Anhören, abwägen, entscheiden: Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke im „Fulda aktuell“-Redaktionsgespräch

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke im Redaktionsgespräch bei "Fulda aktuell".
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Über Privates und Berufliches, NordOstHessen und die Rhön sprach Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke im Gespräch mit der Redaktion von FULDA AKTUELL.

Fulda - „Abwägen“ – mit diesem einen Wort beschreibt der Kasseler Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke seine Aufgabe. Der 1953 in Bad Wildungen geborene Lübcke ist seit Mai 2009 in diesem Amt, das ihm von Ministerpräsident Volker Bouffier übertragen wurde.

Diese Woche kam Lübcke zu einem Redaktionsgespräch in die Verlagsräume von „Fulda aktuell“, denn die Aufgabe eines RP ist es, Vermittler zwischen der Landesregierung in Wiesbaden und den anderen Regionen Hessens zu sein. Rund 1.300 Mitarbeiter sind im Regierungspräsidium Kassel beschäftigt. „Ich habe ein tolles Team“, lobt Lübcke. Stolz ist er auch auf den „Elisa­beth-Selbert-Preis für Gleichberechtigung“, den seine Behörde erhalten hat.

Beziehung zu Fulda

Zu Fulda hat er eine besondere Beziehung: „In 1974 und 75 war ich einer der ersten Studenten an der Fachhochschule Fulda“, erinnert er sich. Gewohnt hat er damals in Lehnerz und die Liebe zur Region Osthessen hat er behalten. „Erst vor kurzem habe ich mit meinem Führungsteam einen mehrtägigen Ausflug in die Rhön gemacht“, sagt Lübcke. „Die ,Enzianhütte’ ist wunderbar“, kommt der RP ins Schwärmen. Und sagt auch: „Ich mag die Weite der Rhön“. Auch dienstlich ist Lübcke häufiger und gerngesehener Gast in Osthessen. „So etwas wie die ,Trendmesse’ oder die ,Rettmobil’ gibt es in Kassel nicht“, sagt er. Potenziale vernetzen

„Ich bin ein Schiedsrichter, der regionale Interessen nach Wiesbaden trägt“, sagt Lübcke. Dabei sei er an gesetzliche Vorgaben gebunden, aber: „Wir administrieren nur. Die Gesetze werden woanders gemacht“. Lübckes besonderes Bestreben ist es, die Nordhessen und Osthessen nicht als einzelne Regionen, sondern „seinen“ Regierungsbezirk als Ganzes zu sehen. „Wir haben Potenzial von Kassel bis Fulda, aber man muss mehr zusammenarbeiten“, mahnt er. Er nennt die Region inzwischen auch „NordOstHessen“. Jede Region habe ihre speziellen Probleme, „aber wenn man miteinander redet, kann man diese auch lösen“, ist der RP überzeugt.

Die „Fridays for Future“-Schülerdemonstrationen findet Lübcke gut, befürchtet aber, „dass sich die Schüler selbst schaden, weil sie dann freitags nichts lernen“. Das Thema Klimawandel sei aber vielen Menschen gar nicht wirklich bewusst. „Die wundern sich dann nur, wenn der Edersee kein Wasser mehr hat“, so Lübcke.

Windkraft als Thema

Im Fuldaer Land und im Vogelsberg sind derzeit Windräder ein Thema, das die Menschen beschäftigt. Vor allem im Bereich des südlichen Vogelsbergs hätten sich die drei hessischen Regierungspräsidien Kassel, Gießen und Darmstadt gemeinsam abgestimmt, was die Bebauung mit Windkraftanlagen angeht. Auch die Anliegen von Naturschutzverbänden muss Lübcke in seine Entscheidungen mit einbeziehen. „Ich nehme jeden Einwand ernst. Und dann muss ich abwägen“, so Lübcke. „Jeder Einwand, der kommt, gibt uns die Möglichkeit, an Dinge zu denken, die wir bisher nicht in Erwägung gezogen haben“, sagt der RP. Um zu finalen Entscheidungen zu kommen, müssten aber alle Parteien kompromissbereit sein. „Ich wünsche mir immer auf beiden Seiten auch Kompetenz und Ehrlichkeit“, so der RP. „Achtung, Wertschätzung und Vertrauen sind das, was ich an Gesprächspartnern sehr schätze. Auch, wenn man nicht immer einer Meinung ist“, bekräftigt der Regierungspräsident.

„Der technische Fortschritt hat den Menschen immer Wohlstand gebracht“, ist Lübcke überzeugt. Was man aber bedenken müsse, nennt er eine Technik-Folgen-Abschätzung, das bedeutet, dass man heute bedenken müsse, welche Auswirkungen technische Neuerungen langfristig haben könnten.

Dritt-dienstältester Regierungspräsident

Auf das Wort „Heimat“ angesprochen, sagt Lübcke: „Es gibt zwei Arten davon. Das eine ist dort, wo man aufgewachsen und geprägt worden ist. Das andere dort, wo man lebt.“ Er selbst wuchs in ländlicher Umgebung bei Bad Wildungen auf. Inzwischen lebt er in Wolfhagen-Istha, ist verheiratet und hat zwei Söhne (29 und 34 Jahre alt). „Eigentlich wollte ich früher Tierpräparator werden“, erinnert er sich. Stattdessen schloss er eine Lehre als Bankkaufmann ab, war acht Jahre bei der Bundeswehr, studierte in Fulda und Kassel Wirtschaftswissenschaften, war Landtagsabgeordneter und ist nun seit zehn Jahren Regierungspräsident und damit der drittlängste Vertreter in diesem Amt. „Mir macht das Spaß“, sagt der 65-Jährige – und das klingt nicht danach, als wolle er demnächst aus dem Amt scheiden.

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