Reichspogromnacht: Erinnerung an dunkelste Stunden auch in Hünfeld

Bürgermeister Benjamin Tschesnok und Stadtverordnetenvorsteher Berthold Quell legten ein Blumenbouquet zum Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft nieder.

14 jüdische Bewohner Hünfelds wurden in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ermordet

Hünfeld - m Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft legten Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok und Stadtverordnetenvorsteher Berthold Quell ein Blumenbouquet am Kunstwerk "Rückkunft" zum 82. Jahrestag der so genannten Reichspogromnacht nieder. Im stillen Gedenken erinnerten sie damit vor allem an die jüdischen Opfer dieser dunklen Zeit der deutschen Geschichte.

Die sogenannte Reichspogromnacht markierte den Beginn der hemmungslosen Verfolgung der jüdischen Minderheit in Deutschland. Nur wenige jüdische Mitbürger Hünfelds hatten sich durch Flucht und Auswanderung dieser Verfolgung entziehen können. 14 Bewohner Hünfelds wurden in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ermordet. An sie erinnern heute die sogenannten "Stolpersteine" mit den Namen der früheren Nachbarn und Mitbewohner vor ihren ehemaligen Häusern.

In Hünfeld rotteten sich einige NS-Schergen zusammen, die in der Nacht vom 9. November die Synagoge an der Ecke Bahnhofstraße/Gartenstraße niederbrannten. Das Gebäude wurde bis auf die Grundmauern zerstört. Bis heute ist es dem Stadtarchiv nicht gelungen, eine Ansicht dieser Synagoge zu finden.

Auch der Bahnhof selbst gibt Zeugnis von der bestialischen Vernichtungsmaschinerie, die von den Nationalsozialisten entfesselt worden war. Noch kurz vor Kriegsende wurden rund 350 größtenteils jüdische KZ-Insassen zu Fuß aus Frankfurt nach Hünfeld getrieben, um sie dort in Viehwaggons zu verladen und in Vernichtungslager weiter zu transportieren. Nur 40 Teilnehmer dieses so genannten Todesmarsches überlebten die Tortur.

Allein im Hünfelder Land wurden fünf Häftlinge von ihren Bewachern ermordet. Drei von ihnen waren zunächst gegen den Widerstand der örtlichen NS-Kommandantur auf dem Friedhof in Rückers beigesetzt worden, weil sie dort in Straßengräben gefunden worden waren. Zusammen mit weiteren Opfern wurden die Toten anschließend am Alten Hünfelder Friedhof beerdigt.

Der Hünfelder Bahnhof war auch Schauplatz eines verheerenden Bombenangriffs im Oktober 1944 geworden. Eine Fliegerbombe, die über dem Bahnhof niederging, tötete 91 unschuldige Reisende. Weitere Bomben gingen im Bereich der Fuldaer Straße nieder. Insgesamt waren 106 Opfer zu beklagen.

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