Region Fulda ist von „Immobilienblase“ weit entfernt

Die beiden Experten der „Sparkasse Fulda“, Christian Markert und Heiko Siemon (rechts) beim „Fulda aktuell“-Redaktionsgespräch mit Verlagsleiter Michael Schwabe, Redaktionsleiter Bertram Lenz und Redakteur Christopher Göbel (von links). 
+
Die beiden Experten der „Sparkasse Fulda“, Christian Markert und Heiko Siemon (rechts) beim „Fulda aktuell“-Redaktionsgespräch mit Verlagsleiter Michael Schwabe, Redaktionsleiter Bertram Lenz und Redakteur Christopher Göbel (von links). 

Steigende Immobilienpreise, hohe Nachfrage, sehr günstige Zinsen: Die aktuellen Rahmenbedingungen auf dem deutschen Immobilienmarkt lassen Verbraucher und Experten immer wieder darüber spekulieren, ob sich 2021 eine so genannte „Immobilienblase“ in Deutschland entwickelt hat.

Nicht zuletzt aufgrund der Corona-Krise fragen sich auch immer mehr Eigentümer, wie es um den Wert ihrer Immobilien bestellt ist. Um den Leserinnen und Lesern Information und Aufklärung zugleich bei diesem sehr facettenreichen Thema zu bieten, hatte sich „FULDA AKTUELL“ an die „Sparkasse Fulda“ gewandt und war mit diesem Anliegen auf offene Ohren gestoßen.

Fulda Zum Austausch trafen sich jetzt Christian Markert und Heiko Siemon gemeinsam mit der Redaktion. Markert ist seit 14 Monaten Mitglied des Vorstandes und zuständig für das gesamte Privatkundengeschäft. Zuvor war er lange Zeit bei der „Sparkasse Dieburg“ tätig und dort als stellvertretendes Vorstandsmitglied verantwortlich für den Marktbereich im südlichen Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie die Bereiche Vertriebsmanagement und Private Banking.

Siemon, gebürtig aus Schlitz, ist seit 15 Jahren bei der „Sparkasse Fulda“ beschäftigt und dort Geschäftsführer des Tochterunternehmens „Sparkasse Fulda Immobilien & Versicherung GmbH“. Zudem leitet das stellvertretende Vorstandsmitglied die Abteilung „Vermögensmanagement“ . Bei dem Geldinstitut sind in Sachen Immobilien vier Maklerinnen und Makler sowie zehn Baufinanzierungsberater und -beraterinnen tätig.

Die beiden „Sparkassen“-Experten gestehen ein, dass der Immobilienmarkt derzeit hart umkämpft sei. Die Nachfrage nach Objekten sei sehr hoch, allerdings müsse zwischen der Situation in Innenstädten und der auf dem Land diffferenziert werden. In den Städten sei eine „hohe Kaufbereitschaft“ feststellbar, viele Investoren drängten auf den Markt. Sowohl Markert als auch Siemon gehen davon aus, dass das derzeitige Zinsniveau auf absehbare Zeit auf dem niedrigen Stand verbleibe – „eine Steigerung würde, falls sie denn kommen sollte, nicht gravierend sein“.

Die beiden Fachleute der „Sparkasse Fulda“ betonen während des Treffens, dass es seitens ihrer Kunden eine starke Nachfrage hin zu einer auf 15 Jahre angelegten Zinsbindung gibt. Sie empfehlen gleichzeitig, so zu kalkulieren, dass man mit zwei bis drei Prozent Tilgung anfangen kann.

Aufklärung brachte das Gespräch auch dahingehend, was eigentlich der Begriff „Immobilienblase“ bedeutet, der aktuell durch die Schlagzeilen geistert. Dazu Siemon: „Das sagt aus, wenn auf dem Markt ein deutlich höherer Preis für ein Objekt gehandelt wird als der so genannte ,innere Wert‘ beträgt. Kurz, wenn ein Objekt überbewertet wird und das spekulative Element dominiert“.

Und er gibt allen potentiellen Verkäufern einen Rat: Realistisch bleiben und bei der Preisvorstellung nicht übertreiben. Im erweiterten Stadtgebiet von Fulda sei man bei „4.000 Euro plus x“ pro Quadratmeter bei Eigentumswohnungen angekommen, und die Nachfrage hierzu sei immer noch da.

„Die Region ist im Augenblick weit weg von einer spekulativen Blase‘“, ergänzt Markert. Stadt und Landkreis Fulda seien, „sehr attraktiv, ohne überbewertet zu sein“. Die Menschen schätzten die hohe Lebensqualität und den Wohlfühlfaktor dieser Gegend, hier könne man investieren. Zudem stimme das soziale und das von mittelständischen Unternehmen geprägte wirtschaftliche Gefüge. Eine „Landflucht“, von der in jüngster Zeit gemeinhin die Rede sei, könne nicht konstatiert werden. Die Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet ziehe es nicht nur raus aufs Land, sondern auch in attraktive, verkehrsgünstig gelegene Ober- und Mittelzentren in überschaubarer Entfernung zu Frankfurt, zum Beispiel nach Fulda.

Siemon rät, dass man stets einen Makler einschalten sollte, wenn es darum gehe, ein Objekt zu vermarkten. Dieser stehe mit Rat und Tat zur Seite. Der Experte: „Meine Kollegen und ich kümmern uns bei der ,Sparkasse Fulda‘ bis zur Vertragsunterschrift um einen reibungslosen Ablauf. Zudem gewährleisten wir eine realistische Werteinschätzung, da es unser Vorteil ist, den regionalen Immobilienmarkt genau zu kennen. Auch wissen wir, wie eine Immobilie auf Interessenten wirken muss, wir führen Besichtigungen durch und präsentieren die Immobilie bestmöglich. Zugleich sorgen wir für Rechtssicherheit und eine ordnungsgemäße Abwicklung aller Dokumente und Verträge“.

Der Rat, den beide Fachleute jedem geben, der vor der Frage steht, eine Immobilie zu erwerben oder zu bauen, lautet: „Wieviel Haus kann ich mir leisten?“ Das jedenfalls sollte im Vorfeld die Kernfrage allen Handelns sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Effektiver Schutz vor Corona ist möglich
Fulda

Effektiver Schutz vor Corona ist möglich

Bernd Kronenberger (HJK) sieht keine ausreichende Disziplin gegen das Coronavirus
Effektiver Schutz vor Corona ist möglich
Klartext: Für Ungeimpfte ist das Jahr gelaufen
Fulda

Klartext: Für Ungeimpfte ist das Jahr gelaufen

Redakteur Christopher Göbel zu den neuen 2G-Regelungen im Handel und die Situation Ungeimpfter
Klartext: Für Ungeimpfte ist das Jahr gelaufen
Erneute Verschiebung der „Abenteuer & Allrad“-Messe
Fulda

Erneute Verschiebung der „Abenteuer & Allrad“-Messe

Die Messe „Abenteuer & Allrad 2021“ wird erstmals in ihrer über 20-jährigen Historie im Spätherbst in Bad Kissingen stattfinden. Der ursprünglich für Ende Juli …
Erneute Verschiebung der „Abenteuer & Allrad“-Messe

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.