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Reisen 2022: Keine Euphorie, aber auf einem guten Weg

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Von: Christopher Göbel

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Frank Happ, Reisespezialist aus Flieden, spricht über die aktuelle Lage der Reisebranche.
Frank Happ, Reisespezialist aus Flieden, spricht über die aktuelle Lage der Reisebranche. © Privat

Reisen in Coronazeiten: Reiseexperte Frank Happ sieht Licht am Ende des Tunnels

Flieden. Die Reisebranche leidet wie viele andere auch unter der anhaltenden Corona-Pandemie. „Wir erwarten eine sukzessive Besserung der Gesamtsituation im Laufe des Frühjahrs. Aber die Pandemie hat uns gelehrt, dass man vielleicht besser die Erwartungen nicht zu hoch schrauben sollte“, sagt Frank Happ, Geschäftsführer des „Reisebüro Happ“ in Flieden. In FULDA AKTUELL beantwortet Happ einige Fragen, die das Reisen in Coronazeiten betreffen.

FULDA AKTUELL: Ist die Reisebranche in der Corona-Pandemie auf dem Weg der Erholung oder ist die Lage immer noch prekär?

FRANK HAPP: Vom einer Normalisierung kann man nicht sprechen. Wir verzeichnen schon eine erhöhte Nachfrage aktuell, es ist ja auch Hauptbuchungszeit im Januar/Februar. Aber gerade in den Sparten Flugreisen und Kreuzfahrten sind wir weit entfernt von den Buchungszahlen von 2019 oder 2020 vor Corona. Wir sind allerdings unter den derzeitigen Voraussetzungen durchaus nicht unzufrieden mit dem Buchungsverhalten unserer Kunden. Von einer Buchungseuphorie kann jedoch keine Rede sein.

FA: Welchen Teil Ihres Geschäftsfeldes machen Busreisen zu Veranstaltungen aus und wie wirken sich zahlreiche seit Corona abgesagten Veranstaltungen auf dieses Feld aus?

HAPP: Busreisen zu Veranstaltungen, wie beispielsweise Konzerten, Festspielen und Musicals haben wir in größerem Umfang im Angebot. Dazu gehören unter anderem die „Elbphilharmonie“, „Oper/Gewandhaus Leipzig“, „Bregenzer Festspiele“, „Oberammergau“, Verona, Helene Fischer in München, Andrea Berg in Großaspach. Gerade die Konzert- und Festspielreisen im Sommer 2022 sind schon sehr gut gebucht. Viele Kunden vertrauen auf eine Durchführung der Veranstaltungen.

FA: Was buchen die Kunden momentan für die kommenden Oster-, Sommer- und Herbstferien?

HAPP: Im Bereich der Pauschalreisen wird vorrangig Sommerurlaub oder Urlaub in den Herbstferien gebucht beziehungsweise angefragt. Häufig sind Familien derzeit mit ihrer Urlaubsplanung beschäftigt, lassen aber bei der Buchung auch eine gewisse Vorsicht walten. Bei den Busreisen werden aktuell vorrangig längere Fahrten, hochwertige Ziele und Reisen sowie traditionell früh ausgebuchte Touren gebucht. Es erreichen uns aber auch kurzfristige Anfragen für Skireisen oder Fernreisen im Februar/März.

FA: Welche Urlaubsziele empfehlen Sie für die Oster- und Sommerferien?

HAPP: Bei den Familien sind im Sommer und Herbst Flugziele in Griechenland und Spanien im Trend, aber auch Urlaub mit Eigenanreise im deutschsprachigen Raum. Im Bereich Fernreisen geht es Richtung Mexiko, Dubai auch Mauritius. Kreuzfahrturlauber bevorzugen eher die beiden deutschen Reedereien beziehungsweise deutschsprachige Schiffe von „AIDA“ und „TUI-Cruises“. Sehr im Trend liegt auch Aktivurlaub in der freien Natur wie zum Beispiel Wanderreisen oder geführte Fahrradreisen per Bus. Unser eigener Veranstalterkatalog wird in diesem Jahr erst im Februar erscheinen, da wir selbst gerne möglichst gesichert einschätzen möchten, was machbar sein im Laufe des Jahres.

FA: Welche Sicherungssysteme gibt es, falls Reisen coronabedingt abgesagt werden bzw. werden müssen?

HAPP: Nahezu alle Veranstalter bieten Flex-Tarifoptionen an, die dem Kunden den größtmöglichen Entscheidungsspielraum bieten, beispielsweise bis zu zwei Umbuchungen vor Reisebeginn oder kostenfreie Stornierung bis sieben Tage vorher. Zusätzlich gibt es zu den normalen Reiserücktrittskostenversicherungen spezielle Coronaschutzprogramme, die bei sehr preiswerten Tarifen einen Vielzahl an Zusatzleistungen bieten, falls der Coronafall oder eine Quarantäne vor Abreise oder unterwegs eintreten beziehungsweise erforderlich werden.

FA: Sind Ihre Mitarbeiter/-innen noch teilweise in Kurzarbeit?

HAPP: Busfahrer und Reiseleiter arbeiten aktuell nicht oder nur sehr wenig, da kaum Reisen stattfinden. In der Produktion beziehungsweise unserer Gruppenabteilung gibt es schon recht lange kaum noch Kurzarbeit, da die Planung und Produktion der Reisen, Programme und Kataloge immer weiter geht. In unseren Verkaufsbüros arbeiten wir angepasst an die Nachfrage noch mit etwas verminderten Öffnungszeiten sowie entsprechend geringerem Personaleinsatz, als vor der Pandemie.

FA: Wie sorgen Sie für die Sicherheit Ihrer eigenen Passagiere?

HAPP: Schon seit November 2021 führen wir unsere eigenen Bus-, Flug- und Schiffsreisen unter Einhaltung der 2G- oder 2G-Plus-Regelung durch. Unsere Hotelpartner beziehungsweise Partner in den Zielgebieten verfügen über ausgereifte Hygienekonzepte, unsere „HAPPclass“-Busse über spezielle UVC-LED-Filter zur Entkeimung der Innenraumluft. Wir tun alles für die Sicherheit unserer Gäste und haben bislang beste Erfahrungen mit unserer Vorgehensweise gemacht, was uns Kunden immer wieder bestätigt haben.

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