"Ganze Tourismusbranche ist massiv betroffen"

"reisewelt"-Geschäftsführer Dennis Krug aus Neuhof zur Situation auf dem Reisesektor

Neuhof - Dennis Krug ist Mitglied der Geschäftsführung der „reisewelt“ mit Sitz in Neuhof. Gegenüber „Fulda aktuell“ äußert er sich zur aktuellen Situation.

Fulda aktuell: Wie sehr setzt Ihnen die Coronakrise zu?
Dennis Krug:

Die ganze Touristikbranche und somit auch unsere ,reisewelt‘ ist massiv von der aktuellen Krise betroffen. Zwar trifft es mit uns eine wahrlich krisenerprobte Branche, aber die aktuelle Situation ist in ihren Ausmaßen dennoch einzigartig. Betroffen sind ausnahmslos alle Bereiche: vom kleinen Reisebüro bis hin zur großen Fluggesellschaft, vom Hotelier bis zum Reiseveranstalter, vom Reiseleiter bis zum Fremdenverkehrsamt. Vom Tourismus leben immerhin drei Millionen Menschen, alleine hier in Deutschland.

FA: Verzeichnen Sie derzeit überhaupt Buchungen?
Krug:

Den mit Abstand größten Teil unserer aktuellen Buchungen machen Umbuchungen aus. Diese bedeuten für uns zwar nicht Neugeschäft, sind aber in der aktuellen Situation mindestens genauso wichtig. Zum Einen für uns als Unternehmen, um die Liquidität zu sichern, aber insbesondere auch für unsere Kunden um den Traum vom Urlaub nicht zu verlieren. Niemand weiß, wie sich die Preise in der Touristik entwickeln werden, aber vieles spricht dafür, dass das Reisen wieder teurer wird. Mit der Umbuchung sichern Reisefreunde die Arbeitsplätze anderer und sich selbst den guten Reisepreis.

FA: Was sagen Sie zu der aktuellen Entscheidung, weiterhin eine weltweite Reisewarnung auszusprechen?
Krug:

Mit einer Verlängerung der Reisewarnung haben wir gerechnet. Die lange Dauer bis Mitte Juni und vor allem das Fehlen jeglichen positiven Ausblickes halte ich jedoch für falsch. Unser Nachbarland Österreich ist uns da einiges voraus.

FA: Wie verhält es sich derzeit mit Ihrem Personal? Krug: Ich kenne kein Unternehmen in unserer Branche, das derzeit keine Kurzarbeit angemeldet hat. Einige haben sogar direkt einen nicht unerheblichen Teil der Belegschaft entlassen. Wir sind froh, dass auch wir auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgreifen können und stolz auf unser Team, das diese Situation so tapfer mitträgt.

FA: Wie verhält es sich bei Ihnen mit Stornierungen? Gibt es Geld zurück oder Gutscheine?
Krug:

Das ist ganz unterschiedlich und auch abhängig von der jeweils gebuchten Reise. Falls eine Umbuchung – aus welchen Gründen auch immer – im Moment nicht in Frage kommt, sind Gutscheine eine gute Möglichkeit, einer gebeutelten Branche mit wenig Einsatz zu helfen. Wir sind sehr dankbar für jeden unserer Kunden, der das so solidarisch sieht.

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