Redaktionshund Bruno: Es fährt ein Zug nach Nirgendwo

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Der Hund spricht über die "Entgleisungen" im bundesdeutschen Bahnverkehr.

"Es fährt ein Zug nach Nirgendwo, und niemand stellt von grün auf rot das Licht." So ballerte einst die Schlagerratte, pardon, trällerte dereinst der Schlagerbarde Christian Anders in den bundesdeutschen Hitparaden. Auch wenn er damit in erster Linie sein "Gspusi Maria" ansprechen wollte und nicht unbedingt spätere und heutige Bahnchefs wie Hartmut (Mehdorn) und Rüdiger (Grube), so wohnt dieser Textpassage doch eine gleichermaßen weissagende Weitsicht wie erschreckende Wahrheit inne, ist sie doch gut ein halbes Jahrhundert später bittere Realität.

Da rattern Züge der Deutschen Bahn tatsächlich ins Nirwana, weil irgendjemand eine Weiche falsch gestellt oder Signale übersehen hat. Oder sie fahren als Frühzug erst um die Mittagszeit in München ab, weil die dortigen Bahnbediensteten – durch die Gewerkschaft entsprechend gebrieft – Dienst nach Vorschrift schieben. Und wenn man dann glaubt im richtigen Abteil zu sitzen, dann wird der Kurs-Wagen mal eben in Richtung Saarbrücken anstatt richtig nach Würzburg angehängt. Oder es rauscht ein ICE gleich an zwei Tagen hintereinander durch Heppenheim und lässt verdutzte Passagiere am Bahnsteig zurück. Ganz blöd aus der Wäsche geguckt haben Fahrgäste in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz – die wurde wochenlang überhaupt nicht mehr angefahren.

Aktuell sorgt ein "Faux-pas" in Fulda für Furore. Dort gab es die peinliche "Entgleisung", dass ein Intercity mit Zielrichtung Berlin zunächst in Richtung Göttingen weiterfuhr. Der Zug musste "rückwärts umkehren", um richtig abzubiegen. Die Bahn spricht selbst von einem Trauerspiel – ein weiterer imageschädigender Fehler in der fast unendlichen wie unglaublichen Serie an Pleiten, Pech und Pannen. So werden wir es auch weiterhin mit kaputten Klimaanlagen und infolgedessen kollabierenden Schülern zu tun haben, mit Kampf-Emanzen in Zugbegleiteruniform, in Bataillonsstärke und mit Sturmgepäck sich zum Bord-Restauarant durchkämpfenden Bundeswehrsoldaten.

Es werden mich mit Windeln und Slipeinlagen verstopfte Toiletten am Gassigehen hindern, bissige Polizeihunde um sich schlagende Schwarzfahrer bändigen. "Thank you for travelling with Deutsche Bahn AG" dröhnt es zweisprachig aus dem Bordlautsprecher, als ich mit drei Stunden Verspätung auf Gleis vier in Kassel-Wilhelmshöhe aus dem ICE steige. Und ein weiteres Kapitel im Logbuch des real existierenden alltäglichen DB-Wahnsinns zum Besten (Sorry, Schlechtesten) geben kann.

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