Herbert Wehner oder Joschka Fischer war dies das Salz in der Suppe, sie schlugen mit Worten zu, auch wenn die derart an den Pranger Gestellten und böse durch den Kakao Gezogenen dies als verbalen Tiefschlag empfanden.

"Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch", "Herr Hodentöter" oder "Irmgard Eva-Schwätzerin" zogen nur parlamentarischen Rügen und Verweise nach sich, auch wenn sich die Bloßgestellten in solchen Fällen gerne eine Reaktion mit mehr Biss gewünscht hätten. Angesichts der anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen könnte sich hier eine Geschäftslücke auftun, ich habe auch schon mit befreundeten Beißern gesprochen, die sich an einem "Start-Up"-Unternehmen beteiligen würden. "Bruno bites in Parliament", "Bruno beißt im Parlament" – so könnte das internationale Geschäftsmodell  überschrieben werden...

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